Heinz Sielmann

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Heinz Sielmann

Heinz Sielmann (* 2. Juni 1917 in Mönchengladbach-Rheydt; † 6. Oktober 2006 in München) war ein Tierfilmer, Kameramann, Produzent und Publizist. Der Professor für Ökologie, Biologe und Verhaltensforscher hat zusammen mit seiner Frau Inge die Heinz Sielmann Stiftung gegründet. Nach ihm ist die Heinz-Sielmann-Realschule benannt.

Leben und Wirken

Bekannt geworden ist Sielmann als Kameramann, Autor, Regisseur und Produzent von Kino- und Fernsehfilmen über heimische und exotische Tierwelten. Sein Werk aus fünf Jahrzehnten (1950 bis 1996), umfasst zahlreiche Dokumentationen und Lehrfilme, seine Kinofilme wurden in 25 Sprachen übersetzt und weltweit gezeigt. Legendär durch spektakuläre Aufnahmen und die prägnante Art der Moderation wurde die Serie "Expeditionen ins Tierreich", die Sielmann zwischen 1960 und 1991 für den NDR in 152 Folgen produzierte. Als selbstständiger Produzent war Sielmann auch für die britische BBC und die US-amerikanische National Geographic Society, sowie in den 90ern auch für RTL und Sat.1 tätig.

Für sein filmisches Schaffen erhielt er zahlreiche Preise und Ehrungen wie den Bundesfilmpreis, Preise bei den Filmfestspielen von Cannes, Berlin und Moskau sowie Jugend- und Naturfilmpreise. Hinzu kommen viele öffentliche Auszeichnungen wie das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland, das Verdienstkreuz 1. Klasse des Landes Niedersachsen und der Verdienstorden des Landes Brandenburg.

Weichenstellungen für sein Leben waren die Hochzeit mit Inge Witt 1951, die seine Arbeit seitdem aktiv unterstütze, der Tod des einzigen Sohnes Stephan 1978 und 1994 die Gründung der Heinz Sielmann Stiftung. Damit sicherte das Ehepaar Sielmann die Fortführung seines Lebenswerkes, die sinnvolle Nutzung des Kapitals im Sinne seiner Ideale. Auch Inge Sielmann, die ihren Mann zweimal auf Expeditionen begleitet hatte, engagiert sich für den Naturschutz, unter anderem in Fuhrbach, wo der Inge-Sielmann-Kindergarten nach ihr benannt wurde.

Sichtbares Zeichen dafür sind das 1996 eröffnete Natur-Erlebniszentrum auf Gut Herbigshagen und Sielmanns Naturlandschaften Wanninchen (2000), Groß Schaueener Seen (2001), Döberitzer Heide (2004) sowie der Biotopverbund Bodensee (2004). Zu den aktuellen Projekten gehört die Bemühung um das "Grüne Band" als Biotopverbund auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze, dessen geistiger Vater Sielmann mit seinem Film "Tiere im Schatten der Grenze" (1988) ist.

Der Tierfilmer und Naturschützer Heinz Sielmann starb am Freitag, 6. Oktober 2006 im Alter von 89 Jahren in München. „Er entschlief ruhig und in Würde im Kreise seiner Familie und Freunde“, heißt es in der Mitteilung des Vorstandes der Sielmann-Stiftung. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Gelände der Heinz Sielmann Stiftung in der Franz-von-Assisi-Kapelle. Die Stiftung wird seit dem Tod Sielmanns von seiner Frau Inge Sielmann geführt.

Werke in Auswahl

  • NDR-Reihe Expeditionen ins Tierreich
  • Lied der Wildbahn, 1949
  • Herrscher des Urwalds (Les Seigneurs de la forêt), 1959
  • Galápagos – Landung in Eden, 1962
  • In der Savanne Ost-Afrikas, 1964
  • In die Bergdschungel Neuguineas, 1965
  • Lockende Wildnis – Durch die Wildbahnen von Nordamerika, 1974
  • Tiere im Schatten der Grenze, 1988

Auszeichnungen in Auswahl

  • 1953 – Deutscher Filmpreis: Filmband in Silber (Regie) für Quick – das Eichhörnchen
  • 1954 – Filmband in Silber für Konzert am Tümpel (1952)
  • 1955 – Filmband in Silber für Zimmerleute des Waldes
  • 1956 – Filmband in Silber für Die Iltiskoppel
  • 1957 – Erster Preis für den besten Farbfilm bei den Filmfestspielen in Cannes für Wiesensommer
  • 1961 – Berlinale: Goldlorbeer-Trophäe für Herrscher des Urwalds
  • 1962 – Berlinale: Silberner Bär für Galápagos – Trauminsel im Pazifik
  • 1962 – Filmband in Gold für Galápagos – Trauminsel im Pazifik
  • 1973 – Bambi
  • 1976 – Goldener Bildschirm
  • 1977 – Goldene Blume von Rheydt
  • 1978 – Franz-von-Assisi-Medaille des Deutschen Tierschutzbundes
  • 1983 – Bambi für den besten abendfüllenden Naturfilm
  • 1986 – Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1988 – Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen für Wissenschaft
  • 1990 – Bambi
  • 1993 – Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1997 – Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1997 – Umbenennung der Hauptschule der Stadt Oerlinghausen in „Heinz-Sielmann-Schule“
  • 1998 – Umbenennung der Realschule Duderstadt in Heinz-Sielmann-Realschule Duderstadt
  • 2002 – München leuchtet, Kulturpreis der Stadt München
  • 2003 – Umbenennung der Staatlichen Grundschule Haßleben in Heinz-Sielmann-Schule Haßleben.
  • 2004 – Umbenennung der West-Grundschule Neustadt an der Weinstraße in Heinz-Sielmann-Schule
  • 2005 – Verdienstorden des Landes Brandenburg
  • 2005 – Deutscher Umweltpreis für seine Lebensleistung
  • 2006 – Benennung der Grundschule Crinitz in „Heinz-Sielmann-Schule“

Heinz-Sielmann-Ehrenpreis