Großbrand in Northeim (16. November 2009)

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Feuerwehreinsatz beim Großbrand

Ausgelöst durch eine Gasexplosion kam es am 16. November 2009 zu einem Großbrand am Rande der Northeimer Innenstadt. Wie sich am Folgetag des Brandes herausstellte, wurde dabei eine Person getötet, die zunächst als vermisst galt. Der Sachschaden betrug rund 300000 Euro. Es handelt sich bei dem Brand um den dritten Großbrand in Northeim im Jahr 2009.

Bericht des Göttinger Tageblattes am 17. November 2009

67-Jährige nach Explosion in Northeimer Wohnhaus vermisst

Bei einer heftigen Gasexplosion in einem Mehrfamilienhaus am Rande der Innenstadt von Northeim sind am Montagnachmittag mindestens drei Hausbewohner schwer verletzt worden. Eine 67-Jährige wird noch immer vermisst.

Ein 50-jähriger Mann wurde mit schweren Brandverletzungen in die Medizinische Hochschule Hannover gebracht. Ein Ehepaar – ein 51-jähriger Mann und seine 62-jährige Frau – kam mit Rauchvergiftungen ins Northeimer Krankenhaus. Noch ungewiss ist das Schicksal einer 67-jährigen Frau, die das Dachgeschoss bewohnte. Sie galt bis zum Abend als vermisst. Das Haus brannte vollständig aus, auch angrenzende Häuser und Fahrzeuge wurden durch die verheerende Detonation beschädigt. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 600 000 Euro. Die Ursache für die Explosion ist noch unklar.

Die 67-jährige Bewohnerin könnte in ihrer Wohnung von herabstürzenden Deckenteilen begraben worden sein. Weil das Gebäude einsturzgefährdet ist, konnte es bis in die Nacht hinein nicht betreten werden. Eine Spezialfirma aus Remscheid sowie das Technische Hilfswerk begannen in der Nacht mit der Sicherung. Ein 80-Tonnen-Kran soll das Haus abstützen. Die Arbeiten würden sich voraussichtlich bis in die Morgenstunden hinziehen, sagte der Northeimer Kreisbrandmeister Bernd Kühle.

Eine gewaltige Detonation hatte die Innenstadt um 13.33 Uhr erschüttert. Der ohrenbetäubende Knall war weithin zu hören. Der mittlere Gebäudeteil eines zweistöckigen Eckhauses wurde durch die Wucht der Explosion zerstört und stand sofort in Flammen. Teile der Decken waren eingestürzt, das Dach abgehoben, weitere Gebäudeteile schwer beschädigt. Selbst im Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatten herumfliegende Trümmerteile mehrere Fenster eingeschlagen.

Das Unglück ereignete sich in dem Eckgebäude an Friedrich-Ebert-Wall und Breiter Weg. Die Ursache ist bisher unbekannt. Die Feuerwehr hat jedoch mit Spezialgeräten Gas aufgespürt, sodass sie von einer Gasexplosion ausgeht. Diese sei aber offensichtlich nicht von dem derzeit leer stehenden Dönerimbiss im rechten Gebäudeteil ausgegangen.

Mindestens drei Menschen befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion im Haus. Fest stehe bislang nur, dass sich die Detonation im Erdgeschoss des Dreifamilienhauses ereignete, sagte Polizeisprecher Uwe Falkenhain. Dort wohnte auch der 50-jährige Mann, der die schwersten Verletzungen erlitt. Unmittelbar nach der Explosion schlugen dort die Flammen aus den Fenstern. Zunächst waren zwei Bewohner vermisst worden. Ein 53 Jahre alter Mann meldete sich bei der Polizei. Er war einkaufen gewesen.

Bericht des Göttinger Tageblattes am 18. November 2009

Feuerwehr birgt Leichnam aus Brandruine

Seit Dienstag, 17. November, 9.30 Uhr, ist es schreckliche Gewissheit: Bei der Explosion eines Mehrfamilienhauses am Rande der Northeimer Innenstadt starb ein Mensch.

Die Feuerwehr barg am Dienstagmorgen bei Nachlöscharbeiten einen Leichnam, der teils unter herabgestürzten Trümmern des zerstörten Daches begraben war. Vermutlich handelt es sich um die sterblichen Überreste der 67 Jahre alten Bewohnerin des Dachgeschosses, die nach wie vor vermisst worden war. Klarheit soll eine Obduktion des Leichnams in der Rechtsmedizin der Universität Göttingen erbringen.

Die ganze Nacht über hatten die Feuerwehr und spezialisierte Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) nach der verheerenden Explosion versucht, das vom Einsturz gefährdete Backsteingebäude soweit zu sichern, dass es gefahrlos betreten werden konnte, um nach mutmaßlichen Opfern zu suchen. Spezialkräfte des THW aus Remscheid stützten mit hohem Materialaufwand die Außenwände und verhinderten, dass der marode Schornstein in die Brandruine einbrach.

Gasflaschen gefunden

Das zerstörte Gebäude war noch längst nicht zum Betreten freigegeben, als am Morgen erneut Flammen aufloderten. Mehrfach schon hatten in der Nacht über Drehleitern Glutnester abgelöscht werden müssen. Diesmal brannte es im Dachgeschoss. Als Feuerwehrleute löschten, machten sie jetzt bei Tageslicht eine grausige Entdeckung: Halb verdeckt durch Trümmer lag ein Leichnam im Dachgeschoss. Ebenfalls gefunden wurden inzwischen zwei Zwölf-Kilo-Gasflaschen. Sie lagen in der Wohnung des am schwersten verletzten Mieters aus dem Erdgeschoss, der in Hannover in der Medizinischen Hochschule um sein Leben kämpft. Die Polizei hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Brandstiftung aufgenommen. Die Hausruine bleibt als Tatort beschlagnahmt.


Quellen

  • Jürgen Gückel und Heidi Niemann, 67-Jährige nach Explosion in Northeimer Wohnhaus vermisst, Göttinger Tageblatt, 17. November 2009
  • Jürgen Gückel, Feuerwehr birgt Leichnam aus Brandruine, Göttinger Tageblatt, 18. November 2009

Geschichte der Großbrände in Northeim