Halle-Kasseler Eisenbahn

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Die Halle-Kasseler Eisenbahn ist eine 218 km lange Hauptstrecke der Deutschen Bahn, die Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt mit Kassel in Hessen verbindet. Sie dient überwiegend dem Regional- und dem Ost-West-Güterverkehr. 1990 bis 1994 wurde sie als ein Verkehrsprojekt Deutsche Einheit ausgebaut.

Verlauf

Verlauf

Die Bahnlinie steigt von Halle kommend über Lutherstadt Eisleben in das Mansfelder Land hinauf. Bei Blankenheim liegt der einzige Tunnel der Strecke. Von dort aus senkt sich der Verkehrsweg wieder, bis er bei Sangerhausen die Goldene Aue erreicht, eine Ebene zwischen Harz und Kyffhäuser. An deren Westende erreicht die Bahnstrecke das thüringische Nordhausen. Von hier aus steigt sie wieder an, berührt Bleicherode, und durchquert über Leinefelde und Heilbad Heiligenstadt das Eichsfeld. Sie wechselt bei Eichenberg vom Tal der Leine in das der Werra und folgt ihr bis Hann. Münden in Niedersachsen. Ab hier geht es entlang der Fulda nach Kassel. Der dortige Hauptbahnhof ist ein Kopfbahnhof mit Zufahrt von Westen; daher muss die Linie eine Schleife um die nördlichen Stadtteile herum machen.

Die Strecke ist kurvenreich. Von Witzenhausen Nord bis zum Kasseler Hauptbahnhof benötigt die Strecke fast 42 km für 26 km Luftlinie. Bis zur Elektrifizierung wurden Güterzüge auf den Anstiegen auf beiden Seiten des Blankenheimer Tunnels („Blankenheimer Rampe“ oder „Riestedter Rampe“) nachgeschoben. Dazu waren im Bahnbetriebswerk Röblingen am See 120 Jahre lang Lokomotiven stationiert.

Heutiger Betrieb

Personenverkehr

Bahnhof Heiligenstadt

Die gesamte Strecke wird im Fahrplan 2008 von einem Regionalexpress Kassel–Halle im Zwei-Stunden-Takt befahren; alle weiteren Züge benutzen nur Teilstrecken. Überregionale Bedeutung haben noch die Regionalexpress-Linien GöttingenHeiligenstadtMühlhausen–Erfurt–Jena–Chemnitz, Nordhausen–Erfurt und Magdeburg–Erfurt, die auch im 2-Stunden-Takt verkehren; hinzu kommt die Linie Kassel–Heiligenstadt–Erfurt der Erfurter Bahn. Diese Linien sind auch für Fernreisende mit Wochenendticket interessant. Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 verkehrt am Freitag einmal ein Intercity von Frankfurt am Main nach Halle (Saale) Hbf.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wurden einige Fahrten der Erfurter Bahn zwischen Kassel und Eichenberg gestrichen, von denen einige nach heftigen Beschwerden im April wieder eingeführt wurden. Der Nahverkehr Kassel–Göttingen wird von der Cantus Verkehrsgesellschaft übernommen.

Güterverkehr

Auf der Gesamtstrecke herrscht reger Güterverkehr. Damit hat sich die Arbeitsteilung wieder eingestellt, die schon vor 1945 auf den Hauptstrecken zwischen Harz und Thüringer Wald geherrscht hat; über Sangerhausen–Nordhausen fährt der Güterverkehr, über Erfurt–Bebra (Thüringer Bahn) der schnelle Personenverkehr. Einem weiteren Wachstum stehen die unglückliche Einführung der Strecke in Eichenberg und der Richtung Ruhrgebiet notwendige Fahrtrichtungswechsel in Kassel entgegen.