Höckelheim

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Wappen von Höckelheim

Höckelheim ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz und Solling. Der Nachbarort von Moringen liegt im Stadtgebiet von Northeim.

Aktuell

Personen und Organisationen

  • Ortsbürgermeister: Gerhard Härtel.
  • Stellv. Ortsbürgermeister: Bernd Schulze.
  • Ortsbeauftragter: Manfred Hasse

Lexikonteil

  • Einwohnerzahl mit Hauptwohnsitz (Stand 1/2008). 1187 Einwohner.

Höckelheim hat ein eigenes reges Vereinsleben. Schon vor der Jahrhundertwende gab es hier einige Vereine:

  • Freiwillige Feuerwehr.
  • Krieger- und Schützenverein
  • Sportverein von 1919.
  • Die vier Fastnachtsvereine, die jährlich die "Höckelsche Fastnacht" feiern.

Geschichte

Die Ortschaften Höckelheim und Hillerse schlossen sich am 1. Juli 1970 auf freiwilliger Basis als erste Gemeinden des Kreises Northeim zu einer Verwaltungseinheit mit der Stadt Northeim zusammen. Über die Notwendigkeit eines Anschlusses war man sich in der Gemeinde Höckelheim schon 1969 einig geworden und hatte bereits das Standesamt und das Gemeinderechnungswesen nach Northeim gegeben. Enge Verflechtungen bestanden schon längere Zeit durch die günstigen Verkehrsverbindungen (Stadtbusverkehr u.a.m.) und die wirtschaftlichen Probleme.

Höckelheim wird urkundlich 1016 zum ersten Mal erwähnt. Durch eine Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich II. kam das damals schon bekannte Grundbesitztum Höckelheim zum Bistum Paderborn, dessen Bischof Meinwerk ein Verwandter des Kaisers war. Höckelheim ist eines der ältesten Dörfer im Umkreis der Stadt Northeim. Die Geschichte des Dorfes ist eng mit der des Klosters Höckelheim verbunden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ort und Name "Höckelheim" über 1000 Jahre alt sind. "Hukilhem", "Höckelen" und andere Namensformen kommen vor. Ursprünglich war Höckelheim eines der Erbgüter des sächsisch-widukindschen Hauses, eines Zweiges der Immedinger, deren Stammsitz Imbshausen gewesen ist.

Wahrscheinlich kam der Ort noch im 11. Jahrhundert in den Besitz eines Adelsgeschlechtes (vermutlich Verwandten der Immedinger), das sich "Herren von Höckelheim", später "Edle von Höckelheim" oder auch "Edle von Plesse" nannte. Das Dorf besaß schon um 1200 eine Kirche; denn im Jahre 1208 wird ein "Henrich sacerdos (Priester) in Höckelen" erwähnt. So hat dieses Dorf eine alte kirchliche Tradition, die dann durch die Klostergründung natürlich noch wesentlich ausgebaut wurde. Im Jahre 1247 stifteten die Edelherren von Plesse in Höckelheim ein Kloster, in das der Konvent der Zisterzienser-Nonnen aus dem Kloster Voremberg bei Hameln einzog. In weltlichen Dingen (Gerichtsbarkeit, Angaben verschiedener Art) unterstand das Kloster der Plesse-Herrschaft.

Die Klosterkirche diente den Herren der Plesse als Erbbegräbnisstätte. In den ersten hundert Jahren nach seiner Stiftung kam das Kloster Höckelheim durch reichliche Schenkungen und Landverkäufe seiner Stifter zu großem Reichtum, der aber nicht lange anhielt. Die alte Klosterkirche, von der noch ein Stein mit der Jahreszahl 1470 vorhanden ist, wurde bis 1780 benutzt. Erst 1794 wurde eine neue an derselben Stelle erbaut, die heutige Marienkirche. Im Jahre 1512 wurde auf dem St. Annenbüh (heute kurz "Büh" genannt) die St. Annenkapelle errichtet, zur Ehre der Heiligen Anna, der Mutter der Gottesmutter Maria. Diese Kapelle soll 1812 noch vorhanden gewesen sein, allerdings in völlig verfallenem Zustande. Heute fehlt jede Spur von ihr.

1534 schloss sich Dietrich III. von der Plesse der lutherischen Reformation an. Er nahm das Kloster Höckelheim durch Einsetzen eines Amtmannes in eigene Verwaltung. Jedoch der Konvent der Nonnen wurde nicht aufgelöst. Höckelheim war von nun an ein evangelisches Nonnenkloster, dessen Vorsteherin den Titel "domina" (Herrin) führte. Mit dem Erlöschen des plesseschen Grafengeschlechtes 1571 fielen Kloster und Dorf Höckelheim an Hessen. Die Klostergebäude brannten 1770 völlig nieder. An die Stifter und Schirmherren des Klosters erinnert nur noch ein Stein mit der Jahreszahl 1526 und dem Bildnis der Jungfrau Maria mit dem Christuskind auf dem Halbmond stehend. Seit 1611 war Höckelheim reformiert. Der Form nach ist es bis 1887 reformiert geblieben, obwohl, 1828 ein lutherischer Prediger nach hier kam. Es war der schon erwähnte Pastor Max, der erste Chronist Höckelheims.

1708 bekam Höckelheim den ersten Lehrer, der wie viele seiner Nachfolger auch die Küsterdienste zu verrichten hatte.

Der lange Streit einiger Fürsten um Höckelheim fand erst ein Ende, als unter der Herrschaft Napoleons Höckelheim 1807 dem Königreich Westfalen einverleibt und dem Kanton Moringen, Leinedepartement, zugewiesen wurde. Mit dieser bis 1813 dauernden Fremdherrschaft waren harte Jahre für Höckelheim gekommen. So manche Privilegien, deren es sich aus früheren Jahren erfreute (Befreiung vom Militärdienst und Abgaben mancher Art), wurden aufgehoben. Dadurch gerieten viele Bewohner in finanzielle Not.

Nach dem Ende der napoleonischen Zeit wurden Höckelheim und die anderen hessischen Exklaven aus der plesseschen Herrschaft dem Königreich Hannover zugesprochen. Im Volksmunde sind die Höckelheimer noch lange die "blinden Hessen" geblieben.

Zu zwei großen Brämnden kam es 1811. Der erste war am 8. März, wobei die Häuserreihe vom alten Pfarrhaus (jetzt Haus Grothey, Torstraße 15) bis zur Mühle abbrannte. Der zweite Brand geschah am 18. Oktober, bei dem fast das ganze Dorf bis auf sieben Häuser ein Raub der Flammen wurde. Die Kirche war nur wenig beschädigt. Sie diente der Bevölkerung zunächst als Zufluchtsstätte. In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1859 brach wieder ein großer Brand aus, dem vier große Höfe mitten im Dorfe zum Opfer fielen. Die Besitzer Stille, Ewers und v. Werder bauten außerhalb des Dorfes an der Landstraße (heute B 241) wieder auf. Die Höfe von Stille und Falke kaufte der Maurermeister Binder und erwarb mit weiteren Ländereien seinem Besitztum 1876 das Prädikat eines Rittergutes (heute Klostergut II). Auf den Brandgrundstücken wurde 1869 von der Klosterkammer ein größeres Schulhaus und 1904 von der Gemeinde Höckelheim ein zweites errichtet. Letzteres steht heute noch. An die Stelle des ersteren, das 1957 abgerissen wurde, kam 1959 ein neues Schulgebäude mit vier Klassenräumen sowie Nebenräumen. Hier werden heute die Grundschuljahrgänge der Gemeinden Höckelheim und Hillerse unterrichtet. Auf das Schulgrundstück kam 1972 noch eine moderne Mehrzweckhalle, die wegen ihrer vielseitigen Verwendungsmöglichkeit für die Schule und die Dorfgemeinschaft von größtem Wert ist. Sie ist zum kulturellen Mittelpunkt des Dorfes geworden.

Die Gemeinde Höckelheim baute 1913 ein Jugendheim, in dem sich heute der Kindergarten befindet, das außerdem den kirchlichen Arbeitskreisen sowie dem Posaunenchor und Kirchenchor für ihre Arbeit zur Verfügung steht.

Die Einwohnerzahl der Ortschaft Höckelheim, die im Jahre 1585 nur etwa 50 betrug (7 Haushalte und die Klosterinsassen), ist seitdem - abgesehen von kleinen Schwankungen - ständig angestiegen, da das Dorf allmählich wieder ein Bauerndorf wurde. Der Stadtphysikus Dr. Rüling aus Northeim nennt schon 1779 eine Zahl von 246 Einwohnern, die in 47 Haushalten leben. Die Anzahl der Wohnhäuser wird mit 49 angegeben. Außer 13 Handwerkern (5 Leineweber, 4 Schneider, 2 Schuster, 1 Tischler, 1 Müller) werden noch 10 Klostermeier (Pächter von Klosterland) erwähnt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung waren wohl die Gutsarbeiter.

Das weitere Anwachsen der Einwohnerzahl sollen die weiteren Zahlen verdeutlichen: Sie stieg bis 1821 auf 352, bis 1875 auf 537, bis 1890 auf 569, bis 1910 auf 623, bis 1919 auf 709 und bis zum Beginn des 2. Weltkrieges auf 851 Einwohner. In den ersten Jahren nach dem Kriege stieg die Bevölkerungszahl durch den Zuzug der Vertriebenen auf 1203, bis 1948 sogar auf 1255. Der bisher höchste Stand wurde 1951 mit einer Zahl von 1277 Einwohnern erreicht. Strenge Wohnraumbewirtschaftung wurde unerlässlich. In der Schule gab es viele Jahre Schichtunterricht. Eine leichte Abwärtsbewegung in der Bevölkerungszahl setzte Mitte der 50er Jahre ein. 1960 zählte Höckelheim noch 1150 Einwohner..


Als in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts Wappen für die einzelnen Gemeinden des Kreises Northeim entworfen wurden, schuf man für Höckelheim ein Wappen, das auf Geschichte und Tradition dieses Ortes hinweisen sollte: Es stellt einen auf blauem Grund aufgerichteten Lebensbaum mit lilienartigen Endblumen dar, der mit einem liegenden goldenen Anker belegt ist. Der Lebensbaum ist ein bäuerliches Symbol. Die Heilige Maria, die als Patronin des Nonnenklosters Höckelheim genannt wird, hatte als Symbol die Lilie, das Symbol der Reinheit. Der Maueranker entstammt dem Wappen der Herrschaft Plesse.

Links

Höckelheim im Internet