Gieboldehausen

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Infobox

Gieboldehausen
Wappen Samtgemeinde Gieboldehausen.png
Wappen der Samtgemeinde Gieboldehausen
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Schulen:
Einwohner: 4131 (Stand: 31. Dez. 2004)
Postleitzahl: 37434
Vorwahl: 05528
Kfz-Kennzeichen:
Bürgermeister: Norbert Leineweber (CDU)
Website: Flecken Gieboldehausen im Internet

Gieboldehausen ist ein Flecken und Sitz der Samtgemeinde Gieboldehausen im Landkreis Göttingen in Südniedersachsen. Gieboldehausen liegt am nördlichen Rand des Eichsfelds beziehungsweise am südlichen Rand des Rotenberges. Es befindet sich etwa 25 Kilometer im Nord-Osten von Göttingen an der Bundesstraße 27.

Personen und Organisationen

Kirche

Sankt Laurentius

Gustav-Adolf-Kirche

Hotels

Hotel Niedersachsenhof

Orte

Zur Samtgemeinde Gieboldehausen gehören seit 1971 beziehungsweise 1973 die Ortschaften:

  • Gieboldehausen (Flecken Gieboldehausen)


Geschichte

Luftbild aus den 50er Jahren: Am Schlosshof stehen noch Wirtschaftsgebäude, auf der Hahlestraße laufen Gänse.

Gieboldehausen wird erstmalig am 25. Mai 1003 erwähnt, als König Heinrich II. an diesem Ort eine Urkunde für den Hamburger Erzbischof ausstellte. Zwei vom Stift Gandersheim vorgenommene Besitzbestätigungen für die Kirche St. Laurentius in Gieboldehausen von 1256 und 1324 enthalten eine Gründungssage der Kirche, wonach im 9. oder 10. Jahrhundert ein Graf Biso seine Burg in Gieboldehausen und weitere Besitzungen dem Gandersheimer Stift zur Errichtung einer Kirche überlassen hatte. Aufgrund dieser Sage und der seit dem 14. Jahrhundert urkundlich bezeugten Bedeutung des Ortes als Mittelpunkt eines Amtes läßt sich annehmen, daß es in Gieboldehausen schon im 10. Jahrhundert eine Burg gab, die man sich jedoch nicht zu anspruchsvoll als befestigten Platz vorzustellen hat. Für das Jahr 1291 ist die Zerstörung der Burg in Gieboldehausen durch den Hildesheimer Bischof erwähnt. Im Jahr 1315 werden erstmals Amtleute namentlich genannt; damit ist der Ort als Verwaltungsmittelpunkt auch urkundlich bezeugt. Zu dieser Zeit gehörte Gieboldehausen zum Territorium der Braunschweiger Herzöge, die das Amt 1342 an den Mainzer Erzbischof verkauften. Der Ort verblieb über 450 Jahr unter Mainzer Herrschaft, kam nach kurzem preußischen und napoleonischen Zwischenspiel durch die 1815 getroffene Neuregelung an Hannover und 1865 schließlich an Preußen. Während dieser Jahrhunderte nahm Gieboldehausen unter den umliegenden Dörfern als Amts- und Gerichtssitz eine besondere Stellung ein, die sich auch darin ausdrückt, daß der Ort seit 1450 in den Quellen als Flecken bezeichnet wird, der mit Markt- und Braugerechtigkeiten ausgestattet war. Der spätestens seit dem 14. Jahrhundert an der Rhume gelegene befestigte Amtshof war von einem Wassergraben umschlossen. Noch heute ist die alte Platzanlage im Ortsbild gut zu erkennen. Zur Sicherung des Amtsortes dienten auch die Burgsitze, von denen sich das heute als Schloß bezeichnete ‘Haus auf dem Wall’ erhalten hat. Zum Amt Gieboldehausen gehörten die Dörfer Bernshausen, Bodensee, Krebeck, Obernfeld, Rhumspringe, Rollshausen, Rüdershausen, Seeburg und Wollbrandshausen, seit 1525 auch Desingerode, Esplingerode, Germershausen, Seulingen und Werxhausen. Im Jahr 1885 verlor der Flecken seine Bedeutung als Amtssitz an Duderstadt; lediglich das Amtsgericht verblieb bis 1932 in Gieboldehausen. Die alten Strukturen wurden zu neuem Leben erweckt mit der Gründung der Samtgemeinde Gieboldehausen im Jahr 1971, der neun der zum Kernbestand der alten Amtsdörfer zählenden Orte angehören. Gieboldehausen war in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts immer wieder von Einquartierungen, Kontributionen und Plünderungen betroffen, die den wirtschaftlich schwachen Ort noch ärmer machten. Hinzu kamen ständige Hochwasser durch die Lage zwischen Rhume und Hahle sowie große Brände – die schlimmsten in den Jahren 1694, 1712 und 1850 vernichteten ganze Ortsteile. 1850 wurde Gieboldehausen von einer Choleraepidemie heimgesucht, die als eine der schwersten im Deutschen Reich galt. Auch in der Zeit der Industrialisierung blieb der Ort rein landwirtschaftlich geprägt. Jahrhundertelange Erbteilung hatte zur Zerstückelung des Besitzes geführt und veranlaßte nun viele Einwohner, als Wanderarbeiter ein zusätzliches Einkommen in der Fremde zu verdienen. Die Ansiedlung von Gewerbebetrieben erfolgte von wenigen Ausnahmen abgesehen erst seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich der Ortes – nicht zuletzt dank der als Modellprojekt begonnenen Ortssanierung – von einem rückständigen Dorf zu einer modernen Gemeinde gewandelt. Ein großer Verdienst der Ortssanierung ist es, daß dabei der historische Ortkern trotz gewisser Eingriffe erhalten geblieben ist.

Wappen

Das Wappen der Samtgemeinde Gieboldehausen wird von einem Giebel geteilt. Die obere Hälfte ist in Silber hinterlegt, darunter findet sich eine goldene Madonna mit einem Zepter in der Hand auf rotem Grund und ein sechsspeichiges Mainzer Rad auf blauem Grund.

Der Kopfhainbuchenwald

Den Kopfhainbuchenwald von landesweiter Bedeutung bilden rund 1800 über 22 Jahre alte knorrige Hainbuchen, für deren Erhalt sich der Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen einsetzt.

Schloss Gieboldehausen

Der heute als ‘Schloß’ bezeichnete ehemalige Burgsitz trug früher den Namen ‘Haus auf dem Wall’. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Jahr 1976 war er Eigentum der Familie von Minnigerode. Bis zur Ortssanierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das herrschaftliche Haus von verschiedenen Wirtschaftsgebäuden umgeben. Das Torhaus wurde zusammen mit anderen Teilen des Wirtschaftshofes 1975 abgebrochen. Heute gehört das ‘Schloß’ der Gemeinde Gieboldehausen und wird nach einer grundlegenden Renovierung in den Jahren 1987/88 als Standesamt und für unterschiedliche kulturelle Zwecke genutzt. Das Anwesen wurde wahrscheinlich im Jahr 1502 von dem damaligen Burgmann und späteren Amtmann Hans von Minnigerode d. J. erworben, der das Gebäude nach 1520 in seiner heutigen Form errichten ließ. Dabei wurde der zweistöckige steinerne Vorgängerbau mit zwei Fachwerkgeschossen aufgestockt. Ob das ehemalige Erdgeschoß zu dieser Zeit durch Anhebung des Geländeniveaus bereits zum Keller umfunktioniert war oder dies erst im Zuge der Baumaßnahmen erfolgte, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Als Vorgängerbau des heutigen Schlosses haben archäologische Untersuchungen einen zweistöckigen Steinbau mit quadratischem Turm an der Nordwestecke ergeben, als dessen Vorgänger wiederum eine von Wasser umgebene hochmittelalterliche Motte (Niederungsburg) vermutet wird.

Rhumemühle in Gieboldehausen

Die "Churmainzisch herrschaftliche Mühle" an der Rhume wurde 1436 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Hundert Jahre später wird von einem Verfall der Mühle berichtet. 1537 wurde sie neu aufgebaut. 1712 wurde die Mühle durch einen Großbrand zerstört und bereits im gleichen Jahr wieder aufgebaut. 1984 wurde Hella Kuhlmann aus Berlin Eigentümerin des gesamten Areals. Die Gebäude wurden teiweise umgebaut und ein Ferienheim für Berliner Kinder eingerichtet.

Vereine

Links

Flecken Gieboldehausen im Internet

Samtgemeinde Gieboldehausen im Internet