Karl-Ewald Bruns

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Karl-Ewald Bruns

Karl-Ewald Bruns aus Groß Schneen ist Segelflieger. Er entwarf und baute das Segelflugzeug "Biene", welches heute auf dem Flugplatz Günterode/Heiligenstadt immer noch geflogen wird. Der 81-Jährige hat ein Buch über die Fliegerei geschrieben. Es trägt den Titel „Der Traum ist wahr geworden, ein Adler zu sein“, ISBN 978-3-88452-259-0, zu beziehen bei: Fraatz + Partner GmbH.

Sein bisher schönstes Erlebnis war ein 500-Kilometerflug in Spanien, bei dem er so hoch in den Himmel stieg, dass er die letzten 90 Kilometer keinen Aufwind mehr benötigte und geradeaus auf sein Ziel zusteuern konnte.

Lebenslauf

  • Bereits als kleiner Junge träumte Bruns vom Fliegen, und im Alter von zehn Jahren baute er mit seinem Freund Arnold Fricke sein erstes Modellflugzeug.
  • Bei Küster und Johannsen in Göttingen kaufte er sich einen Baukasten für das Modell Knirps.
  • Im Jahr 1941 wurde in allen Volksschulen der Flugmodellbau eingeführt. Sein Vater Karl, von Beruf Lehrer, nahm den Sohn mit zu einem Lehrgang.

Dort habe er gelernt, Flugmodelle zu bauen und zu fliegen.

  • Bruns absolvierte eine fliegerhandwerkliche Ausbildung am Fliegerhorst an der Königsallee in Göttingen.
  • Im April 1943 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger für die Luftwaffe.
  • Mit 15 Jahren absolviert er im Sommer auf der Weper, einem Höhenzug bei Hardegsen, seine ersten kurzen Flüge im sogenannten Schulgleiter. Sie dauerten nur Sekunden.
  • Am 29. Juli 1943 bestand Bruns die A-Prüfung mit einer Flugdauer von 32 Sekunden und bekam sein erstes Abzeichen – eine weiße Möwe auf blauem Grund. Heute besitzt er den höchsten Grad dieses weltweit gültigen Segelflieger-Abzeichens.
  • Zurück in Göttingen machte Bruns seine ersten Windenstarts und brachte es dabei bereits auf zwei bis drei Minuten Flugzeit.
  • Nachdem er die letzten Jahre des Zweiten Weltkrieges überstanden hatte, gründete Bruns nach seinem Abitur im Sommer des Jahres 1947 mit Heinz Waschkowitz und Berthold Petersen die Modellflug-Vereinigung-Göttingen (MFV), heute die Luftsportvereinigung Göttingen. Der erste Flugtag wurde im Herbst am Einzelberg in Groß Schneen abgehalten.
  • 1949 nahm Bruns ein Bauingenieur-Studium in Braunschweig auf und schloss sich 1951 der akademischen Fliegergruppe an. Mit Kommilitonen baute er ein „Baby III“, ein Segelflugzeugtyp. Es hatte eine Spannweite von 13 Metern.
  • 1952: Schon kurz nach dem Start merkte der damals 24-Jährige, dass es knapp werden würde. Der Hangwind reichte nicht aus. Er versuchte noch krampfhaft, die Landewiese zu erreichen. Vergeblich. Mit einer der Tragflächen berührte er einen Baumwipfel, das Flugzeug taumelte und zerschellte schließlich am Hang. Bruns erlitt einen Schädelbruch, brach sich Knöchel, Kniescheibe und Oberschenkel, doch er überlebte. Schon ein Jahr danach – mittlerweile hatte er seine Frau Irmgard geheiratet – saß Bruns wieder in einem Segelflugzeug.
  • 1955+10 Jahre: Bau des Segelflugzeuges "Biene"

Kommentar von Karl-Ewald Bruns zu seinem Buch

Buch Bruns.jpg

60 Jahre vom ersten Schulgleiterstart bis zum letzten Flug mit einem Scheibe – Falken sind eine lange Zeit. Doch sind mir viele Eindrücke und Erlebnisse noch so gegenwärtig, dass ich sie aufgeschrieben habe. Aus guten und schlechten Erfahrungen können die Nachfolgenden lernen. Vieles ist als Zeitdokument interessant für geschichtsbewußte Leser. Der Anfang zu NSFK-Zeiten betraf für jeden neben dem Fliegen auch handwerkliche Ausbildung. So konnten wir nach dem Krieg, als der Segelflug wieder erlaubt war, Schulgleiter, Baby, Weihe und Winde selber bauen. Das Erleben meiner Fliegerei ist vom Fliegenlernen mit dem Schulgleiter über die Übungszeiten mit dem Baby und den ersten Leistungsflügen mit der Ka 6 beschrieben. Aus diesen Erfahrungen entwarf und baute ich die „Biene“ als Nachfolgerin des Baby. Aber ich allein brauchte 10 Jahre für den Bau. Inzwischen war das Kunststoffzeitalter für die Segelflugzeuge angebrochen, und keiner baute mehr selber Flugzeuge. Auch meine Fliegerei ging mit GFK-Flugzeugen zu größeren Leistungen. Die Motorsegler kamen dann dazu. Über dies Alles ist ausführlich in dem Buch berichtet. Da auch die Fotografie mein Hobby ist, konnte ich das Buch reichlich bebildern. Später wurde die Malerei, zunächst als Hobby für die Zeit wenn ich nicht mehr fliegen konnte gedacht, zu einer ernsten Kunst. Die abgebildeten Gemälde sind jetzt im Deutschen Museum für Segelflug und Modellflug auf der Wasserkuppe zu sehen.

Karl-Ewald Bruns; Groß-Schneen im Dezember 2007