Harster Schulgeschichte

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Harste
Grundschule 2.jpg
Grundschule Lenglern/Harste


Bis zum Ende des Mittelalters (also etwa bis 1500) gab es in Harste keine Schule.

  • 1588 wird in einem Visitationsbericht eine Küsterschule in Harste erwähnt (der Küster war zugleich Schulmeister und hatte 10 Schüler, denen er neben dem katechismus, den Psalmen, den Gebeten auch das Lesen und Schreiben beibringen sollte).
  • 1650 wird eine Küster- und Schulordnung erlassen, in der u.a. die Schulpflicht geregelt wird: Danach mussten die Kinder von 6-12 Jahren zur Schule, aber durften nicht eher entlassen werden, "bis sie die gedruckte Schrift lesen und den Katechismus mit Verstand beten konnten."

Diese Vorschrift galt aber nicht für die Sommerzeit: Da mussten die Kinder zu Hause helfen und nur am Sonnabend und Sonntag gingen sie für eine Stunde in die Schule oder Kirche, um zu lernen.

  • Von 1827 gibt es einen Bericht über die Harster Sommerschulzeit, wonach die Harster Kinder drei Tage in der Woche zur Schule gehen mussten.(Unterrichtsbeginn 6.00 Uhr)
Harste
Schule 1898.jpg
Alte Schule mit Lehrer Sarrie und Frau, Aufnahme von 1898

Erst nach 1900 wurde Unterricht gleichmäßig über das ganze Jahr erteilt. (Unterrichtsdauer: drei Stunden vormittags, drei Stunden nachmittags). Die Aufsicht über die Schule führte der Ortspastor, der nach der Schulordnung wenigstens zweimal die Woche feststellen sollte, ob die Kinder zur Schule geschickt und "recht und gebührlich informiert" wurden. Erst 1919 wurde die von den Pfarrern ausgeübte Ortsschulaufsicht aufgehoben.

Dort, wo heute die alte Schule steht (Gänsemarkt), stand auch schon ihre 1684 erbaute Vorgängerin. Der Klassenraum wurde 1795/96 wegen steigenden Schülerzahlen vergrößert, aber schon 1814 war wieder alles viel zu eng, so dass der damalige Lehrer die Gemeinde bat, doch den Klassenraum zu erweitern, weil eine Anzahl von kleinen Kindern im Gang an der Wand stehen müsse, obwohl zu Beginn jeder Woche schon zusätzlich zwei lange Kirchenbänke geholt würden.

1829 wurde das Schulgebäude beschrieben als eines der ältesten Gebäude in Harste und so beschaffen, dass das Leben des Lehrers und seiner Familie nicht mehr sicher sei. (was vermutlich nicht jeden Schüler traurig stimmte)

1837 wurde dann endlich die jetzt noch am Gänsemarkt stehende Schule gebaut (Kostenaufwand: 1592 Reichstaler), die bis 1952 ihre Funktion erfüllte.

Harste
Schule 1952.jpg
Schuleinweihung 1952




Danach wurde mit viel Eigenleistung der Harster Bürgerinnen und Bürger ein neues Schulgebäude gebaut und 1952 eingeweiht. Das Gebäude wird noch heute als Außenstelle Harste durch die Grundschule Lenglern/Harste genutzt.


Quelle: Plesse Archiv, Heft 12, und Buch "Harster Geschichten" vom Kultur- und Heimatverein Harste e.V.