Grone

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Luftbild Grone-Süd
(selber fliegen?)
Wappen von Grone

Grone ist ein Stadtteil im Westen der Stadt Göttingen und wird durch die zweispurige Kassler Landstraße in zwei Teile geteilt. In einen Nördlichen (Altes Dorf) und Südlichen (Neubaugebiet). In Grone leben etwa 25.600 Einwohner.

Eingemeidet wurde Grone 1964 bis dahin war Grone ein eigenständiges Dorf. Grone wird von der Kassler Landstraße in zwei Teile geteilt. Im Norden das "Alte" Dorf mit Industriestandorten für Firmen, z.B. Bosch, Göttinger Werkstätten, Lambda Physik, Phywe, Sartorius und die einzige noch salzherstellende Saline Luisenhall in Deutschland. Auf der südlichen Seite befinden sich vor allem Hochhäuser, Mehrfamilienhäuser und einzelne Wohnhäuser, die zwischen 1970 und 1980 gebaut worden sind. Auf der Siekhöhe ist im Süd-Osten das Industriegebiet über den nord-östlichen Bereich des Kaufparkes erweitert worden. Hier befinden sich Autohändler, Die Traumstation, ein Hersteller für Kamera-Optiken (ISCO-Optik), ein Ellipsometer-Hersteller (Nanofilm) ein Hersteller von Vacuum-Pumpen (Trinos) und das Briefzentrum der Deutschen Post AG von Göttingen.

Ursprung des Namens "Grone"

In der alten Schreibform heißt der Name Grone "Gronaha" (Grone = Grün, aha = Ache = Wasser). Es ist eine Übertragung auf den Ort und hat seinen Ursprung in dem grünen Pflanzenwuchs des Baches. Auf Plattdeutsch werden die Groner die "Chreunschen" genannt, also die Grünen. Das Trikot und Wappen der Fußballmannschaft des F.C. Grone ist deshalb grün-weiß.

Erdgeschichte

Das Leinetal ist ein Produkt des Tertiärs (vor ca. 70 Mill. Jahren). Es entstand der Leingraben zwischen Northeim und Eichenberg durch Senkungen, wahrscheinlich aber mehr durch eine Erhebung der Ränder. Das wichtige Element für den Bodenaufbau in Grone war/ist das Wasser: Die Grone, der Rehbach und der Flötegraben. Durch die Absenkung entstand an den Rändern des neuen Tales entstand ein tiefer Spalt, aus dem das auf den Bergen einsickernde Wasser hochsteigt. In Wasser führenden Kalksteinschichten mit einer undurchdringlichen Toneinlage sammelt sich das Sickerwasser in starken Adern, nimmt seinen abfallen Weg nach dem Spalt an, stößt dort gegen die liegen gebliebenen Tonschichten und steigt nach oben.

Die Quelle der Grone befinet sich ungefähr 1 km vom Ortsteil Grone entfernt, in einer flachen Bucht im Wald ist die Gronequelle. Dieser Spring, wie einige andere auf beiden Seiten des Leinetals, sprudelt aus einer großen Bruchspalte. Das Wasser kommt von den Hochflächen aus den Orten Ossenfeld, Knutbühren und Hetjershausen. Aus den Quelladern perlen Wasserbläschen empor. Es sind Pumprohre bis zu 70 m in die Erde eingelassen, die auf starken Wasseradern stehen.

Eine Sage erzählt von drei versenkten Glocken aus Grone und Hetjershausen im 30jährigen Krieg, die von Hunden mit feurigen Augen bewacht werden. Hierauf ist die Bezeichnung Glockensumpf zurückzuführen.

"Die Grone" - Das Wasser, Tier- und Pflanzenleben Aus dem Quellteich steigen pro Sekunde etwa 250 bis 300 Liter klares Wasser empor. Das Quellwasser hat im Sommer wie im Winter eine Temperatur von +8 °C . Die Grone wird streckenweise von einer dichten Pflanzenmasse, dem Wasserstern (Callitriche) bedeckt. Sehr vielseitig ist das Tierleben im Gronewasser nicht. Man findet Stichlinge und Forellen.

1906 wurde eine Wasserleitung in Grone verlegt, davor hatten die Anwohner ihr Trinkwasser aus der Grone bezogen.

Der Rehbach entspringt bei Groß Ellershausen. Er besitzt ein großes Auffanggebiet, das sich weit in den Groner Wald hinaufzieht. Es werden bei Regen und Schneeschmelze erhebliche Mengen Wasser zu Tal befördert. Das Groner Mitteldorf hatte bis in die 60er Jahre öfter unter Hochwasser zu leiden. Der Flötegraben hat ein großes Hinterland, welches sich durch das Börtal nach Knutbühren und Ossenfeld erstreckt.

Da der Ort Grone in einer Senke liegt befindet sich hier eine Steinsalzschichte. Sie ist vermutlich durch Auslaugung des Zechsteinsalzes, das in 400 bis 500 m Tiefe ansteht, entstanden. Die Zechsteinzeit ist eine Formation die ca. 200 bis 250 Millionen Jahre zurückliegt. Das stark salzhaltige Meer setzte dicke Steinsalzlager ab. Durch die Auflösung der Steinsalzlager bildet sich Sole, die in der Groner Saline aus 450 m Tiefe heraufgepumpt wird. Der Salzgehalt beträgt 27%, d.h. die Sole ist gesättigt.

Strukturen in Grone

Grone gehört zu den mit Landesmitteln geförderten Gebieten im Rahmen des "Soziale Stadt"-Konzepts. Durch das Konzept sollen in Quartieren mit sozialen Problemen besondere Maßnahmen ermöglicht werden, um Wirtschaft und Gemeinsinn zu stärken. Dreh- und Angelpunkt für die Stärkung des Gemeinsinns, der Kommunikation und des kulturellen Austauschs ist das Nachbarschaftszentrum, welches 2006 fertig gestellt wurde und den Bewohnern zur Nutzung kostenlos zur Verfügung steht.

Grone leidet insbesondere an einer hohen Wohndichte in den Gebieten, die in den 1950er und 1960er Jahre erschlossen wurden. Im Altdorf Grone, das durch die vierspurige Bundesstraße 3 von dem größeren Teil Grones getrennt ist, herrscht vielfach ein Sanierungsstau und ein Wechsel von Gewerbe- und Wohnbebauung. Gut 45 % der Bevölkerung hat eine ausländische Staatsangehörigkeit, was besondere Sprachförderungsmaßnahmen an Kindergärten und Schulen erforderlich gemacht hat.

Prägend für das Selbstverständnis Grones ist jedoch nicht so sehr die soziale und wirtschaftliche Stellung innerhalb Göttingens selbst, sondern die Stigmatisierung der Bewohner und der Vereine. Grone hat ein reges Vereinsleben und hält Einrichtungen vor, die von Bewohnern anderer Stadtteile gern genutzt werden. Unter anderem wurde in Grone der KaufPark, ein Fachmarktzentrum, angesiedelt und angesichts des überregionalen Zuspruchs im Jahr 2005 erweitert. Ferner befindet sich in Grone Greitweg ein Freibad in Form eines Naturerlebnisbads, welches ohne Heizkosten und Chlor für das Badewasser auskommt. Die Saline Luisenhall, die einzig noch arbeitende Saline in Deutschland ist neben diesen Naturerlebnisbad zu finden. Hier ist die Möglichkeit gegeben, wie im Toten Meer, in einer Salzbecken zu Schwimmen und die Sole zu inhalieren.

Politik

Ehrenamtliche Ortsbürgermeisterin Grones ist Birgit Sterr (SPD). Stellvertretender Ortsbürgermeister ist Wolfgang Thielbörger (FDP). Die SPD verfügt über eine absolute Mehrheit im Ortsrat.

Verwaltung

Die Verwaltungsstelle Grone befindet sich in der Martin-Luther-Straße 10, von wo aus neben Grone auch die Ortschaften Holtensen, Hetjershausen, Knutbühren und Groß Ellershausen betreut werden. Die Verwaltungsstelle wird von Birgit Pietsch geleitet.

Vereine

Siehe auch

Glaubensgemeinschaften