Geismar

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Wappen von Geismar

Geismar ist ein Ortsteil der Stadt Göttingen in Niedersachsen.

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung Geismars findet sich im Jahre 1055. Die Kirche, bis dahin Mutterkirche im südlichen Leinetal, wurde im Zuge einer Neuorganisation im Erzbistum Mainz dem Peterstift Nörten als Sedis- und Sendkirche unterstellt. Archäologische Funde dokumentieren, dass auf dem Areal des heutigen Geismar bereits um 4000 v. Chr. Menschen lebten. Die erste feste Siedlung aus der Zeit zwischen 800 bis 400 v. Chr. Zeit wurde im Bereich der Steinmetzkurve gefunden. Ab etwa 800 n Chr. wird die Existenz des Junkernhofes datiert.

Seinen Namen erhielt Geismar vermutlich in den ersten vier Jahrhunderten n. Chr. Die Bedeutung leitete Jacob Grimm von „Geis“ (sprudelnde Quelle) und „mar“ (sumpfiges Gebiet) ab. Bei der Christianisierung des südlichen Leinetals um das Jahr 800 kam Geismar eine besondere Rolle zu. So wird von einem Gottesplatz am Standort von St. Martin ausgegangen.

Zwei wesentliche Eckpfeiler in der Geschichte Geismars zeigt das Gemeindewappen von 1937: Das halbe Kurmainzer Rad versinnbildlicht die bis ins 14. Jahrhundert dauernde Zugehörigkeit zu dem Kurfürstentum. Der Keilerkopf steht für das Geschlecht derer von Hardenberg, die von 1326 bis in das 19. Jahrhundert mit knapp 100-jähriger Unterbrechung als Lehnsherren und somit auch Patronatsherren der Kirche auftreten.

Historische Postkarte

Die Herrschaft der Hardenberger war von einigen Streitigkeiten mit der Bauernschaft gekennzeichnet. Den Versuchen, Dienste und Abgaben zu mehren, traten Bauernmeister unerschrocken entgegen. 1604 erbauen die Geismaraner erstmals ein eigenes Rathaus, das auch die Schule beherbergte. Nachdem der 30-jährige Krieg vorbei war, zudem die protestantische Vorherrschaft gesichert, wuchs Geismar rapide. 1664 zählte der Ort 83 Haushalte und 1725 bereits 129 mit 478 Einwohnern.

1743 wird der Neubau der jetzige Martinskirche auf dem Grund ihrer Vorgängerkirche fertiggestellt. Nach 1830 setzt der Prozess ein, der eine demokratische Gemeindeverfassung einleitet. Die Rechte des Gerichtes Geismar werden endgültig an die Landesherrschaft abgetreten, die Ländereien des Gutes verteilt, Dienstpflichten, Abgaben und das Patrimonialgericht aufgehoben.

1885 wurde der Landkreis Göttingen gegründet, dem auch Geismar angehört. 1896 erhält der Ort einen Zuganschluss an die Gartetalbahn, ab 1900 finden sich erste Wasser- und Gasleitungen. Die Siedlung in Treuenhagen entsteht, 1939 leben 3200 Einwohner in Geismar. Mit der Eingemeindung endet die Selbstständigkeit 1964.

Gasthaus zum urfidelen Winkel

Seit dem Ende der 1990er Jahre ist auf den zu Geismar gehörenden Zietenterrassen nach Räumung der dortigen Bundeswehrkaserne ein großes Neubaugebiet entstanden. Übergangsweise befanden sich in den Kasernengebäuden Bandproberäume, unter anderem der Guano Apes, sowie ein Asylbewerberheim. Seit dem Jahr 2000 werden die Freiflächen des Geländes für hochwertigere Wohnimmobilien und Nahversorgungszentren umgestaltet. Die Kasernengebäude sind größtenteils renoviert worden. Mittlerweile zählt das ehemalige Bauerndorf Geismar 17500 Einwohner.

Im Ortskern von Geismar ist auch das Museum am Thie zu finden.

Verwaltung

Ortsbürgermeister Geismars ist Horst Wattenberg (SPD).

Literatur

950 Jahre Geismar. Geschichte & Geschichten, hrsg. von Vera Lenz und Karl Semmelroggen, Mecke Druck und Verlag Duderstadt 2005.

Vereine

Unter anderem sind mit RSV Geismar 05 und SC Hainberg zwei höher klassig spielende Fußballmannschaften zu verzeichnen.

Siehe auch