Hermann Hirsch

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Selbstporträt: Hermann Hirsch
Landschaft: Ortsansicht von Reinhausen.

Hermann Hirsch ist ein jüdischer Maler, der den Landkreis Göttingen porträtierte.

Lebenslauf

Geboren am 4. Juni 1861 in Reydt, Schulbesuch in Köln, Lehre als Holzstecher und Zeichner in Düsseldorf, Illustrator und Kunststudent in Berlin: Das sind einige der Lebensstationen von Hermann Hirsch, bevor er 1918 nach Bremke zog und sich in der Region Göttingen als Auftragsmaler etablierte. Bremke hatte Hirsch über seine in Göttingen lebende ältere Schwester kennengelernt.Bis die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, führte der jüdische Künstler ein geselliges Leben. "Er hatte Verwandschaft in Göttingen und viele Freunde im Dorf", berichtet der Historiker Rainer Driever, der im Auftrag des Städtischen Museums in Göttingen die Ausstellung recherchiert und zusammenstellt (Tageblatt berichtete). 1932 sei Hirsch sogar in einen Gemeindeausschuss gewählt worden, "das hat der Bremker Ortsheimatpfleger beim Forschen in alten Gemeindeprotokollen herausgefunden." Der erstarkende Antisemitismus bewog den Maler aber schon 1933, in die anonymere Stadt Göttingen zu ziehen. Dort starb er im März 1934, laut Familienüberlieferung durch Suizid.

Werkverzeichnis

Hirsch-Werkverzeichnis

Mit einem Werkverzeichnis des Göttinger Malers Hermann Hirsch endet das mehrjährige Forschungsprojekt des Städtischen Museums Göttingen zum Leben und Wirken des jüdischen Malers. Das 180 Seiten umfassende Werk zeigt mit zahlreichen farbigen Abbildungen Gemälde, Aquarelle, Grafiken und Entwürfe aus allen Schaffensphasen des Malers und vermittelt einen „umfassenden Eindruck vom Schaffen dieses zu Unrecht vergessenen Künstlers“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Das von Rainer Driever bearbeitete Verzeichnis ist als Ergänzung zu dem Begleitband der Ausstellung „Hermann Hirsch. Ein jüdischer Maler in Göttingen“. Diese ist bis zum 10. Januar 2010 im Museum zu sehen.

Das Städtische Museum Göttingen ist derzeit im Besitz der einzigen öffentlichen Sammlung mit Werken von Hirsch in Deutschland. Der Großteil seiner Werke ist noch im Besitz vieler emigrierten Mitglieder der Familie Hirsch in England, Wales, Südafrika und den USA.

Bei einer Buchpräsentation wurde das Werksverzeichnis am Sonntag, 12. Dezember 2010, im Städtischen Museum öffentlich vorgestellt.