Göttinger Unruhen

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Zu den Göttinger Unruhen kam es 1831.

Entstehung

Der Wiener Kongress hatte 1815 die alte Ordnung der Monarchien und Adelsvorrechte wiederhergestellt, mit den Karlsbader Beschlüssen 1819 wurde ein Spitzelsystem etabliert, mit dem die Verbreitung allzu liberalen Gedankenguts verhindert werden sollte.

Doch die Ideen der Aufklärung und der Wunsch nach mehr bürgerlichen Rechten lebten weiter. Und als in Paris 1830 die Julirevolution ausbricht, schwappen die Unruhen auch nach Deutschland und dort auch nach Göttingen.

Als in Braunschweig die Bürger gegen Herzog Karl II. rebellierten und das Schloss niederbrannten, regte sich im Königreich Hannover Widerstand gegen die Obrigkeit auch in Göttingen. So kursierte etwa eine gegen Tyrannen gerichtete „Göttinger Hymne“, in der es heißt: „Die Völker fordern ihre Rechte aus Eurer Räuberhand zurück; sie sind nicht mehr der Fürsten Knechte, sie schaffen sich nun selbst ihr Glück.“

In Göttingen schließen sich junge Privatdozenten der juristischen Fakultät und Anwälte zusammen, um ihrer Kritik an den herrschenden Zuständen – dazu zählten auch steigende Nahrungsmittelpreise – Ausdruck zu verleihen. Die Juristen, darunter Johann Ernst Hermann von Rauschenplat, organisieren schließlich ein Bürgeraufgebot, das das Rathaus besetzt und den Magistrat entmachtet. Rauschenplat spricht begeistert über Freiheit und Gleichheit. Eine Bürgergarde wird gebildet. Das alles wollte sich die Regierung in Hannover nicht bieten lassen. Sie mobilisierte die Armee unter Generalmajor Louis von dem Bussche. An den Toren der Stadt werden Barrikaden errichtet. Doch die offensichtliche militärische Überlegenheit der Regierungstruppen führt dazu, dass sich die Stadt kampflos unterwirft. Die Rädelsführer der Unruhen wurden verhaftet oder flohen, und die Stadt gab sich wieder ganz brav. Doch sechs Jahre später gibt es einen neuen Protest: den der Göttinger Sieben.