Heyne-Saal

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Universitätsbibliothek in der Prinzenstraße: Zum Heyne-Saal haben Nutzer aus Sicherheitsgründen keinen Zugang mehr.

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen beheimatet auch den Heyne-Saal. Er ist im historischen Bibliotheksgbäude an der Prinzenstraße untergebracht und gilt als schönster Bibliothekssaal.

Heyne-Saal für Nutzer geschlossen

Die spektakuläre Diebstahlserie eines vor kurzem verstorbenen Mitarbeiters der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen hat jetzt auch Folgen für Studenten und Forscher aus aller Welt: Der berühmte Heyne-Saal, der als einer der schönsten Bibliothekssäle in Deutschland gilt, ist jetzt nicht mehr frei zugänglich. Bislang konnten Forscher dort in einem einmaligen Ambiente arbeiten und in den rund 200000 Bänden aus dem Altbestand der Uni-Bibliothek herumstöbern. Der Heyne-Saal befindet sich im historischen Gebäude der Universitätsbibliothek, die nicht nur wegen ihrer umfangreichen Bestände, sondern auch wegen der Liberalität des Zugangs schon von Goethe, Herder und anderen Geistesgrößen gelobt wurde.

Mit dieser Liberalität ist es jetzt vorbei: Die Universität habe nach der Diebstahlserie ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft, sagte Hochschulsprecher Bernd Ebeling. So hätten nur noch wenige Mitarbeiter Zutritt zu dem Heyne-Saal, in dem sich die Bestände aus dem Zeitraum zwischen 1601 und 1900 befinden. Wer mit den alten Büchern arbeiten möchte, kann dies nicht mehr vor Ort tun, sondern muss die entsprechenden Bände bestellen. Diese werden dann in einen anderen Lesesaal gebracht.

„Die Einschränkungen sind bedauerlich, aber erforderlich zum Schutz der dort untergebrachten Bücher“, sagte Ebeling. Im Rahmen von Führungen könne der Heyne-Saal aber weiterhin besichtigt werden.

Der Bibliotheksmitarbeiter war Ende vergangenen Jahres bei einer fingierten Übergabe festgenommen worden, als er eine kostbare Erstausgabe aus dem Jahr 1545 an einen Antiquar verkaufen wollte. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass er seit dem Jahr 2006 weitere 48 Bücher im Gesamtwert von rund 320 000 Euro aus den historischen Beständen entwendet und weiter verkauft hatte.