Hünstollenturm

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ziel ausgedehnter Wanderungen: der Hünstollenturm bei Bösinghausen.

Der Hünstollenturm liegt im Göttinger Wald bei Bösinghausen.

Wandern muss, wer ihn besteigen will. Egal ob von Holzerode, Bösinghausen oder von der Plesse: Der Turm auf dem Bergsporn im Göttinger Wald ist nur auf Wanderwegen zu erreichen. Wer durchhält, wird für den langen Weg belohnt mit einem weiten Blick in den Harz und ins Eichsfeld.

Schon früh nutzten die Menschen den Fels, der – begrenzt von Steilhängen – nur vom Westen her zugänglich war. Ausgrabungen haben Spuren einer Art Fluchtburg schon aus der Zeit um 500 vor Christus nachgewiesen. Auch im Mittelalter stand 425 Meter über dem Meeresspiegel und über dem Leinetal eine Fluchtburg.

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Göttinger den Bergsporn neu: als Ziel für ausgedehnte Wanderungen. Deshalb errichtete der Göttinger Verschönerungsverein ein kleines Schutzhäuschen vor dem Abgrund. Auch die Holzeröder schätzten ihren Hausberg als Wanderziel an Feiertagen. Bis nach 1945 stellten sie eine Bewirtung an den Sonntagen auf die Beine.

1913 bekam der Hünstollen eine Attraktion. Der Göttinger Verschönerungsverein veranlasste die Errichtung eines Aussichtsturmes auf der Spornspitze. Am Bau beteiligte sich auch der Gastwirt Heinrich Degenhardt aus Holzerode. Er hatte den Ausschankbetrieb inne und sorgte nicht nur für Speis und Trank, sondern auch für Musik und Unterhaltung.

Mitte der 60er Jahre wurde noch einmal kräftig in den Turm investiert. Der Bau bekam ein neues Dach und wurde um sieben Meter erhöht, damit er wieder einen Blick über die hohen Baumgipfel freigab. Mit der Zeit verfiel die Schutzhütte. Der Aussichtsturm blieb bis heute. Eine Bewirtschaftung gibt es längst nicht mehr. Doch auch mit einem mitgebrachtem Picknick lohnt sich der Weg zum Hünstollenturm. Wie ein Riese nimmt der Wanderer auf dem „Hünenstuhl“ Platz, um Speis und Ausblick zu genießen.Der Hünstollenturm ist aus allen Himmelsrichtungen erreichbar. Wanderungen können etwa an der Burg Plesse bei Eddigehausen oder vom verlängerten Reekenweg Billingshausen gestartet werden.