Großbrand in Northeim (6. April 2009)

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Feuer in Northeim

Bei einem Großbrand in der Northeimer Innenstadt sind am 6.4.2009 acht Fachwerkhäuser niedergebrannt oder stark beschädigt worden. Eine Anwohnerin musste mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Während des Einsatzes zog sich ein Feuerwehrmann einen Rippenbruch, ein weiterer eine Rauchgasvergiftung zu. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

GT-Artikel zum Brand

Großbrand: Vier Verletzte, acht beschädigte Häuser

Eine verletzte Mieterin, elf obdachlos gewordene Bewohner, drei verletzte Feuerwehrleute und ein Schaden, der in die Millionen geht. Das ist die Bilanz eines Großbrandes in der Northeimer Altstadt, wo am Montagmorgen drei Fachwerkgebäude vollständig zerstört und fünf weitere durch Feuer, Rauch und Löschwasser teils schwer beschädigt wurden.

6.13 Uhr in der Oberen Straße. Gerade geht die Sonne hinter der Stadtmauer auf. Gleich danach verdunkelt ich der Himmel über der Innenstadt wieder – durch Rauch. Ein Anwohner hat Flammen in einer Garage gegenüber der Mauer am Wall entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Als die eintrifft, steht nicht nur das Fachwerkgebäude mit der Garage in Flammen. Diese haben auch auf eine daneben liegende Werkstatt übergegriffen und über den bebauten Hinterhof auf ein weiteres Gebäude in der Hagenstraße übergeschlagen. Großalarm wird ausgelöst, auch die Berufsfeuerwehr Göttingen wird gerufen.

Zwei Kilometer Löschleitung

Gegen 8.45 Uhr melden die rund 150 Feuerwehrleute das Feuer unter Kontrolle. Einen regelrechten Wasserriegel rund um die in Flammen stehenden drei Gebäude musste gelegt werden. Um die Wasserversorgung der Stadt nicht zusammenbrechen zu lassen, legen freiwillige Wehren gut zwei Kilometer Schlauchleitung quer durch die Innenstadt vom Rhumekanal bis zur Brandstelle. Fünf Nachbarhäuser werden durch Rauch und Löschwasser schwer geschädigt. Gegen Mittag steht fest: Drei Häuser sind nicht mehr zu retten. Das Technische Hilfswerk hat schon begonnen, sie einzureißen. Der Rest ist vom Einsturz gefährdet. Deshalb können Brandexperten noch nicht in die Garage, von der das Feuer ausging. Die Brandursache ist völlig unklar. Drei Feuerwehrleute wurden verletzt und erlitten einen Rippenbruch, einen ausgeschlagenen Zahn und eine Rauchgasvergiftung. Die restlichen Kollegen, viele im schweren Atemschutz, andere nach stundenlangem Kampf von den drei eingesetzten Drehleitern, werden mit Verpflegung versorgt. Auf mehr als 200 Freiwillige ist die Zahl der Helfer inzwischen angestiegen. Die einsturzgefährdeten Ruinen so abzustützen, dass Brandexperten ihre Arbeit beginnen können, steht den Feuerwehrleuten noch bevor.

„Jetzt auf Nächstenliebe angewiesen“

Elf Menschen sind durch das Großfeuer in der Northeimer Altstadt obdachlos geworden. Das Ordnungsamt sowie freiwillige Helfer des Roten Kreuzes kümmerten sich um sie. „Sie sind jetzt auf Nächstenliebe angewiesen“, sagt Heinz-Dieter Wieprecht, „aber wir stehen im Hintergrund und kümmern uns, wenn Unterkunft benötigt wird.“ Der Leiter des Fachbereichs Recht und Bürgerdienste – früher hieß das Ordnungsamt – hat den Familien, die von dem Feuer betroffen sind, Hilfe angeboten. Elf Menschen verloren ihre Wohnungen, darunter jene 35-jährige Frau, die mit Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Alle anderen Bewohner der vier ausgebrannten Fachwerkhäuser entkamen den Flammen unverletzt. Während zwei Familien mit zusammen acht Mitgliedern jeweils bei Verwandten vorübergehend Ünterkunft erhielten, kümmerte sich das Deutsche Rote Kreuz (DRK) um zwei ältere Frauen. Eine der Seniorinnen konnte nach kurzem Aufenthalt im Gebäude des DRK ebenfalls bei Bekannten unterkommen. Eine weitere ältere Dame fand Unterkunft in der Kurzzeitpflege eines Seniorenheims, wo sie von der zu Hilfe gerufenen Pflegerin, die sie bisher schon betreute, unterstützt wird. Mit 26 Einsatzkräften war das DRK nach dem Großbrand im Einsatz. Zusammen mit den Johannitern, so Bereitschaftsleiter Frank Beckmann, wurde der Schutz der Feuerwehrleute garantiert. Einige der Kameraden mussten mit kleineren Verletzungen versorgt werden. „Nichts Dramatisches“, sagt Beckmann. Erst später stellte sich heraus, dass wohl doch einer der Feuerwehrleute einen Rippenbruch erlitten hat. Insgesamt könne das DRK im Katastrophenfall bis zu 500 Menschen versorgen, sagt Beckmann.

Polizei sucht nach Ursache für Großfeuer in Northeim

Nach dem Großfeuer in der Northeimer Altstadt am Montag hat die Polizei am Dienstag die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen. Zusammen mit einem Gutachter hätten Beamte am Vormittag erstmals den Brandort betreten.

Nach den bisherigen Erkenntnissen war das Feuer am frühen Montagmorgen aus noch unbekannten Gründen in einer Garage ausgebrochen. Von dort sprangen die Flammen rasch auf benachbarte Gebäude über. Acht Häuser wurden zerstört oder beschädigt, eine Frau und zwei Feuerwehrleute erlitten Verletzungen, rund 30 Menschen verloren ihr Obdach. Der Schaden beläuft sich den Angaben zufolge auf weit mehr als eine Million Euro. Eine Baufirma und das Technische Hilfswerk hatten bis in die Nacht hinein Wände und Giebel von einsturzgefährdeten Häusern abgestützt. Neue Brände seien nicht aufgeflammt, hieß es

Technischer Defekt soll Feuer ausgelöst haben

Großbrand in der Northeimer Innenstadt

Die Polizei schließt vorsätzliche Brandstiftung als Ursache für den Großbrand in der Northeimer Innenstadt am Montag, 6. April, aus. Wie die Polizei am Donnerstagmittag mitteilte, gehen die Ermittler davon aus, dass das Feuer durch einen technischen Defekt entstanden ist.

Genaueres gab die Polizei nicht bekannt. Der genaue Entstehungsort des Brandes sei aber durch die Ermittlungen der Northeimer Polizei und hinzugezogener Sachverständiger lokalisiert worden. Die Ermittler haben ihn in der hinteren rechten Ecke der Garage in der Oberen Straße ausgemacht, die von vorneherein als Ausgangspunkt des Feuers galt. Eindeutig festgestellt ist aber, dass entgegen einiger Vermutungen von Anwohnern innerhalb der Woche vor dem Brand keine Schweißarbeiten an Fahrzeugen in der Garage vorgenommen wurden, so die Polizei. Zur Schadenshöhe machte Pressesprecher Michael Neufeld weiterhin keine Angaben. "Da warten wird auf die Meldungen der Versicherungen", erklärte er. Es gilt aber als sicher, dass der Schaden weit über eine Million Euro beträgt.

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