Irina Korschunow

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Irina Korschunow

Die Schriftstellerin Irina Korschunow hat von 1949 bis 1954 in Göttingen Germanistik, Anglistik und Soziologie studiert.

Auch in ihrem Roman „Langsamer Abschied“ spielt die Universitätsstadt eine Rolle: Dort beginnt die Beziehung der Helden dieses Buches.


Langsamer Abschied

Nora und Pierre sind ein ganz normales Ehepaar. Mit den üblichen Problemen – Karrierestreben, das der Beziehung entgegensteht, unerfüllter Kinderwunsch, ein Seitensprung des Mannes. Doch dann verunglückt Pierre schwer, liegt lange bewusstlos im Koma – und stirbt nach Monaten.

„Langsamer Abschied“ hat die 84-jährige Autorin ihren Roman genannt. Und genau darum geht es, nicht um dramatische Entwicklungen, sondern um die Beschreibung und Analyse der Gefühle, die sich in dieser Situation einstellen. Nora macht sich Vorwürfe, meint, Dinge versäumt zu haben, falsche Entscheidungen gefällt zu haben. Sie schwankt zwischen Hoffnung und Verzweiflung, ist bereit, ja hält es für selbstverständlich, ihr Leben ganz der Versorgung des Todkranken zu widmen, ertappt sich aber bei widerstreitenden Gefühlen. Die freundliche Zuwendung des behandelnden Arztes weist sie anfangs brüsk zurück und macht sich später Vorwürfe, dass ihr dieses Verhältnis gut tut. Die Trauer um Pierre setzt lange vor seinem Tod ein, sein Ende bedeutet zugleich auch Erleichterung. Aber kann sie dieses Gefühl akzeptieren? Mal siegt ihre Angst, mal setzt sich neuer Lebensmut durch.


Irina Korschunow: Langsamer Abschied. Roman. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2009, 157 Seiten, 17,95 Euro.
Hörbuch (gekürzt), gelesen von Marion Martienzen. Zwei CDs, 19,95 Euro.