Jochen Brandi

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Jochen Brandi

Der Göttinger Jochen Brandi (*1933 †2005) war ein international erfolgreicher Architekt und erstellte etliche Entwürfe und Konzepte für die Göttinger Stadtentwicklung. Brandi hatte sich über Jahrzehnte in besonderer Weise für die Entwicklung der damals verfallenden Bahnhofs-Westseite einschließlich der Erhaltung der von Abriss bedrohten Lokhalle eingesetzt.

Zur Person und Arbeit

In einem „Neujahrsgruß“ für 1979 präsentiert Brandi in einem Faltblatt einen Entwurf für die Leineaue unter Einschluss der Lokhalle. In Brandis Worten ein „freiwilliger Beitrag zur Stadtentwicklung Göttingens“, sieht das Konzept vor, die Leineaue zu einem naturnahen, aber dennoch nutzbaren öffentlichen Raum zu entwickeln. Das Gelände um die Lokhalle soll dabei die Funktion einer „Kommunikations- bzw. Übergangszone der Stadt nach Wesen“, die Halle die eines hochkarätigen Veranstaltungsorts erfüllen. Dazu will Brandi die Halle an zwei Stellen in Ost-West-Richtung, quer zu ihrer Grundfläche öffnen – ein Plan, der am Denkmalschutz scheitert. Für den ohne Auftrag vorgelegten Plan erhält Brandi 1982 den Architekturpreis Niedersachsen des Bundes Deutscher Architekten.

Später wendet sich Brandi vehement gegen Pläne, die Lokhalle abzureißen. 1984 legt er neue, diesmal im Auftrag des Lokhallen-Investors Hans-Jürgen Ebel erstellte Pläne vor. Zwei Jahre später sehen seine Entwürfe einen zweistöckigen Anschlussbau an der Südostecke der Lokhalle und einen Hotelturm an der später tatsächlich gebauten Bahnhofsallee vor. Der Turm ist etwa dreimal so hoch wie die langgestreckte Lokhalle; das Ergebnis ist ein kontrastreicher, großstädtisch anmutender Gegenpol zur kuscheligen Kernstadt.

Ehrung

Am 13. Dezember 2010 wurde der Platz zwischen dem Westeingang des Bahnhofs und der Volkshochschule nach dem 2005 verstorbenen Architekten benannt.

Bürgermeister Ulrich Holefleisch enthüllte am Bahnhofs-Westeingang ein Straßenschild mit dem Namen „Jochen-Brandi-Platz“.


Quelle: Göttinger Tageblatt, 13. Dezember 2010, S. 10