Georg Daniel Heumann

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Göttingen 1747 im Stich von Heumann

Georg Daniel Heumann (1691 - 1759) war ein Kupferstecher. Er wurde 1740 vom hannoverschen Staatsminister Gerlach Adolph Freiherr von Münchhausen nach nach Göttingen geholt und als Universitätskupferstecher verpflichtet. Einige seiner Stiche sind dauerhaft als Vergrößerungen im Stadtarchiv Göttingen ausgestellt.




Der Nürnberger Kupferstecher Georg Daniel Heumann trat im Jahre 1740 als Königlicher Hof- und Universitäts-Kupferstecher in die Dienste der Georg-August-Universität. Von Michaelis 1740 an wurden ihm jährlich 100 Taler Gehalt, zu seiner Hausmiete auf drei Jahre jährlich 20 Taler sowie ein „Douceur“ (Trinkgeld) von 200 Talern für seinen Anzug gezahlt. Von besonderer Bedeutung für die Geschichte der Universitätsstadt Göttingen – sowohl aus künstlerischer als auch historisch-topographischer Sicht – ist das von Heumann im Jahre 1747 fertiggestellte, 12 Blätter in Querfolio umfassende Werk mit dem Titel: „Wahre Abbildung der Königl. Groß-Britan. und Churfürstl. Braunschw. Lüneb. Stadt Göttingen. Ihrer Grund-Lage, Äusserl. und Innerlicher Prospecte und der zur Georg Augustus Universitaet gehörigen Gebäude.“ Für Albrecht von Haller fertigte er Darstellungen von Pflanzen.

Der Universitätskupferstecher Georg Daniel Heumann (16911759) schuf im Jahre 1744 eine Reihe Kupferstiche, die den zur Zeit der Universitätsgründung in Göttingen florierenden Straßenhandel mit „Kram- und Hökerwaren“ bildhaft in Szene setzen. Im Mittelpunkt des „Göttingischen Ausruffs“ stehen Hausierer/innen und Wanderhändler/innen aus dem Göttinger Raum, die durch ihr Warenangebot das Straßenleben der jungen Universitätsstadt auf vielfältige Weise bereicherten. In der gesellschaftlichen Hierarchie waren sie wegen ihres unsteten Wanderdaseins eher im unteren sozialen Bereich anzusiedeln. Durch die detailgetreue Wiedergabe der Beobachtungen hat der Kupferstecher Heumann ein Werk geschaffen, dem ein hoher Quellenwert für die Sozialgeschichte bzw. für das Alltagsleben im Göttingen des 18. Jahrhunderts zugebilligt werden kann. Besonders hervorzuheben ist, dass der Künstler die Göttinger Ausrufer in ihrer eigenen niederdeutschen Mundart – dem Göttinger Platt - zu uns sprechen lässt. Die Originale befinden sich im Besitz der Kunstbibliothek Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz.