Julius Wellhausen

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Julius Wellhausen (* 17.05.1844 in Hameln; † 07.01.1918 in Göttingen) war ein protestantischer Theologe und Philologe, der u.a. als Professor an der Georg-August-Universität lehrte.

Wellhausen studierte ab 1862 Theologie in Göttingen. Sein besonderes Intersse galt dem alten Testament, das er mit literaturkritischen Methoden analysierte. Es war in jungen Jahren beeinflusst von Heinrich Ewald. Er stand ab 1867 auch in Kontakt zu Albrecht Ritschl. Im folgenden Jahr wurde Wellhausen Repetent am Göttinger Theologisches Stift. Dies erleichterte ihm Promotion und Habilitation (1870). Anschließend war Wellhausen als Privatdozent an der Georg-August-Universität tätig. 1872 wurde er auf einen ordentlichen Lehrstuhl für das Alte Testament in Greifswald berufen.

1875 heiratete Wellhausen Marie Limpricht (1856-1925), eine Tochter des Chemikers Heinrich Limpricht. Die Ehe blieb ohne Kinder.

Als Konsequenz seiner Bibel-kritischen Arbeit bat Wellhausen 1880 den preussischen Kultusminister um Versetzung in eine Philosophische Fakultät. Als dies verweigert wurde, legte er 1882 seine Professur nieder - was mittelbar zur ersten (kurzen) Rückkehr nach Göttingen führte: Er habilitierte sich als Privatdozent für semitische Philologie an der Georg-August-Universität. Nach einigen Jahren als außerordentlichen Professor an der Philosophischen Fakultät der Universität in Halle wurde er nach dem Tode seines Lehrers Ewald 1892 dessen Nachfolger in Göttingen. Er war zu diesem Schritt auch von seinem Göttinger Freund Rudolf Smend gedrängt worden, der - etwas jünger - ebenfalls Theologe und semitischer Philologe war. Seit 1892 war Wellhausen Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, schied jedoch aus gesundheitlichen Gründen 1903 wieder aus.

Wellhausen verstarb am 7. Januar 1918 in Göttingen.

Wohnhäuser

Julius Wellhausen wohnte von 1898 bis zu seinem Tode 1918 im Hause Wilhelm-Weber-Straße 18.