Hans Adolf Krebs

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Hans Adolf Krebs

Sir Hans Adolf Krebs erhält den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1953 gemeinsam mit Fritz Albert Lipmann „… für seine Entdeckung des Zitronensäurezyklus“ (Begründung der Nobel-Kommission).

Hans Adolf Krebs wird am 25. August 1900 in Hildesheim als Sohn eines Chirurgen geboren. 1918 kommt er für zwei Semester Medizinstudium an die Georg-August-Universität Göttingen, er lernt hier unter anderem bei Adolf Windaus (Nobelpreis für Chemie 1928). Dann wechselt er zunächst an die Universität Freiburg im Breisgau, später nach München und Berlin. Nach seinem Staatsexamen 1923 in München und einer Volontärassistenz an der Berliner Universitätsklinik promoviert Krebs 1925 an der Universität Hamburg. Im selben Jahr beginnt er ein Chemiestudium an der Universität Berlin.

1932 habilitiert sich Krebs für Innere Medizin. Gemeinsam mit Kurt Henseleit gelingt ihm im selben Jahr die Aufklärung der Harnstoffbildung und ihre Formulierung als zyklischer Stoffwechselvorgang (Krebs-Henseleit-Zyklus), in dem Ammoniak in der Leber zu Harnstoff entgiftet wird.

Ein Jahr später wird Krebs wegen seiner jüdischen Herkunft entlassen und emigriert mit seiner Frau nach England. In seiner Zeit als Dozent für Biochemie und Pharmakologie an der Universität Sheffield vollbringt er eine der größten Leistungen auf dem Gebiet des Zellstoffwechsels: 1937 entdeckt er als erster, wie die einzelnen Reaktionen hier in einem zyklischen Prozess miteinander verknüpft sind und liefert damit ein klares Verständnis für das Hauptprinzip, nach dem die freigewordene Energie für die Aufbauprozesse in der Zelle genutzt wird. Der nach ihm benannte Krebs-Zyklus oder Zitronensäurezyklus erklärt zwei gleichzeitig ablaufende Prozesse: auf der einen Seite den Aufbau des Protoplasmas, der lebendigen Substanz mit ihren äußerst kompliziert gebauten riesigen Molekülen aus den dem Körper und damit der Zelle zugeführten Nahrungsmitteln. Und auf der anderen Seite den Abbau dieser Substanz in einfachere Verbindungen, die im Leben des Körpers und der Zelle zur Erfüllung der besonderen Aufgaben gebraucht und verbraucht werden. Dieser zyklische Prozess erscheint gebunden an die bestimmte Säure, die den Orangen, Zitronen, Himbeeren und Preiselbeeren ihr spezifisches Aroma verleiht und den Namen Zitronensäure erhalten hat.

Der Zitronensäurezyklus kommt praktisch in allen mit Hilfe des Sauerstoffs lebenden Organismen vor. Er ist von zentraler Bedeutung für die Energiegewinnung lebender Zellen. Krebs war einem im wahrsten Sinne des Wortes universalen Bauprinzip der Natur auf die Spur gekommen. Seine Entdeckung des Zitronensäurezyklus’ gilt als Meilenstein für die Biochemie, und er erhält dafür im Jahr 1953 gemeinsam mit Fritz Albert Lipmann den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

1945 übernimmt Krebs die Leitung des an der Universität von Sheffield neuerrichteten Lehrstuhls für Biochemie und wird Direktor der dortigen biochemischen Forschungsgruppe des Medical Research Councils. In dieser Zeit gelingt eine weitere Entdeckung, die mit Krebs’ Namen verbunden ist. H. Kornberg, der von 1945 bis 1961 seinem Mitarbeiterkreis angehörte, entdeckte, von Krebs beraten, den Glyoxylatzyklus, bei Mikroorganismen eine Variante des Zitronensäurezyklus, durch die Fettsäuren oder Essigsäure in Kohlenhydrate überführt werden können.

1954 nimmt Krebs die Professur für Biochemie an der Universität Oxford an, die er bis zu seiner Emeritierung 1967 innehat. Danach arbeitet er bis 1981 am Nuffield Department of Clinical Medicin in Oxford weiter. Im Jahr 1971 wird Krebs Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. 1980 verleiht ihm die Georgia Augusta die Ehrendoktorwürde.

Am 22. November 1981 stirbt Krebs in Oxford.

Die Stadt Göttingen benennt 1993 einen Weg in Weende nach ihm.

Literatur

Sandra Czabania: Einem universalen Bauprinzip der Natur auf der Spur. Göttinger Tageblatt, 31. Oktober 2002.