Gottfried Benn

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Gottfried Benns Lyrik und frühe Prosa zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen des Expressionismus. Im Frühjahr 1935 ging er als Militärarzt zur Wehrmacht. Am 7. Mai 1936 erschien im SS-Blatt „Das Schwarze Korps“ ein vernichtender Artikel über Benn, der seine Dichtung als „widernatürliche Schweinereien“ brandmarkte. Am 14. Mai 1936 schrieb er in einem Brief an Tilly Wedekind über seinen Besuch in Göttingen:

“Gestern Dienstreise nach Göttingen. Das Schwarze Korps hängt ja jetzt überall in Kästen aus u. wird viel gelesen. Ich hatte in der Göttg. Universität zu tun, da hing es, es war gerade Pause u. die Studenten standen alle es lesend herum. Hätten sie geahnt, wie nahe ihnen der Teufel in Person stand, sie hätten eine Kerze angezündet. Der Flieder blühte überall, es war reizend, eine nette kleine Universitätsstadt... .“ Gottfried Benn, Göttinger Vademecum