Karl Wüstefeld

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl Wüstefeld war ein Lehrer, Rektor, Organist und Heimatforscher. Er ist der Autor des Buches „Tausend Jahre Duderstadt“. Es erschien 1929 zur 1000-Jahrfeier der Stadt Duderstadt. In Obernfeld erinnert die Rektor-Wüstefeld-Straße zwischen Kaltenhagen und Knickweg an ihn.

Leben und Werk

Geboren wurde Wüstefeld am 19. Januar 1857 als Sohn eines Obernfelder Gastwirts und dessen Ehefrau. Wüstefeld besuchte das Progymnasium in Duderstadt und später das Lehrerseminar in Hildesheim. Von 1879 bis 1922 war er zunächst Lehrer, später Rektor der Volksschule in Duderstadt sowie von 1899 bis 1910 Lehrer und Leiter der Gewerblichen Berufsschule Duderstadt.

Von 1884 bis 1937 übte Wüstefeld die Tätigkeit des Organisten der St.-Cyriakus-Propsteikirche in Duderstadt aus. Von 1884 bis 1937 wirkte er hier auch als Kantor und Chorleiter. Sein Vorgänger war der Orgelvirtuose Josef Maria Homeyer, bei dem Wüstefeld Musikunterricht genommen hatte.

Vor allem war Wüstefeld als Heimatforscher und in der Heimatkunde engagiert. Für die Zeitschriften „Heimatland“, und „Unser Eichsfeld“ schrieb er, ebenso wie für andere Publikationen, zahlreiche Beiträge.

Bereits 1906 wurde der Verein für eichsfeldische Heimatkunde gegründet, den es auch im Obereichsfeld gab. 1915 schlossen sich die beiden Vereine zusammen, was sehr dem Wunsch Wüstefelds entsprach, der sich stets für das Zusammenwachsen von Ober- und Untereichsfeld einsetzte. Diese Verpflichtung ergab sich für ihn aus der geschichtlich bedingten Zusammengehörigkeit im religiösen und kulturellen Bereich. Allein 17 selbständige Schriften stammen von Wüstefeld. Zu seinem umfangreichen Werk gehören unter anderem „Das Kloster der Ursulinen in Duderstadt“, „Der obereichsfeldische Sagenschatz“, „Der Seeburger See“, „Das Kloster Teistungenburg im Eichsfeld“ und „Die Orgel der St.-Cyriakus-Kirche zu Duderstadt“.

Der Lehrer, Organist und Heimatforscher Wüstefeld war auch Komponist. Er schuf die Melodie des früher häufig gesungenen „Mein Duderstadt am Brehmestrand, des Eichsfelds Kron’ und Zier“, komponierte das Märchenspiel „Schneewittchen“, Kirchen- und Vereinslieder sowie Lieder für Männer- und gemischte Chöre.

1921 erschien das Gesangbuch für das Untereichsfeld, zu dem Wüstefeld das Orgelbuch herausgab.

Am 24. Januar 1937 starb Wüstefeld in Duderstadt, wo eine Grabstätte an den Pädagogen und Heimatforscher erinnert. Die Inschrift „Organist AD S. Cyriacum“ weist auf die einstige Tätigkeit hin: Organist an Sankt Cyriakus. Neben der Gemeinde Obernfeld hat auch die Stadt Duderstadt eine Straße nach ihm benannt: den Karl-Wüstefeld-Weg.

Publikationen

Aufsätze

Bücher