Hetjershausen

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hetjershausen ist ein Ortsteil der Stadt Göttingen

Geschichte

Zur Geschichte des Dorfes Hetjershausen

Die erste Erwähnung Hetjershausens erfolgte in einer Urkunde Kaiser Ottos III. vom 10. August 990, in der auch die Orte Adelebsen, Lödingsen, Parensen, Lenglern und Rodershusen (Wüstung bei Lenglern) genannt werden. In dieser Schenkungsurkunde vergab Otto III. an seine Schwester Sophie, die spätere Äbtissin von Gandersheim, 30 Hufen Landes in den genannten Orten und auch in Hatticheshuson (Hetjershausen). Da Otto III. im Jahre 990 erst 10 Jahre alt war, hat er dies wahrscheinlich nicht selbst verfügt. Die Regierungsgeschäfte wurden nach dem frühen Tod seines Vater Otto II. von seiner Mutter Theophanu wahrgenommen, die eine Prinzessin aus Konstantinopel war.


Bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung ist das Gebiet am westlichen Leinetalgraben um Hetjershausen herum besiedelt gewesen, wie die Funde aus dem Neolithikum (Bandkeramik) an der Springmühle (östlich des Dorfes) und im Bereich Hasenwinkel beweisen. Die Dorfgründung ist wahrscheinlich in der Zeit vom 6. bis 8. Jahrhundert erfolgt, was aus der Ortsnamen-Endung „-hausen“ geschlossen werden kann.


In den mehrmaligen Erwähnungen des Dorfes vom Mittelalter bis in die Neuzeit hat sich die Schreibweise des Dorfnamens mehrfach verändert, von Hatticheshuson über Hedgerishusen, Hettekeshusen, Hetkeshusen zum heutigen Namen Hetjershausen. Bereits seit dem ausgehenden Mittelalter gehörte Hetjershausen zum Gericht Harste, später zum Amt Harste. Nach der preußischen Kreisordnung kam Hetjershausen ab 1.4.1885 zum Landkreis Göttingen; seit der Eingemeindung in die Stadt Göttingen am 1.1.1973 ist das Dorf Ortsteil der Stadt Göttingen.


Die Kirche ist das älteste Gebäude im Ort mit einem Turm aus der Zeit um 1300, der wahrscheinlich als Wehr- und Wachtturm zu einer Landwehr gehörte. Ein bereits in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts angebautes Kirchenschiff wurde 1799 durch das jetzige Kirchengebäude ersetzt. Ein spätgotischer Altar des südniedersächsischen Altarschnitzers Bartold Kastrop aus dem Jahre 1509 ist eine besondere Kostbarkeit der Kirche.


Aufgrund der Höhenlage (240 m über NN) und der durchlässigen Gesteine in Untergrund (Muschelkalk) war die Versorgung von Mensch und Tier mit Wasser von alters her schwierig. Sie erfolgte aus verschiedenen Brunnen, die im Sommer manchmal trocken fielen. Erst im Jahr 1952 konnte der zeitweilige Wassermangel durch den Bau einer eigenen Wasserleitung behoben werden. Das Wasser als lebenswichtiges und knappes Gut ist indirekt im Wappen des Ortes verewigt, das den Klotzbrunnen (silber) mit blauem Himmel auf grünem Grund zeigt.


Bereits zweimal erfolgte eine Neuordnung der Feldflur (756 ha). Im Jahre 1881 wurde die erste Verkoppelung durchgeführt, und in der 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erfolgte eine weitere Flurbereinigung mit Wegeausbau. Ab 1962 setzte eine stürmische Siedlungs- und Neubautätigkeit ein, die Neubaugebiete am Schlehenring, am Hasenwinkel, am Winterberg und am Bartold-Kastrop-Weg entstehen ließ, so dass die Einwohnerzahl von 252 im Jahr 1932 auf heute 1162 (2006) angestiegen ist.

Verwaltung/Politik

Seit der Gebietsreform in den Jahren 1964 und 1973 bilden die Stadtteile Groß Ellershausen, Knutbühren und Hetjershausen eine Ortschaft im Sinne der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO), für die 1 Ortsrat besteht. Betreut wird der Ortsrat von der Verwaltungsstelle Grone.

Vereine

siehe auch

Weblinks