Hugo Donder

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Hugo Donder wurde per Ratsbeschluss vom 28. Oktober 1986 zum Ehrenbürger der Stadt Göttingen erklärt.

Portrait im Ratssaal des Künstlers Beyer


Artikel zu seinem Tod im Oktober 2006:

Hugo Donder gestorben

Göttingens Ehrenbürger Hugo Donder ist am Montag im Alter von 97 Jahren gestorben. Oberbürgermeister Jürgen Danielowski (CDU) würdigt sein Leben:

Wer sein Lachen hörte, wusste: Da kommt einer, der das Leben liebt und die Menschen mag. Hugo Donder: Göttinger Ehrenbürger, CDU-Kommunalpolitiker, der jahrzehntelang die Geschicke der Stadt prägend mitbestimmte. Ein gebürtiger Ostpreuße, dessen Lebensmotto der Königsberger Landsmann Kant formulierte: Handle so, dass die Maxime Deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten kann.

Donder kam im Jahr 1947 mit Frau und drei Kindern nach Göttingen. Als Offizier hatte er den Zweiten Weltkrieg mit fünf Verwundungen und die anschließende Gefangenschaft überstanden. In seiner Heimat Ostpreußen hatte er drei Großhandelsbetriebe mit 220 Mitarbeitern verloren. Um eine neue Existenz zu gründen, übernahm er 1947 eine stillgelegte Eisenhandlung in Göttingen. Er baute einen für die Region bedeutenden Betrieb auf. Die aktive Tätigkeit beendete er 1970. Der Stahl- und Sanitärbereich ging an ein überregional aktives Unternehmen. Donder wirkte 18 Jahre im Aufsichtsrat der größten internationalen Einkaufsgenossenschaft für Eisenwaren. Donder war unter den Mitbegründern des Arbeitgeberverbandes Südhannover sowie dessen zweiter Vorsitzender. Er gehörte von Gründung der Ortskrankenkasse nach dem Krieg bis 1980 deren Vertreterversammlung an. Bei der ersten Nachkriegssitzung der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen wurde er in den Handelsausschuss gewählt.

Er war unter anderem Präsident zweier Sportvereine, Vorstand der Jägerschaft Göttingen, Kirchenvorstand St. Johannis, Finanz- und Bauausschuss des Kirchenkreises-Stadt und Landmannschaft Ostpreußen, Beirat der Göttinger Werkstätten. Donder gründete die Sektion Südniedersachsen des CDU-Wirtschaftsrates und war acht Jahre deren Sprecher. Ebenso war er Mitbegründer und Beiratsmitglied der Göttinger CDU-Mittelstandsvereinigung.

Für die CDU kam er 1964 in den Rat der Stadt, dem er 22 Jahre angehörte, unter anderem als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Senator, Zweiter Bürgermeister. Als Kommunalpolitiker kümmerte er sich vor allem um die Förderung der Wirtschaft. Seine Ratstätigkeit verstand er in erster Linie als Verpflichtung gegenüber allen Bürgern der Stadt. Tolerant und mit Überzeugungskraft suchte er stets den Konsens. Dem Zufall überließ er dabei allerdings nichts. Politik war ein Teil seines Selbstverständnisses. Ihm wurden im Gegenzug Ehrungen, Auszeichnungen und höchste Orden zuteil. 1986 wurde Hugo Donder mit einstimmigem Ratsbeschluss zum Ehrenbürger der Stadt gewählt und Ehrenmitglied der CDU-Fraktion.

Freizeit und Erholung suchte Hugo Donder in der Natur. Er war passionierter Jäger. Sein Revier in Lichtenhagen betreute er über 40 Jahre. Die Verbindung zu den Dorfbewohnern war so eng, dass vor über drei Jahrzehnten dort eine "Hugo-Donder-Straße" benannt wurde. Hugo Donder, Elder Statesman im besten Sinne, starb nach langem geduldig ertragenen Leiden im 98. Lebensjahr im Kreise seiner Familie. Bis zuletzt lachte er gern und viel."

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 18.10.2006, Autor: Jürgen Danielowski