Jüdischer Friedhof Geismar

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Initiative in Vorbereitung: Artikel im Göttinger Tageblatt

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Initiative für den jüdischen Friedhof: Gerda Fischer, Frank Möbus, Dieter Czech, Friederike Schmidt-Möbus, Christa Schwalbe, Ute Döring, Steffani Wirth und Bettina Kratz-Ritter (von links oben).

Die Fraktionen im Ortsrat Geismar wollen eine Initiative für den jüdischen Friedhof an der Trift starten. Anlass ist vor allem der schlechte Zustand des Gedenksteines inmitten der umzäunten Fläche. „Wir finden es schade, dass der Friedhof so in Vergessenheit geraten ist“, erklärte Ortsratsmitglied Friederike Schmidt-Möbus (SPD) bei einem Ortstermin.

Zugeschüttet und zerstört

Henneberg, Katz, Levinson und Rosenberg sind laut Einwohnerliste 1852 die Namen der jüdischen Familien in Geismar. Zu der Zeit zählte die Göttinger Synagogengemeinde 16 Mitglieder, sieben davon stammen aus Geismar.

Ungefähr zu der Zeit, schreibt Wilhelm Behrendt in seinem Aufsatz „Bet Olam – ein Haus der Ewigkeit“ in der Chronik „950 Jahre Geismar“ (Mecke-Verlag, 2005), habe es auf dem Friedhof auch die letzten Bestattungen gegeben. 1937 sei die Stätte „zugeschüttet und damit zerstört“ worden. Von den Grabsteinen fehle heute jede Spur.

Mitte der 90er Jahre Aktion von Schülern

Bereits Mitte der 1990er Jahre habe es eine Aktion von Schülern und eine Ortsratinitiative gegeben, erinnert sich Christa Schwalbe, ehemaliges Ortsratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Damals sei eine Gedenktafel mit Hinweis auf die jüdische Begräbnisstätte an der Hauptstraße installiert worden.

Jahrzehnte zuvor hatte der Landesverband der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens als Eigentümer der Fläche einen Gedenkstein aufgestellt. Zitiert wird dort unter anderem der Prophet Jeremia (8,23): „Wäre doch mein Kopf ein Gewässer und meine Augen ein Tränenquell, daß ich beweinen könnte Tag und Nacht die Erschlagenen der Töchter meines Volkes.“

Teile der Inschriften unleserlich

Teile der Inschrift, so Schmidt-Möbus, seien durch Verwitterung unleserlich, „deshalb wollen wir im Ortsrat eine Initiative starten. Und wir wollen soviel Menschen wie möglich ins Boot holen“. Details sollten mit den Grundeigentümern abgestimmt werden. „Wir werden überlegen, wie wir vom Ortsrat aus mit unseren kleinen Mitteln helfen können“, ergänzt Steffani Wirth (Grüne).

Wichtig sei auch, die Geschichte der Fläche weiter zu ergründen. Dazu könnten die älteren Bürger Geismars beitragen: Die Ortsratsmitglieder hoffen auf Unterstützung. Bettina Kratz-Ritter von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit regte an, ein neues Schülerprojekt zu starten.

Quelle: Artikel von Katharina Klocke im Göttinger Tageblatt vom 10.04.2013.

Foto: Jan Vetter.