Holger Schäfer

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Minnesänger auf Burg Prunn: Holger Schäfer (Mitte).

Holger Schäfer wurde 1971 in Göttingen geboren. Nach ersten Versuchen auf der Blockflöte, die er zu Grundschulzeiten lernte, bildete er sich bis zum Musikstudium in den unterschiedlichsten musikalischen Fächern aus: Kirchenorgel, Klavier, Chorleitung, Cembalo und Gesang. Schließlich studierte er historische Blockflöte und Cembalo an der Musikakademie Kassel. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Harfe und hat seine Leidenschaft für das Geschichtenerzählen und die Kombination „Singen zur Harfe“ entdeckt. Es lag nahe, dass er dabei schließlich beim Minnesang landete.

Adelebsener ist Minnesänger des Jahres

Minnesänger des Jahres ist Holger Schäfer aus Adelebsen. Am Sonnabend kürte das Publikum des diesjährigen Minnesänger-Wettstreits auf Burg Prunn im Altmühltal den Sänger zum Sieger. Der Adelebsener holte den Titel bereits zum zweiten Mal.

"In mir erwachte aufs Neue die Liebe zu Geschichten und Klängen aus alter Zeit, das Eintauchen in Sehnsüchte und Unerfülltes. Mich lässt diese Art der Musik, ihre Stimmung und Magie einfach nicht mehr los," so beschreibt Holger Schäfer selbst seine Leidenschaft für den Minnegesang. Seit vier Jahren wendet ist Schäfer unterwegs mit Programmen zum Sängerkrieg auf der Wartburg und zur Geschichte des Minnesangs. Außerdem spielt er im Ensemble „Trigon“. 2008 errang er den Titel „Minnesänger des Jahres“ schon einmal, damals auf der Clingenburg am Main (Bayern).

Der Sängerwettstreit wurde in diesem Jahr von der Bayerischen Schlösserverwaltung als Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Ritter, Recken, edle Frauen“ auf Burg Prunn durchgeführt. Im Mittelpunkt stand der „Minnesang vom Donaustrand“ vom Kürenberger bis hin zu Reinmar von Brennenberg, vor allem aber das Nibelungenlied, denn von Burg Prunn stammt die Handschrift D des bekannten Epos, der sogenannte Prunner Codex.Beim Sängerstreit wurde auf die Entstehungsgeschichte dieser Handschrift Bezug genommen. Außerdem trugen die fünf Interpreten – neben Schäfer waren das Knud Seckel (Alsbach), Hans Hegner (Berlin), Frank Wunderlich (Lützelbach) und Thomas Schallaböck (Wien) – Auszüge aus dem Nibelungelied vor. Das Publikum lauschte den unterschiedlichen Umsetzungen der Geschichte um Siegfried, Kriemhild, Brünhild und den Verräter Hagen. Applaus gab es für alle Interpreten, doch am Ende errang Schäfer erneut die Trophäe.

Der Wettstreit wird von der Internetplattform minnesang.com und dem Mittelaltermagazin Karfunkel präsentiert und findet seit 2005 im jährlichen Turnus an wechselnden Spielorten statt. Auch im nächsten Jahr saoll die Veranstaltung stattfinden, wo steht noch nicht fest. Mehr Infos gibt es beim Künstlerischen Leiter des Wettstreits, Lothar Jahn, unter Telefon 05671/925355.

Göttinger Tageblatt vom 13. Juni 2012