Hann. Münden

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Hann. Münden
Stadtansicht Hann. Münden
Stadtansicht von Hann. Münden
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Schulen: Grotefend-Gymnasium Münden
Einwohner: 24.830 (31. Dez. 2007)
Postleitzahl: 34346
Vorwahl: 05541
Kfz-Kennzeichen:
Stadtgliederung: 11 Ortsteile
Bürgermeister: Klaus Burhenne (CDU)
Website: www.hann.muenden.de

Hann. Münden (auch so gesprochen, früher Hannoversch Münden, verkürzt Münden genannt) ist eine Mittelstadt im Landkreis Göttingen, südliches Niedersachsen, an der Grenze zu Hessen. Die Stadt gehört zur Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg

Ereignisse und Veränderungen


Stadtgeschichte

Ein bislang unbekannter Brunnen ist vor einer Woche bei Verlegung eines Kabels vor dem Welfenschloss ans Licht gekommen. Er ist bereits mit einer Bronzeplatte verschlossen, sein Inhalt wird vielleicht bei einer Umgestaltung des Schlossplatzes genauer erforscht. „Ein kleines Puzzleteil in einem 100 000- Teile-Puzzle“, sagt Burkhard Klapp von der Denkmalschutzbehörde der Stadt. „Man kann nur etwas in Zusammenhang stellen, was dokumentiert ist.“

Einige weitere Puzzleteile aus der Geschichte der Drei-Flüsse-Stadt können jetzt in der niedersächsischen Fundchronik für 2012 nachgelesen werden. Berichtet wird dort unter anderem über das Gräberfeld an der ehemaligen Ägidienkirche, heute Café Aegidius.

Der Archäologe Axel Demandt fand dort in einem Graben für einen Kanalanschluss Skelette und einen Mauerteil. Über das genaue Alter lässt sich derzeit nur spekulieren. In der Marktstraße wurde ein mittelalterlicher Keller entdeckt mit einem Zugang über eine Rampe, vielleicht für Fässer. Demandt konnte die Erde in mehreren Schächten untersuchen, die für Hausfundamente gegraben wurden. Gefunden wurde auch ein um 1200 datierter Kugeltopf.

Beim Bau des neuen Wasserkraftwerkes an der Werra wurden angespitzte Eichenpfähle gefunden. Es sind die Überreste einer 1821 reparierten Mühle. Jahresringe, Archivmaterial und Bauplan aus einem 1735 erschienen Buch passten zusammen, erklärt die ehrenamtliche Stadtarchäologin Angela Sohnrey. Archäologen seien im Vorfeld oder baubegleitend tätig, so Demandt.

Baustellen würden nicht stillgelegt, nur äußerst selten. „Auch Bauherren sind interessiert, was auf ihren Grundstücken einmal war.“ Für den freiberuflichen Archäologen sind Befunde in der Altstadt deshalb so „hochinteressant“, weil es kaum Archivmaterial aus den Anfängen der Stadt gibt.

Lexikonteil

Mit der Neugliederung der Gemeinden am 1. Januar 1973 im Raum Göttingen wurden die bisherigen Kreise Münden, Duderstadt und Göttingen zum heutigen Landkreis Göttingen zusammengeschlossen. Mit diesem Gesetz wurden gleichzeitig die Gemeinden neu geordnet und zu größeren Einheiten zusammengeschlossen. Seitdem setzt sich die Stadt Hann. Münden aus der Kernstadt und zehn Ortsteilen zusammen.

Kernstadt: Altmünden, Blume, Hermannshagen, Innenstadt, Neumünden, Stadtgebiet „über der Bahn“ (Galgenberg, Vogelsang, Kattenbühl).

Ortsteile: Bonaforth, Gimte (mit Hilwartshausen), Hann. Münden Stadt, Hedemünden, Hemeln (mit Bursfelde und Glashütte), Laubach, Lippoldshausen, Mielenhausen, Oberode, Volkmarshausen und Wiershausen.


Als „eine der sieben schönst gelegenen Städte der Welt“ soll Alexander von Humboldt die Stadt am Zusammenfluß von Werra und Fulda zur Weser bezeichnet haben. Mit über 700 Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten zählt die fast vollständig von Wasser umschlossene Stadt Hann. Münden zu den bedeutesten Fachwerkstädten in Europa. Imposante Bauten der Weserrenaissance, Türme und Reste der historischen Stadtmauer prägen das mittelalterliche Stadtbild.

Video

Herstellung von Bleischrot nach dem Turmgießverfahren Informationen
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Autor: Erich Steffen
Hersteller: IWF Göttingen
Produktion: 1983
Länge: 14:04 min
Beschreibung: Stadtmauerturm von Münden (bis zum Jahre 1983 zum Gießen von Schrot benutzt). Schmelzen von Blei. Der Schaum wird in das Gießsieb gefüllt, festgestampft und die Schmelze wird durchgegossen. Sie tropft vom Siebboden ab (20fache Zeitdehnung). Tropfen fallen 40 m tief in Wasserschacht. Trocknen des Schrots. Unrunde Schrote werden aussortiert, runde durch Sieben nach Größe sortiert.

Hann. Münden (früher Hannoversch Münden oder Münden genannt) liegt im südlichen Landkreis Göttingens, an der Grenze zu Hessen. In Hann. Münden befindet sich der Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser. Aufgrund der drei Flussnamen wird die Stadt auch Drei-Flüsse-Stadt genannt.

„Wo Werra sich und Fulda küssen

Sie ihren Namen büssen müssen

Und hier entsteht durch diesen Kuss

Deutsch bis zum Meer der Weserfluss.“


So steht es seit dem 31. Juli 1899 auf dem Weserstein in Hann. Münden.

Bekannt ist die Stadt außerdem durch die Grabstelle des Wanderarztes Doktor Eisenbarth, der starb, als er in Münden Station machte.

Ein weiterer bekannter Hann. Mündener ist der Kunstmaler Alfred Hesse, der auch als Stadtbildpfleger tätig war.

Namensgebung

Der ursprüngliche Name der Stadt „Münden“ führte schon sehr früh zu Verwechslungen mit dem ähnlich klingenden Minden, das auch an der Weser liegt und früher von der Handelsschifffahrt in ähnlichen Zusammenhängen aufgesucht wurde. Um für auswärtige Beziehungen ein Unterscheidungsmerkmal zu finden, schuf man die Bezeichnungen „Hannoversch Münden“ oder „Hannöverisch Münden“ im Gegensatz zu „Preussisch Minden“ bzw. „Minden in Westfalen“ oder auch „Minden/Westfalen“. „Hannover“ wurde nicht wegen der Stadt, sondern wegen des Kurfürstentums und späteren Königsreichs Hannover als Vorwort gewählt. Goethe und die Gebrüder Grimm schrieben meist „Minden“, manchmal mit dem Zusatz „Hannöverisch“ o. Ä. Nach Münden adressierte Post tauchte regelmäßig in Minden, Hannover und manchmal auch München auf. Der Name „Hannoversch Münden“ ist aber ein wenig lang.

Bei der Gebietsreform 1971 ist der Versuch gescheitert, einfach nur „Münden“ durchzusetzen. Seitdem heißt die Stadt offiziell „Hann. Münden“, verbrieft in der Hauptsatzung der Stadt, 2006 letztmalig festgeschrieben und so geführt beim Statistischen Bundesamt. Die Einwohner der Stadt nennen sich „Mündener“, obwohl rechtlich seit 1971 „Hann. Mündener“ korrekt wäre.

Geschichte

St-Blasius Kirche
Orgel der St-Blasius Kirche

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Hann. Münden ist aus dem Jahr 1183. In diesem Dokument ist bereits von einer Stadt die Rede. Eine Siedlung „Gimundi“ an der Stelle des jetzigen Altmünden wurde schon ungefähr 802 an die Reichsabteien Fulda und Corvey verschenkt. Dort hat sich Kaiser Heinrich III. im Jahr 1049 aufgehalten. 1247 erhielt Münden das Privileg des Stapelrechts. Dieses Previleg verhalf Hann. Münden zu einem großen Aufschwung. Erst 1823 wurde das Mündener Stapelrecht aufgehoben. Im 16. Jahrhundert war Münden durch den Weserhandel die wichtigste Handelsstadt bis Bremen für Waren vor allem aus Thüringen. Gehandelt und auf der Weser transportiert wurden vor allem Färberwaid, damals ein wichtiges blaues Färbemittel, Glas, Textilien, Flöße mit Holz und Getreide aus Thüringen. Von der Nordsee kamen weseraufwärts Heringe und andere Fische.

Am 8. Mai 1856 erhielt die Stadt erstmals durch die Hannöversche Südbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die Strecke führte von Hannover, Göttingen und Dransfeld nach Hann. Münden. Die heutige Verbindung über Eichenberg kam erst 20 Jahre später. Am 23. September 1856 wurde die Hannöversche Südbahn bis Kassel verlängert. Um die Linienführung nicht durch kurhessisches Gebiet leiten zu müssen, wurde die Strecke ab Göttingen über Dransfeld geführt. Dafür nahm man Steigungen von bis zu 18 Promille in Kauf. Dieser Streckenabschnitt Göttingen-Dransfeld-Münden, der 1980 stillgelegt und noch bis 1995 als Güteranschlussgleis genutzt wurde, bekam so den Beinamen Dransfelder Rampe.

1868 wurde die Königlich Preußische Forstakademie Hannoversch Münden vom preußischen König Wilhelm I. gegründet. 1870 folgte die Eröffnung des Forstbotanischen Gartens. Die Akademie wurde 1922 umbenannt in Forstliche Hochschule und 1939 der Georg-August-Universität Göttingen in die Forstwissenschaftliche Fakultät angegliedert; der Umzug der Fakultät erfolgte 1970/1971.

Wappen

Wappen von Hann. Münden

Das Wappen der Stadt Hann. Münden zeigt im roten Schild eine silberne Burg mit breitbedachtem, blaugedecktem und goldbekröntem Mittelturm zwischen jeweils zwei spitzbedachten, blaugedeckten Seitentürmen. Im Torbogen ist ein roter Schild dargestellt, darin ein blaubewehrter goldener Löwe. Über dem Tor am Mittelturm ist ein gotisches schwarzes M zu sehen.

Sehenswürdigkeiten

Blick über Hann. Münden

Hann. Münden ist reich an restaurierten Fachwerkhäusern (über 700 im historischen Stadtkern) und kann zum Teil mittelalterliche Kirchen (St. Blasius, St. Ägidien) vorweisen. Auch Bauten der so genannten Weserrenaissance bereichern das Bild der Stadt, zu nennen sind insbesondere das Welfenschloss und das historische Rathaus. Zudem sind einige Partien der mittelalterlichen Stadtmauer und der Wehrtürme erhalten.

Rathaus

Welfenschloss

Alte Werrabrücke

Historischer Packhof

Weserstein

Weserliedanlage

Tillyschanze

Rotunde

Forstbotanischer Garten Hann. Münden

Wasserspuren

Freilichtbühne

Fährenpfortenturm

Städtepartnerschaften und -freundschaften

Die Stadt Hann. Münden hat mit folgenden ausländischen Kommunen eine Städtepartnerschaft:

Der Altkreis Münden unterhielt eine Partnerschaft zum Londoner Stadtteil Hackney, die nach der Kreisreform 1973 vom Landkreis Göttingen weitergeführt wird.

Freundschaftliche Beziehungen unterhält Hann. Münden zu folgenden deutschen Kommunen:

  • Berlin-Steglitz seit 1962
  • Oberviechtach (Geburtsstadt Doktor Eisenbarths) seit 1978
  • Quedlinburg (im Rahmen der Städteunion der Fachwerkstädte) seit 1990

Weblinks

www.hann.muenden.de