Göttinger Stadtwald

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wildschweingehege im Stadtwald

Der Göttinger Stadtwald ist ein Erholungsgebiet in Göttingen. Er ist seit 1997 Naturlandbetrieb. 2007 wurden der Göttinger Stadtwald und das Kerstlingeröder Feld als Naturschutzgebiet anerkannt. Im Göttinger Stadtwald ist unter anderem ein Wildschweingehege und der Bismarckturm zu finden.



2007 wurden die Stadtwald-Besucher befragt: Dazu Katharina Klocke im Göttinger Tageblatt vom 31.5.2007

Viele Stadtwaldbesucher würden sogar Eintritt zahlen

Forstwissenschaftler haben knapp 600 Bürger zum Thema Göttinger Stadtwald befragt

Ruhig, naturbelassen und gut erreichbar soll er sein, zu viele Besucher, Forstwirtschaft oder zerfahrene Wege werden hingegen als störend empfunden: Der Göttinger Wald steht im Mittelpunkt der Mai-Publikation des städtischen Fachdienstes Statistik und Wahlen.

Über 1600 Hektar Wald verfügt die Stadt Göttingen. Gute Voraussetzungen für Naturfreunde, Bewegungshungrige und Hundebesitzer, die zu den regelmäßigen Waldbesuchern gehören. Die Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Georg-August-Universität hat 2005 und 2006 an fünf Standorten Besucher gezählt und fast 600 Menschen, 52 Prozent davon Frauen, zum Thema Stadtwald befragt. Auf diese Erhebungen stützt sich die aktuelle Göttinger Statistik, zusammengefasst von Dr. Tobias Reeh und Christoph Riegert vom Institut für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz.

64 Prozent der interviewten Menschen stammten aus dem Stadtgebiet, 20 Prozent aus den größeren Umlandgemeinden, insbesondere Rosdorf und Bovenden. 59 Prozent der Besucher waren zum Wandern oder Spazierengehen in den Stadtwald gekommen, 24 Prozent zum Radfahren und elf Prozent zum Joggen. Nur zwei Prozent waren Reiter.

Laut Gesetzgebung erfüllt der Wald gleichrangig drei Aufgaben: Neben der Nutzfunktion (Holzgewinnung) die Schutzfunktion (für Klima, Fauna und Flora) sowie die Erholungsfunktion für den Menschen. Die Waldbesucher haben allerdings eine deutliche Rangfolge aufgestellt. Aus ihrer Sicht ist ihre Erholung die wichtigste Aufgabe des Waldes (38 Prozent), es folgen Natur- (28) und Klimaschutz (21). Nur fünf Prozent halten die Holzgewinnung für wichtiger.

Welche Eigenschaften schätzen die Besucher an "ihrem Wald"? Er sollte nah zum Wohnort liegen (89 Prozent finden das wichtig), Sichtschneisen und Ausblicke (83), Lichtungen (70) sowie ein Wegenetz (56) und Informationsangebote (55) bieten. Weniger wichtig sind den Göttingern Grillplätze (zehn Prozent), und Bänke (39). 84 Prozent der Waldbesucher stört die Forstwirtschaft laut Umfrage nicht. Bei 13 Prozent ist das anders: Sie fühlen sich durch Maschinenlärm (51 Prozent) und Wegsperrungen (21) beeinträchtigt. Um den Wald zu erhalten, würden viele Besucher sogar Eintritt bezahlen. Die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft liegt bei rund 64 Euro für eine Jahres- und 2,99 Euro für eine Tageskarte. Für immerhin 61 Prozent der Befragten ist der wöchentliche oder tägliche Waldbesuch.