Gottfried Jungmichel

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Gottfried Jungmichel, gemalt von Hanning

Gottfried Georg Gustav Jungmichel ist am 1. Mai 1902 in Spantekow in Mecklenburg-Vorpommern geboren worden und am 2. Februar 1981 in Göttingen gestorben. Er war ein deutscher Arzt, Hochschullehrer, Politiker (FDP) und von 1956 bis 1966 Oberbürgermeister von Göttingen.


Leben

Nach bestandenem Abitur hat Jungmichel an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald Medizin studiert. Promiviert hat er 1927. Anschließend hat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter (Gerichtsmediziner) von 1929 bis 1934 an der Universität Greifswald gearbeitet. Dann kam er nach Göttingen und war hier von 1938 bis 1945 Professor für Rechtsmedizin an der Georg-August-Universität Göttingen. Im Zweiten Weltkrieg hatte er die Aufgabe bei Unfällen von Wehrpflichtigen festzustellen ob es sich tatsächlich um einen Unfall oder Selbstverstümmelung handelt. Jungmichel war bis 1952 Mitglied in der NSDAP, weswegen er nach dem Krieg vom Dienst an der Universität suspendiert wurde.

Nach seiner Suspendierung bekam er an der Göttinger Universität einen Lehrstuhl als Professor für Versicherungsmedizin.

Jungmichel war Mitglied in zahlreichen Nationalsozialistischen Organisationen, unter anderem der SA-Brigade 10, der NSDAP und dem Nationalsozialistischen Ärztebund. Im Zuge eines Entnazifizierungsverfahren wurde er 1948 schließlich als entlastet eingestuft.

Nach 1945 war er Mitglied der FDP. Von 1956 bis 1976 war Jungmichel Göttinger Ratsmitglied. Im Jahr 1959 wurde er in den Niedersächsischen Landtag gewählt.


Ehrungen

Das Große Verdienstkreuz wurde Jungmichel 1972 verliehen, am 30. April 1977 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Göttingen verliehen. 2001 sollte ihm die Ehrenbürgerschaft auf Antrag der Grünen aberkannt werden, dem Antrag wurde aber nicht stattgegeben.