Aus Wiki-Göttingen
Die Stadt Göttingen befindet sich im Süden Niedersachsens. Die Leine durchfließt die Stadt in Nord-Süd-Richtung. Während der nördlichste Stadtteil Weende vom gleichnamigen Gewässer durchquert wird, fließt die Lutter durch mehrere nordöstliche Stadtgebiete und die Grone durch mehrere Bereiche im Westen. Der höchste Berg Göttingens ist die Mackenröder Spitze an der Ostgrenze des Göttinger Waldes.
Geschichte
"Gutingi" ist das Dorf, auf das die heutige Stadt Göttingen zurückgeht. Zum ersten Mal wird "Gutingi" im Jahre 953 in einer Urkunde Kaiser Ottos I. erwähnt und ist bis ins siebte Jahrhundert nachzuweisen. Ein kleiner Bach namens "Gote" war Namensgeber für das Dorf, das sich am Ostrand des Leinetalgrabens in der Nähe der heutigen St. Albani-Kirche auf einem Hügel befand.
915 wurde eine frisch erbaute Burg, die später zur Pfalz Grona ausgebaut wurde, zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Noch heute erinnert der Stadtteilname "Grone" an dieses Kapitel der Geschichte. Im 13. Jahrhundert verlor die Pfalz ihre Funktion und wurde zur Burg der Herren von Grone ausgbaut. Die Göttinger zerstörten sie zwischen 1323 und 1329.
Heinrich der Löwe könnte für die Erlangung der Stadtrechte für Göttingens zwischen 1150 und 1200 verantworlich sein. Pfalzgraf Heinrich ist von 1201 bis 1208 als Stadtherr angegeben. Und auch die ersten Göttinger Bürger wurden zu dieser Zeit erwähnt. Allerdings war noch keine Rede von einer Reichsstadt, vielmehr war Göttingen den welfischen Herzögen von Braunschweig-Lüneburg unterworfen.
Zwischen 1351 und 1572 war die Stadt Mitglied in der Hanse, 1737 erfolgte die Gründung der Georg-August-Universität Göttingen. Seit 1854 ist Göttingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
Zu ihrer heutigen Ausdehnung gelangte die Universitätsstadt in den 1960-ern und 1970-er Jahren: 1963 wurde die Gemeinde Herberhausen eingegliedert, Ein Jahr später folgte die Eingliederungen der gemeinden Geismar, Grone, Nikolausberg und Weende. Sie auch Göttingen-Gesetz: Seit 1973 gehören die Gemeinden Deppoldshausen, Elliehausen, Esebeck, Groß Ellershausen, Hetjershausen, Holtensen, Knutbühren und Roringen zum Stadtgebiet.
Das Verhältnis zwischen Stadt und Landkreis bzw. die Stellung der Stadt im Landkreis Göttingen regelt das niedersächsische "Gesetz über die Neugliederung des Landkreises und der Stadt Göttingen (Göttingen- Gesetz)" vom 1.Juli 1964 (mehrmals geändert).
Eine umfangreiche Darstellung der Stadtgeschichte finden sich im Göttinger Stadtarchiv.
Die 60er Jahre
Neuer Stadtteil Leineberg: Neubauten an der Allerstraße im Jahr 1965
In den 1960er Jahren veränderte die Stadt Göttingen ihr Gesicht. Aus einer Stadt mittlerer Größe wurde eine Großstadt. Den rund 70 000 Einwohnern im Jahr 1945 hatten sich allein bis 1961 rund 10 000 hinzugesellt. Die 100 000-Einwohner-Marke wurde schließlich drei Jahre später überschritten.
Bis in die 50er Jahre hinein waren es vor allem Flüchtlinge, die die Einwohnerzahl in Höhe schnellen ließ. Hinzu kamen in den 60er Jahren Gastarbeiter – und Studenten, denn auch die Universität war in stetigem Wachstum begriffen. Göttingen gehörte zu den am dichtest besiedelten Städten der Bundesrepublik: 4370 Menschen lebten bereits zu Beginn der 50er Jahre auf einem Quadratkilometer Stadtgebiet.
Dementsprechend hoch war die Wohnungsnot. Die Unterversorgung betrug im Jahr 1960 rund 30 Prozent. Die Stadtbewohner mussten buchstäblich über Jahre hinweg eng zusammenrücken. So teilten sich manchmal zwei Familien eine Wohnung, hunderte waren in Notunterkünften und Baracken am Greitweg, der Eiswiese und im Ebertal (unterhalb des Lohberges) einquartiert.
Schon in den 50er Jahren gab es erste größere Bauprojekte unter anderem der ortsansässigen Wohnungsbaugenossenschaft sowie der Volksheimstätte. Die Pfalz-Grona-Breite wurde bebaut, auf dem Hagenberg und am Lohberg entstanden Mietblöcke. Die Stadt wuchs über ihre bisherigen Grenzen hinaus. Sie erhielt neue Ortsteile: 1963/64 wurden Herberhausen, Geismar, Grone, Nikolausberg und Weende eingemeindet.
Demo am 1. Mai: Protest gegen Wohnungsnot
Im Kampf gegen die Wohnungsnot wollte sich die Stadt Göttingen eigene Instrumente schaffen. 1959 gab es erste Überlegungen für eine städtische GmbH, die als Bauträger fungieren sollte. Das Ziel war, die Barackensiedlungen und Elendswohnungen zu beseitigen. Ende 1960 wurde schließlich die städtische Wohnungsbaugesellschaft gegründet. Kapitalgeber waren neben der Stadt Göttingen mit einer Stammeinlage von 637 500 Mark die Niedersächsische Heimstätte mit 112 500 Mark.
Erstes Projekt war eine Großsiedlung am Leineberg im Jahr 1961. Hier entstanden Einfamilien-Reihenhäuser, sechs- und achtgeschossige Wohnblöcke sowie drei- und viergeschossige Bauten. Es folgten Bauten am Lönsweg. Das erste Ziel, der Bau von 2000 neuen Wohnungen, sei binnen viereinhalb Jahren erreicht worden, heißt es in einer Festschrift, die die Städtische Wohnungsbau aus Anlass des 50. Jubiläums in diesem Jahr herausgegeben hat. Größtes Projekt war schließlich das Vorhaben am Holtenser Berg, das 1967 begonnen wurde.
Bauen in den 60ern
Der Wille zur Modernität bestimmte in den 1960er Jahren die Bautätigkeit in vielen deutschen Städten. Auch in Göttingen wandten sich Bauherren von althergebrachten Formen ab, die an die jüngste Vergangenheit erinnerten. Die Vorbilder für „neues Bauen“ lieferten seit den 20er Jahren berühmte Architekten wie Walter Gropius oder Ludwig Mies van der Rohe und ihre dem Prinzip des Funktionalismus untergeordneten Gebäude.
Die Stilrichtung unterstellt die Gestalt eines Gebäudes ihrer Funktion. Die Formen wurden vereinfacht, was vor allem beim Siedlungsbau von Vorteil war. Auch in Göttingen entstanden Großwohnquartiere, um Flüchtlinge unterzubringen und die damals vorherrschende Wohnungsnot zu lindern. In der Nachkriegsmoderne spiegelten sich Fortschrittsglauben und Technikbegeisterung auch in den Baustoffen wieder: Die schmucklosen Konstruktionen waren aus Beton, Stahl und Glas.
Allerdings, stellt Maren Christine Härtel in ihrem Beitrag „Architektur und Stadtentwicklung“ in Band drei von „Göttingen – Geschichte einer Universitätsstadt“ fest, gingen die Göttinger wie auch andere deutsche Stadtplaner in der Nachkriegszeit überwiegend konzeptionslos ans Werk. „Der Glaube an die Zweckarchitektur unter Vernachlässigung eines durchdachten Konzeptes ließ eine Moderne entstehen, deren Ausdruckslosigkeit das Bild vieler Städte in den kommenden Jahren prägen sollte“.
Das Bombardement des Zweiten Weltkriegs hatte die Stadt Göttingen weitgehend verschont – die Bausünden der Nachkriegszeit aber kosteten die Stadt viel historische Bausubstanz. „Die Innenstadt Göttingens wird also nach und nach mit Geschäfts- und Bürohäusern durchsetzt und umbaut (eingemauert) und das wenige soziale Leben, das sich hier bisher abspielte, vordergründigen Kapitalinteressen geopfert ... Kann man in Göttingen unter den gegebenen Umständen überhaupt noch von einer Bauplanungskonzeption sprechen“, fragte etwa der Schriftsteller Wolfgang Bittner in der von ihm 1974 herausgegebenen Anthologie „Wem gehört die Stadt?“.
Moderne Bauten sollten den Weg zur Großstadt symbolisieren. Dafür wurden alte Gebäude geopfert. So am Weender Tor, wo für den Bau des Opelhauses und des Grotefend-Baus gründerzeitliche Wohnhäuser weichen mussten. Unter Protesten aus der Bevölkerung wurde wenige Jahre später unter anderem das aus der Frührenaissance stammende ehemalige Gasthaus zu den drei Lilien abgerissen, um der Städtischen Sparkasse den Bau ihrer Hauptstelle zu ermöglichen. Am Geismar Tor stand bereits seit Mitte der 50er Jahre das klotzig wirkende Kreishaus. Ende der 60er Jahre kam ein Volksbank-Neubau hinzu.
Am Albaniplatz wurde 1956 das Stadtparkgebäude abgerissen. Zwischen 1962 und 1964 entstand dort die Stadthalle. In der Innenstadt mussten zwischen 1956 bis 1965 mehrere Fachwerkhäuser, Putzbauten und das neubarocke Armbrusterhaus dem Karstadt-Neubau samt Erweiterungsbau weichen. Überall in Göttingen finden sich weitere Bauwerke des Jahrzehnts. Das Institut für den wissenschaftlichen Film etwa wurde 1961 eröffnet. 1965 entstand die Gewerbeschule am Ritterplan. Das Kaufhaus Kepa wurde 1969 am Markt gebaut.
Altes weicht Neuem: 1963 wird für den Sparkassen-Neubau alte Bausubstanz abgerissen.
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Im Jahr darauf wird am Hauptgebäude Richtfest gefeiert.
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Postkarte aus den 60er Jahren: Karstadt-Gebäude
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Geismartor: 1969 entsteht dort die Volksbank.
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1961: das Institut für den wissenschaftlichen Film.
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1964: Groner-Tor-Straße mit Sparkassen-Filiale.
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1965: die Gewerbeschule am Ritterplan.
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Wappen
Das älteste erhaltene Siegel der Stadt Göttingen stammt aus dem Jahr 1278 und dient als Vorlage für das Wappen. Der Löwe ist das Wappenbild der welfischen Herzöge und macht die ehemalige Zugehörigkeit Göttingens zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg deutlich. Durch die Türme und Mauern ist zu erkennen, dass Göttingen im Besitz der Stadtrechte war. Die Mauern werden durch einen silbern-weißen Bogen symbolisiert. Schwarz und Gold sind die Farben der Stadtflagge. Diese heute gültige Form wurde 1961 in der Hauptsatzung der Stadt festgelegt.
Stadtteile und Ortsteile von Göttingen
siehe: Liste der Stadtbezirke von Göttingen
Straßen in der Stadt Göttingen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Zu den Theatern in Göttingen gehören das Deutsche Theater, das Junge Theater und das Theater im OP (das Theater im OP hat seinen Namen durch seine ehemalige Funktion als Operationsaal des Universitätsklinikums). Außerdem gibt es das Göttinger Volkstheater, die Theatervereinigung Domino, das Figurentheater Gingganz, das Buchfink-Theater, das Theaterduo Stille Hunde und die Fusselbande. Es gibt vier Kinos in der Stadt, das Cinemaxx (1712 Sitze, neun Säle, das Sterntheater (722 Sitze, zwei Sälen), das Cinema und das Lumiére (144 Sitze). Großveranstaltungen finden entweder in der Stadthalle oder in der Lokhalle, im Otto-Hahn-Zentrum, ihren Platz. Von der Goetheallee zieht sich über Prinzen- und Theaterstraße durch das Ostviertel bis hinauf zum Bismarckturm der Planetenweg.
Neben dem Städtischen Museum gibt es unter anderem auch die Kunstsammlung der Universität, die Paulinerkirche das Bismarck-Häuschen am Wall und das Stadtarchiv.
Wahrzeichen der Stadt Göttingen ist das Gänseliesel am Markt. Unter jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die ihre Doktorprüfung bestanden haben, ist es Brauch, das Liesel zu küssen. Auf dem Markt ist auch das Alte Rathaus zu finden, das ab 1270 erbaut wurde und bis 1978 Sitz des Rates und der Verwaltung war. Mitten in der Göttinger Innenstadt zieht der Wilhelmsplatz, mit großem Aufwand restauriert, die Blicke der Touristen auf sich. Er wurde nach König Wilhelm IV. benannt, dem letzten gemeinsamen Herrscher von Großbritannien und Hannover (1830-1837). Auf der Südseite ist das von Ernst von Bandel entworfene Standbild des Königs zu sehen. Das von Wilhelm IV. gestiftete Aulagebäude bestimmt optisch die Nordseite. Der "Willi" ist ein beliebter Aufenthaltsplatz der Göttinger Jugend.
Stadtverwaltung
Kirchen
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| Klasse 4 der Grundschule
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Link zu weiteren Schulen
Spielplätze
Vereine
Göttingen und Musik
- In Göttingen hat sich auch eine lebhafte Bandszene etabliert. Auf eine Liste der Gruppen kann hier in der Kategorie Band zugegriffen werden.
- Monique Serf ("Barbara") schrieb und sang das Lied "Göttingen" 1964.
Göttinger Personen
Stadtbibliothek
Die Stadtbibliothek verfügt über eine Zentralbibliothek und sechs Zweigstellen mit insgesamt über 190.000 Medien.
Göttinger Firmen und ihre Tradition
Tourismus
Siehe: Portal: Tourismus in der Region Göttingen
Wer eine Unterkunft in Göttingen sucht, findet in der Kategorie:Hotel (Göttingen) Abhilfe.
Informationen zu Stadt und Ausflugsmöglichkeiten vor Ort sind in der Touristik-Information im Alten Rathaus in der Innenstadt erhältlich.
Flüge zu den nahegelegenen Flughäfen Kassel, Hannover oder Leipzig/Halle findet man beispielsweise bei Skycheck
Fahrräder in Göttingen
Siehe Fahrrad.
Medien
- BLICK (Anzeigenblatt am Mittwoch; wie GT aus dem Madsack-Konzern)
- NDR (Regionalstudio für tägliche Fernseh- und Hörfunkberichterstattung aus dem Raum Göttingen)
- Luftbilder von Göttingen gibt es hier
Zitate über Göttingen
Siehe Zitate über Göttingen
Weblinks
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