Judentum in Göttingen

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Auf dem Grundstück der Jüdischen Gemeinde in der Angerstraße ist ein alter Ofen gefunden worden

Jüdische Gemeinden bildeten sich erst spät im heutigen Südniedersachsen. Die erste Gemeinde war Mitte des 13. Jahrhunderts in Einbeck.

Allgemein

Am 1. März 1289 durfte der Jude Moyse und seine Nachkommen Bürger der Stadt Göttingen werden. Eine größere Anzahl von Juden lebte in der Jüdenstraße im Nikolaiviertel. Nachdem im Jahre 1369/70 Herzog Otto III. der Stadt das Recht der Gerichtsbarkeit über die Juden abgetreten hat, kam es auch hier immer wieder zu blutigen Pogromen und Vertreibungen. Von 1460 bis 1599 wohnten über 100 Jahre lang überhaupt keine Juden in Göttingen.

Am 25. März 1942 wurden 103 Juden nach Warschau transportiert, am 31. Juli 1942 37 Juden nach Theresienstadt. Alle Deportierten starben. Nur wenige Juden aus Göttingen haben die Zeit des Nationalsozialismus überlebt.

Jüdisches Leben ab 1994

Seit 1994 gibt es in Göttingen wieder eine jüdische Gemeinde. Diese hat sich im Laufe der Jahre zu einer liberalen Reformgemeinde entwickelt.

Im Jahr 2001 wurde das Jüdische Lehrhaus Göttingen als Verein beim Amtsgericht Göttingen eingetragen. Die offizielle Gründungsveranstaltung fand am 16. Juni 2002 im Alten Rathaus zu Göttingen in Anwesenheit des Schirmherrn Sigmar Gabriel, damals Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, statt.

Genau elf Jahre nach der Wiedergründung der Jüdischen Gemeinde Göttingen konstituierte sich am 24. Juli 2005 die Jüdische Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen. Hierbei handelt es sich um eine konservative Masorti-Gemeinde, der neben ehemaligen Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Göttingen auch bis dahin nicht gemeindlich gebundene Juden angehören. Inzwischen hat die Jüdische Kultusgemeinde wie in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts die (orthodox ausgerichtete) Austrittsgemeinde eigene Räumlichkeiten gefunden.

Seit 2006 arbeitet die Jüdische Gemeinde an einem Synagogenbau in der Angerstraße. Hierfür wurde eine 1825 errichtete und zwischenzeitlich als Viehstall genutzte Synagoge in Bodenfelde ab- und in Göttingen wieder aufgebaut. Die Synagoge in Bodenfelde überstand die Zeit des Nationalsozialismus, da sie eng an anliegende Gebäude gebaut war, die durch das Pogrom ebenfalls zerstört worden wären. Mit der Fertigstellung der Synagoge in Göttingen wird 2008 gerechnet.

Jüdisches Leben heute

2007 gibt es in Göttingen 2 jüdische Gemeinden:

sowie als Unterstützer der Jüdischen Gemeinde den

Daneben widmen sich jüdischen Fragen

und

Weblinks