James Franck

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James Franck

James Franck war ein deutsch-us-amerikanischer Physiker. Er war von 1920 bis 1933 Professor für Experimentelle Physik an der Georg-August-Universität und erhielt 1925 zusammen mit Gustav Hertz den Nobelpreis für Physik „… für ihre Entdeckung der Gesetze, die bei dem Zusammenstoß eines Elektrons mit einem Atom herrschen.“

Franck wird am 26. August 1882 in Hamburg als Sohn einer alteingesessenen Bankiersfamilie jüdischer Abstammung geboren. Er beginnt 1901 in Heidelberg ein Jura- und Ökonomiestudium, doch interessiert er sich seit früher Jugend für die Naturwissenschaft. Während des Studiums macht er die Bekanntschaft von Max Born, der ihm den Rat gibt, Physik zu studieren. Franck geht daraufhin 1902 nach Berlin, habilitiert sich dort 1911 im Fach Physik und macht die Bekanntschaft von Gustav Hertz.

Die harmonische Zusammenarbeit von James Franck und Gustav Hertz im Physikalischen Institut der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin führt nach nur zweijähriger Forschung zu einem spektakulären Ergebnis. Gemeinsam führen die Physiker 1913 Stoßversuche zwischen Elektronen und Quecksilber-Atomen durch und machen die für die Entwicklung der Quantentheorie bedeutende Entdeckung, dass die Atome mit der gleichen Energie quantenhaft angeregt und durch UV-Strahlung abgeregt werden.

Die Elektronenstoßexperimente von Franck und Hertz liefern einen direkten experimentellen Beweis für die diskreten (nicht-kontinuierlichen) Energiestufen des Atoms und werden damit für den Erfolg der Quantentheorie entscheidend. Mit ihren Versuchen waren die diskontinuierlichen Energiestufen entsprechend dem Bohrschen Postulat nachgewiesen. Für diese Pionierleistung wird den beiden Forschern 1925 der Nobelpreis zuerkannt.

Bereits 1921 wird Franck auf Drängen von Born gemeinsam mit ihm als Professor für Experimentalphysik an die Georg-August-Universität Göttingen berufen. Die beiden sind seit ihrer Studienzeit in Heidelberg Freunde. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Göttingen in den 1920er Jahren junge Physiker aus aller Welt anzieht. Hier widmet sich Franck mit einer großen internationalen Gruppe vor allem der Erforschung atomarer Stoßprozesse, der Molekülspektroskopie und der Photochemie. Franck verzichtet weitgehend auf eigene Experimente, regt Forschungsarbeiten an und lässt seinen Schülern und Assistenten große Freiheiten.

In dieser Zeit wird die neue Quantenmechanik durch Born und Heisenberg entwickelt. Hierbei wirkte Franck mit, indem er die theoretischen Vorstellungen über den Bau der Atome und Moleküle und den Verlauf der sich in ihnen sich abspielenden entwickelt. Solidarisch mit seinen jüdischen Fachkollegen legt Franck 1933 sein Ordinariat nieder und emigriert in die USA, wo er eine Anstellung an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore erhält. Während des Zweiten Weltkrieges beteiligt er sich an der technischen Nutzbarmachung der Kernenergie im ersten Atomreaktor in Chicago und hat dann auch an der Entwicklung der Atombombe mitgearbeitet.

Als er erfährt, dass die Atombombe noch nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus gegen Japan eingesetzt werden soll, warnt er im Juni 1945 in einem Bericht an die amerikanische Regierung vor einem Abwurf auf lebende Ziele. Dieser von sieben führenden Wissenschaftlern unterzeichnete „Franck-Report“ ist der Anfang aller Bestrebungen zur Ächtung von Kernwaffen. Franck ist seit 1933 Auswärtiges Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Die Stadt verleiht ihm während ihrer Tausendjahrfeier 1953 die Ehrenbürgerwürde und 1962 erhält er den Dannie-Heinemann-Preis der Göttinger Akademie.

James Franck stirbt am 21. Mai 1964 bei einem Besuch in Göttingen. An seinem ehemaligen Wohnhaus in der Merkelstraße 4 bringt die Stadt 1968 ihm zu Ehren eine Gedenktafel an und benennt 1980 in Weende-Nord den James-Franck-Ring nach ihm.

James Frank wurde am am 28. Juni 1953 zusammen mit Max Born, Herman Nohl und Richard Courant die Ehrenbürgerschaft der Stadt Göttingen verliehen.

Wohnhäuser

James Franck wohnte u.a. im Haus Merkelstraße 4, dem Fridtjof-Nansen-Haus, in dem heute das Goetheinstitut untergebracht ist.


Literatur

Stein, Ilse: Protest gegen Atomwaffen. Göttinger Tageblatt, 28. September 2002.

Weblinks

Mehr Informationen über James Frank bei wikipedia.