Immensen

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Wappen von Immensen

Immensen ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz und Solling. Er gehört zur Stadt Einbeck.


Personen und Organisationen

  • Ortsbürgermeisterin: Ingeborg Cramm.

Lexikonteil

Allgemein

  • Einwohner gesamt (Stand 01/2007): 356. Davon sind 181 männlich. 175 Einwohner sind weiblich.
  • Geographische Lage: 9° 53' Länge, 51° 46' Breite.

Immensen, eines der kleinsten Dörfer im Altkreis Einbeck, liegt in einem Nebental des Leinetales, welches sich in westlicher Richtung nach Odagsen hin erstreckt.

Geschichte

Die älteste im Pfarrarchiv vorhandene Urkunde aus dem Jahre 1497, eine Schenkungsurkunde des Herzoges Heinrich zu Braunschweig, spricht von »Immensen«. Die Urkunde gibt auch Nachricht davon, daß in Immensen in alten Zeiten eine Kapelle gewesen ist. Bis Ende des 17. Jahrhunderts muß diese Kapelle in Immensen verfallen gewesen sein - vielleicht ein Opfer des Dreißigjährigen Krieges - und sie wird später merkwürdigerweise auch nie mehr erwähnt. Die zur Kapelle gehörigen Ländereien fielen 1720 an die Kirche zu Odagsen, da Odagsen die Mutterkirche für Immensen war.

Die älteste Dorfform von Immensen ist ein Haufendorf gewesen. Alle Gehöfte lagen um den »Teich« herum, der noch bis 1892 vorhanden war, dann wurde er zugeschüttet. Noch heute heißt der freie Platz im Dorfe »Auf dem Teiche«. Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges sind in der Pfarrchronik einige, jedoch dürftige Nachrichten enthalten. Diese besagen sehr deutlich, daß die Jahre 1625, 1626, 1632, 1641 besonders verhängnisvoll waren. Die Bevölkerung war arg zurückgegangen, 600 Einwohner zählte das ganze Kirchspiel mit drei Gemeinden.

Ein Unglücksjahr war 1772, wo in Immensen ein großer Brand wütete. Am 28. August 1772 brach in dem Söhnholz´schen Hause Feuer aus, das den ganzen Ort bis auf 6 Häuser in Asche legte; ein drei Monate altes Kind kam in dem Flammen um. Ein zweiter Brand vernichtete den Rest des Dorfes. Dabei blieb das Schlüter´sche Arbeiterhaus Nr. 21 an der Kötherstraße, in dem heute Rimroth wohnt, über. Es ist das älteste Haus in Immensen.

Der Oberamtmann Quaetfaslem gab die Anweisung, Immensen nach einem bestimmten Plan in Vierecksform aufzubauen. Darum sind die geraden Dorfstraßen von etwa gleicher Länge.

In den Jahren von 1857 bis 1862 wurde die Verkoppelung durchgeführt. Nach Aussagen von den Alten der Gemeinde wurden die Verhandlungen in dem Hermann Heise´schen Haus Nr. 2 durchgeführt, »weil sie den größten Tisch hatten, auf dem man die großen Landkarten ausbreiten konnte«. Der Heise´sche Hof erhielt sein gesamtes Ackerland in einem Stück im Salzfeld bis zum Stumpfen Turm, da Georg Heise den etwa 2 Morgen großen Garten vor seinem Hause für die Verkoppelung abgetreten hat.

Während des ersten Weltkrieges 1914 / 18 waren aus Immensen 56 Männer und Jugendliche zum Heeresdienst eingezogen, 15 von ihnen kehrten nicht zurück. 1939 - 1945, zum zweiten Weltkrieg, waren 70 Männer und Jugendliche eingezogen, davon sind gefallen, verstorben und vermißt 22.

Die Immenser Feldflur umfaßt 369 ha, die sich aufgeteilt in Ackerland und Wiesen. Weil nicht alle männlichen Personen in der Landwirtschaft Beschäftigung finden können, gehen noch 45 Männer und Jugendliche nach auswärts; so arbeitet der größere Teil bei den Kalk- und Mergelwerken, Einbeck, andere gehen zur Saline in Salzderhelden, und der Rest findet Arbeit bei der Saatzuchtfirma Rabbethge und Co., in Einbeck.

Immensen macht infolge der bäuerlichen Haltung unter den Dörfern im Kreise eine gewisse Ausnahme und zwar insofern, als kaum in einem anderen Dorfe soviel auf Viehzucht gegeben wird, wie hier. Obenan steht die Kaltblut - Pferdezucht. Auf den 23 bäuerlichen Betrieben werden rund 30 Zuchtstuten gehalten, und es hat schon Jahre gegeben, wo in Immensen 21 Fohlen gezogen und abgesetzt wurden. Dass man die Pferdezucht so intensiv und mit viel Eifer betreibt, hat wohl 2 Ursachen, einmal haben fast alle Immenser Bauern prozentual viel Wiesen und Weiden, zum anderen unterhält der Bauer Wille Nr. 5 schon seit 1898 eine Deckstation mit 1 oder 2 Kaltblut - Hengsten, die zum Teil aus Belgien eingeführt sind.

In den Jahren, als die Pferdezucht sich noch mehr lohnte, wurden schon 140 Stuten aus dem Kreisgebiet gedeckt. Gezüchtet wurden in den früheren Jahren meist »Füchse« mit heller Mähne, in den letzteren Jahren verdrängt der »Grauschimmel« den »Fuchs«. Nach Aussagen der Züchter hat das braune Kaltblut - Pferd die Zukunft. Neben der Pferdezucht wird auch Rindvieh-, Schweine- und Schafzucht betrieben.

1898 / 99 wurde das Immenser Schulhaus gebaut; bis dahin mussten die Immenser Kinder nach Odagsen zur Schule. Von 1899 - 1947 war die hiesige Schule einklassig. Durch den Zuzug von Flüchtlingen und Evakuierten stieg die Schülerzahl auf 107 (mit nur 18 einheimischen Kindern); da ergab sich die Notwendigkeit, eine zweite Lehrerstelle einzurichten. Ab 1. November 1947 hat der Ort eine dreiklassige Schule, mit 2 Lehrkräften und 2 Klassenräumen. (1 Klassenraum aus 2 Zimmern der Lehrerwohnung wurde vorübergehend behelfsmäßig eingerichtet).

Im Jahre 1909 erhielt der Ort das elektrische Licht von der Firma Lockemann, Sülbeck. Als in den Jahren 1934 / 35 sich ein großer Wassermangel bemerkbar machte, wurde unter großem Aufwand eine Gemeindewasserleitung gebaut. Aus einer Tiefe von 88,5 m. wird das Wasser hochgepumpt zum Behälter auf Höhe 141 (Wasserscheide Edemissen / Immensen). Von dort wird der Ort mit Trinkwasser versorgt. Von den Verwüstungen des zweiten Weltkrieges ist der Ort bewahrt geblieben.

  • Quelle: O. Giesecke.

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