Holbornsche Haus

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nach 14 Jahren schon wieder ein Sanierungsfall: das rote Haus in der Roten Straße.

Das Holbornsche Haus ist ein Haus in der Roten Straße in Göttingen.

Holbornsches Haus schon wieder marode

Noch nicht einmal anderthalb Jahrzehnte ist es her, dass der älteste Profanbau Göttingens in der Roten Straße 34 mit großem Aufwand grundsaniert wurde. Jetzt ist das sogenannte Holbornsche Haus schon wieder marode: Bis zu 800 000 Euro müssen in das Gebäude gesteckt werden, bestätigen die Stadtverwaltung und die Göttinger Milde Stiftung, der das Gebäude gehört.äden.

7,1 Millionen D-Mark (gut 3,6 Millionen Euro) kostete die Sanierung des Hauses, die zwischen 1994 und 1998 vorgenommen wurde. Danach galt die Immobilie als Paradebeispiel einer gelungenen Wiederbelebung einer heruntergekommenen Immobilie und als Schmuckstück des historischen Göttingens. Doch jetzt lastet auf dem 1266 errichteten Gebäude ein Sanierungsbedarf, dessen Kosten zwischen 700 000 und 800 000 Euro beziffert wird – immerhin mehr als ein Fünftel der damals aufgebrachten Summe. Marode sind offenbar hauptsächlich die Fassade und die Balkenköpfe, erklärt die Stiftung.

Bevor jedoch irgendwelche Arbeiten beginnen, soll für das Holbornsche Haus ein Wertgutachten erstellt werden. „Wenn das Ergebnis vorliegt“, erklärt Stadt-Sprecher Detlef Johannson im Namen der Stiftung, „wird über das weitere Vorgehen weiter beraten.“ Dies sei der derzeitige Stand der Abstimmung zwischen Stiftungsverwaltung und dem Fachbereich Gebäude und Immobilien, der das Haus im Auftrag der Stiftung betreut.

Das unter Denkmalschutz stehende Holbornsche Haus ist seit 1921 in Stiftungsbesitz. Zurzeit wird das Gebäude für Wohnzwecke und Veranstaltungen genutzt. Außerdem ist dort die Göttinger Stadtarchäologie untergebracht.

Sollten sich Sanierungsfehler herausstellen, wäre dies der vierte große Restaurierungsskandal in der Region. Bei der Rekonstruktion der Göttinger Junkernschänke 1983 wurden ungeeignete Materialien verwendet, was große Schäden zur Folge hatte. Noch schlimmer ist der Fall des Duderstädter Rathauses, ein einzigartiges Fachwerkjuwel. Bei der Sanierung 1982 bis 1987 wurde schadhaftes Holz nur verspachtelt. Unter einer ungeeigneten Farbe verfaulte das tragende Holz.

Göttinger Tageblatt vom 28. Juni 2012