Harzer Schmalspurbahn

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Harzer Schmalspurbahn im Winter
Brockenbahn auf dem Brocken

Die meterspurige Harzquerbahn verbindet Nordhausen in Thüringen mit Wernigerode (Sachsen-Anhalt). Sie wird von der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) betrieben.

Geschichte

Als erster Abschnitt der Harzquerbahn ging am 12. Juli 1897 die Strecke Nordhausen–Ilfeld in Betrieb, am 7. Februar 1898 folgte die Fortsetzung bis Netzkater und am 15. September des selben Jahres bis Benneckenstein. Von Norden her wurde am 20. Juni 1898 das Teilstück von Wernigerode nach Drei-Annen-Hohne fertiggestellt. Das fehlende Stück zwischen Drei-Annen-Hohne und Benneckenstein konnte schließlich am 27. März 1899 zusammen mit der Strecke zum Brocken dem Betrieb übergeben werden. Betreibergesellschaft war ursprünglich die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft. Nach der Enteignung 1949 führte die Deutsche Reichsbahn den Betrieb bis 1993 durch.

Ab 1899 kreuzte die Harzquerbahn in Sorge die ebenfalls meterspurige Strecke Walkenried–Brunnenbachsmühle–Sorge–Tanne der Südharzeisenbahn (SHE). Ein Verbindungsgleis, zunächst nur für den Personenverkehr, wurde erst 1913 angelegt. 1945 wurde der Betrieb zwischen Sorge und Brunnenbachsmühle eingestellt, da dieser Abschnitt die innerdeutsche Grenze querte. Der Abschnitt von Sorge nach Tanne wurde bis 1958 noch weiter betrieben. Auf der Grenzbrücke lagen die Gleise noch bis nach dem Mauerfall 1989.

Streckenverlauf

Die Eisenbahn beginnt im schmalspurigen Bahnhof der HSB in Nordhausen (Nordhausen Nord). Er liegt nordwestlich parallel zum Normalspurbahnhof. Nachdem das Verbindungsgleis zur Straßenbahn Nordhausen von rechts in die Linie eingeführt ist, biegt die Strecke nach Norden ab und verläuft 7 km bis zum Bahnhof Niedersachswerfen Ost nahezu parallel zur Normalspurstrecke Nordhausen–Ellrich („Südharzstrecke“). Hinter Ilfeld (km 10,7) beginnt der Harz. Hinter Netzkater (km 14,0) liegt der Bahnhof Eisfelder Talmühle (km 17,3), wo die Selketalbahn in einem Rechtsbogen abzweigt.

Bis Tiefenbachmühle (Haltepunkt, km 19,5) folgt die Harzquerbahn noch der Bundesstraße 81, anschließend biegt sie in westliche Richtung ein, um den Bedarfshaltepunkt Sophienhof (km 21,0), den letzten Halt in Thüringen, zu erreichen. Durch Fichtenwald führt die Strecke über die Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Am Bahnhof Benneckenstein (km 29,8) erreicht die Bahn mit 530 m ü. NN ihren vorläufig höchsten Punkt. Danach geht es abwärts zum Tal der Warmen Bode, wo sich der Haltepunkt Sorge (km 33,4; 449 m ü. NN) befindet. Anschließend erklimmt die Strecke mit 557 m ihren höchsten Punkt. Nach Elend (km 41,6) erreicht die Strecke die Einmündung der Brockenbahn in Drei-Annen-Hohne (km 46,4).

Hinter Drei-Annen-Hohne geht es steil bergab, und die Bahn erreicht den 58 m langen Tunnel unter dem Thumkuhlenkopf. Er ist der einzige Tunnel im Netz der Harzer Schmalspurbahnen. Hinter dem Tunnelausgang wird in der Ferne bald das Wernigeröder Schloss erkennbar. In der Nähe des Bahnhofs Steinerne Renne (km 54,5) durchläuft die Linie einen der mit 60 m Radius engsten Gleisbögen der HSB, bis sie den Bahnhof Wernigerode-Hasserode (km 56,3) erreicht. Nächste Stationen sind der Haltepunkt Hochschule Harz (früher: Wernigerode-Kirchstraße) und der Bahnhof Westerntor (dort ist auch das Bahnbetriebswerk Wernigerode-Westerntor gelegen) in Wernigerode. Endpunkt ist schließlich der Bahnhof Wernigerode (km 60,5).

Weblinks/Quellen