Jacobi-Kantorei

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Die St. Jacobi-Kantorei ist eine Kantorei in Göttingen.

Gemeinsames Tanzen am Abschlussabend: Gemeindemitglieder aus Mlalo und Mitglieder der Jacobi-Kantorei in Tansania.

Mitglieder der Jacobi-Kantorei singen in Tansania

Seit 1995 besteht eine Partnerschaft zwischen der Göttinger Jacobi-Kirchengemeinde und der lutherischen Kirchengemeinde Mlalo in Tansania. Erstmals ist nun aus Göttingen eine größere Gemeindegruppe, bestehend aus Mitgliedern der Kantorei, nach Afrika gereist.

Die Kantorei-Mitglieder, auch Kantor Stefan Kordes war mitgereist, besuchten Einrichtungen wie eine Krankenstation oder eine Blindenschule. Dort wurde ebenso gesungen wie bei Konzerten, im Gottesdienst oder bei einer Andacht. Entstanden ist die Kirchenpartnerschaft aus bereits früher bestehenden Schulpartnerschaften in Göttingen. Die Jacobi-Kirchengemeinde unterstützt die Gemeinde in dem mehrere tausend Einwohner zählenden Ort Mlalo durch regelmäßige Kollekten und durch Spenden. Laut Rudolf Tammeus hat die Göttinger Gemeinde bisher 15000 Euro an Spenden aufgebracht. 1999 hat der Kirchenvorstand beschlossen, schwerpunktmäßig den Bau und den Betrieb einer Krankenstation und die Erhaltung der historischen und immer noch genutzten Missionsbauten zu unterstützen. Die Krankenstation wurde auch durch Sachspenden wie ein Ultraschallgerät und Medikamente unterstützt. Laut Tammeus wurde durch die Möglichkeiten der Geburtshilfe in der Krankenstation die Säuglingssterblichkeit in Mlalo um zehn Prozent verringert.

Doch die Partnerschaft sei ein Geben und Nehmen, betont der jetzige Koordinator Achim Keding. So sei man sehr herzlich empfangen worden. Die Gemeinde in Mlalo sei zwar auf materielle Hilfe angewiesen, sagt Kantorei-Mitglied Christa Schwalbe. Sie betont jedoch ebenso wie Keding die Fröhlichkeit, Lebendigkeit und Offenheit des dort gelebten Glaubens. Dies vermittle einem das Gefühl, auch beschenkt zurückzukommen. Ulla Kirstein zeigt sich zudem fasziniert von der Verbindung aus Gesang und Bewegung bei afrikanischen Chören. Es sei auch ein Erlebnis, mit welch tollen Stimmen und welchem Stimmvolumen der Glaube im Gottesdienst gelebt werde.

Die Gemeinde in Mlalo geht auf die Bethel-Missionare Paul Wohlrab und Ernst Johannsen zurück. Sie begannen ihre Arbeit dort im Mai 1891. Zunächst entstanden in dem Ort ein Wohnhaus und eine Kirche, später eine Schule und eine Krankenstation. Wohnhaus, Kirche und Schule sind bis heute erhalten, die Krankenstation wurde mit Unterstützung der Jacobi-Spenden neu erbaut. In Mlalo leben – wie in ganz Tansania – neben Christen auch Muslime und Anhänger der traditionellen Naturreligion.