Innen schön rosa

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"Innen schön rosa" ist der Name eines Untergrund-Restaurants.

Kochen für ein Garagendinner: Johanna und Christoph.

Firmenportrait im Göttinger Tageblatt

Das Spiel mit dem Unbekannten ist Teil des privaten Untergrund-Restaurants „Innen schön rosa.“ Nein, fotografieren lassen wollen sich die beiden Initiatoren Johanna und Christoph nicht. „Unsere Gäste sollen sich überraschen lassen, wer sie bewirten wird“, sagt Christoph.

Denn auch die beiden Hobby-Köche kennen nur den Namen der Gäste, die sich angemeldet haben. Wer dann abends am Tisch sitzt, ist für sie ebenso wie für die Gäste untereinander eine Überraschung.

„Aufregend wie ein Blind Date, nur viel leckerer“, beschreiben sie ihr Untergrund-Restaurant.

Das Prinzip ist einfach: Wer beim nächsten „Innen schön rosa“-Termin dabei sein will, meldet sich auf der Internetseite innenschoenrosa.wordpress.com an. Dort gibt es zumindest einen ersten Eindruck vom Menü. Der Termin ist genannt. Mehr nicht.

„Bei den Anmeldungen gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, sagt Christoph. Acht bis zehn Gäste können er und seine Freundin in ihrem Wohnzimmer bewirten. Mehr nicht. Klein und intim soll es sein.

Supper Clubs

Vor ein paar Jahren hatten die beiden 26- und 28- Jährigen zum ersten Mal von der Idee dieser so genannten Supper Clubs gehört, die es in größeren Städten bereits gab. „Das fanden wir spannend und wollte so etwas auch ausprobieren.“ Vor gut einem Jahr haben die beiden dann selbst begonnen, „Innen schön rosa“ in Göttingen zu starten. Ohne große Werbung.

Nur durch Mundpropaganda haben sie inzwischen drei Veranstaltungen organisiert. Zuletzt im Oktober als es etwa ein Gorgonzola-Frischkäse-Mousse an Birnen-Chutney gab, gefolgt von Hirsch mit Kirsch und gestiefeltem Kartoffelgratin.

„Es ist schon eine Herausforderung, für zehn Leute gleichzeitig zu kochen und glücklich und zufrieden zu machen“, gibt Johanna zu. Der Abend des Dinners ist für beide stressig. „Zeit selber mitzuessen haben wir nicht“, sagt Christoph. Nach getaner Arbeit bleibt am Ende aber immer noch Zeit, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

„Das ist unser Hobby“

Schon der Vor- und Nachmittag sind mit Vorbereitungen, Dekorieren, Tischdecken gut ausgefüllt. Und es macht Spaß: „Das ist unser Hobby“, bekennen beide. In der Küche sind die Rollen klar verteilt. Christoph ist für das Fleisch zuständig, Johanna für die „Feinarbeiten“. Die Ideen für neue Gerichte und Menüs finden sie durch „Recherche“ und „Ausprobieren“, sagt Johann. Viel hängt mit den eigenen Vorlieben zusammen, viel an der Produktauswahl, die die Jahreszeit bietet.

„Als wir anfingen, dachten wir, dass wir mit dieser ungewöhnlichen Form eher junge Leute ansprechen“, sagt Christoph. Weit gefehlt. „Mitte 40 aufwärts“ sei das Durchschnittsalter gewesen. „Das mag auch an den 40 bis 50 Euro liegen, die wir pro Gast nehmen. Das ist eine Betrag, den etwa Studenten nicht unbedingt bereit sind, für ein Essen auszugeben“, sagt Christoph.

Als Aufwandsentschädigung und Spende will er den Betrag verstanden wissen. Dafür gibt es ein Fünf-Gänge-Menü, Getränke inklusive. Und frische, hochwertige Produkte, versprechen die beiden. Er sitzt als Mitarbeiter bei einem italienischen Spezialitätenhändler direkt an der Quelle.

Dinner in einer Garage

Das nächste Essen ist geplant, Gerichte haben Johanna und Christoph probegekocht und für gut befunden, das Menü steht. Diesmal soll es ein Dinner in einer Garage werden. Statt der acht Gäste sollen am Sonnabend, 22. Juni, ab 19 Uhr 18 Gäste bewirtet werden. „Das Thema wird der Sommer sein“, sagt Christoph.

Und statt eines eher gediegenem Ambiente kündigt er einen „eher rustikaleren aber außergewöhnlichen Rahmen“ an. Während das Menü steht, ist der Ort des Geschehens immer noch strengste Geheimsache. „Die Gäste bekommen zwei Tage vorher die Adresse genannt“, sagt Christoph.

Das erwartet die Gäste:

Rhabarber-Bellini, Wassermelonen-Schafskäse-Minz-Würfel, Kräuterschaumsuppe, Gegrillter Thunfisch mit Avocado-Kartoffel-Salat, Mozzarella und Erdbeeren, Bisteccha alla Fiorentina vom Grill an grünem Spargel und Kirschtomaten, Joghurt-Zitronenthymian-Parfait, Caffè und Digestif.

Während Johanna sich als Fan „klassischer Pasta-Gerichte“ outet, wenn es nicht gerade neue Rezepte für den Super-Club zu testen gibt, beschreibt Christoph sein Lieblingsgericht so: „Das was Mama kocht.“ Egal ob Königsberger Klopse oder Grüne Sauce.

Quelle: Artikel von Michael Brakemeier im Göttinger Tageblatt vom 7. Juni 2013.

Foto: Michael Brakemeier.