Golfplatz Geismar

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Bauverwaltung und die städtische Sport und Freizeit GmbH schmieden Pläne für einen 70 Hektar großen Golfplatz südlich von Geismar. Ein Grundstückstauschgeschäft zwischen Stadt und Firmen-Tochter wurde am Donnerstag ohne öffentliche Debatte im Finanzausschuss einstimmig abgesegnet.

Pläne für einen Golfplatz in Göttingen werden offenbar wieder aktuell. Nach Überlegungen Anfang der 90er Jahre für einen Platzbau auf dem Kerstlingeröder Feld, das jetzt unter Naturschutz steht, werden jetzt Ackerflächen in der Geismarer Feldmark ins Auge gefasst. Es geht um 70 Hektar – fast 100 Fußballfelder – südlich der Duderstädter Straße an der Grenze zur Gemeinde Gleichen bis südlich der Diemardener Warte. Derzeit wird ein Grundstückstausch zwischen Stadt und Freizeit GmbH eingefädelt – „zum Beispiel zur Anlage eines Golfplatzes“, wie es in einer Verwaltungsvorlage heißt. Die Freizeit GmbH gibt das alte Stadtbad-Areal in der Innenstadt, das noch in ihren Büchern steht, an die Stadt zurück. Im Gegenzug erhält die GmbH vorerst 3,3 Hektar und möglichst bis Ende 2010 weitere Flächen. Einschließlich der ehemaligen Bau- und Bodendeponie, deren Fläche die GmbH pachten kann, wären das rund 70 Hektar. Die Stadt, der die Flächen zum großen Teil gehören und die an Landwirte verpachtet sind, bringt die Grundstücke als Eigenkapital in die Gesellschaft ein. Sollten sich die Pläne nicht realisieren lassen, verpflichtet sich die Stadt zum Rückkauf zum Preis von 2,66 Euro je Quadratmeter und einem zusätzlichen Betrag in Höhe von 600000 Euro. Da sich noch kein Investor gefunden hat, der bereit war, eine ordentliche Summe für das Stadtbad-Areal zu zahlen, einigte sich der Aufsichtsrat auf diese Summe. Ein Golfplatz wäre eine denkbare Möglichkeit, sagte der Geschäftsführer der Freizeit GmbH, Alexander Frey, gestern auf Anfrage. „Aber so weit sind wir noch nicht.“ Der Bereich sei eine interessante Fläche für einen Golfplatz, so Frey, „wir sind keine Ackerbauern“. Konkrete Pläne gebe es noch nicht, auch die baurechtlichen Rahmenbedingungen müssten erst abgestimmt werden. Falls ein Platz angelegt werden sollte, versichert Frey, würde der Bereich weiterhin öffentlich zugänglich und erlebbar bleiben. Bedenken gegen einen weiteren Verbrauch guter landwirtschaftlicher Nutzfläche gibt es in der Landwirtschaft – „egal ob Golfplatz oder Autobahn“, so Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. In der Gesellschafterversammlung der Freizeit GmbH soll die Vertretung der Stadt entsprechend des Verwaltungsvorschlags abstimmen. Das billigte jedenfalls der Finanzausschuss am Donnerstagabend einstimmig – ohne Diskussion.


Quelle: Göttinger Tageblatt, 27.02.2009, von Gerald Kräft