Keiner soll einsam sein

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Erbsensuppe vor dem Rathaus

Keiner soll einsam sein ist eine Tageblatt-Benefizaktion. 2009 wird die Aktion bereits das 37. Mal veranstalet. Traditionell sammeln zahlreiche freiwillige Helfer Spenden für Bedürftige in Göttingen, seit Jahren koordiniert von Tageblatt-Prokurist Wolfgang Stoffel.

Mitglieder des Technischen Hilfswerks bereiten das Erbsensuppen-Essen vor. Prominente schenken die Suppe vor dem Alten Rathaus aus.

Auch andere Veranstaltungen, wie Benefizkonzerte oder Versteigerungen gehen mit der Aktion einher.

2009

Konzert des Heeresmusikkorps 2 am 17. November

Das Heeresmusikkorps 2

„Die Benefizkonzerte in Göttingen sind immer etwas ganz Besonderes“, meint Kapellmeister Reinhard Kiauka. Schließlich sei das Kasseler Heeresmusikkorps 2, dessen Leiter Kiauka ist, schon seit 1973 der Tageblatt-Spendenaktion „Keiner soll einsam sein“ treu. Dass mit den Erlösen Göttingern in Not geholfen werde, „ist eine tolle Sache“, erklärt der 42-jährige Oberstleutnant, deshalb freuten sich auch alle 48 Mitglieder des Orchesters immer besonders auf das jährliche Konzert.

So habe es ihm wieder „besonderen Spaß gemacht, etwas Neues auszuhecken und das Publikum zu überraschen“ mit dem Programm für das Konzert am Dienstag, 17. November, in der Göttinger Stadthalle. „Es wird sehr abwechslungsreich“, stellt der Absolvent der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf in Aussicht.

Einige Hinweise auf das Programm gibt der 42-Jährige schon. Teile von Carl Orffs „Carmina Burana“ werden präsentiert, ebenso wie zeitgenössische Blasmusik und einige Märsche. „Aber“, so stellt Kiauka klar: „Märsche machen nur zehn Prozent unseres Programms aus.“ Auch Freunde des Swing würden am 17. November auf ihre Kosten kommen. Auf eine Musikrichtung möchte der Dirigent nicht reduziert werden.

Dazu werden Werke von John Williams, einem Meister der symphonischen Filmmusik, in der Stadthalle vertreten sein. Ein Mitglied des Musikkorps habe Passagen aus „The Terminal“, einem Film mit dem Schauspieler Tom Hanks, eigens arrangiert. „Eine richtig gute Sache“, freut sich Kiauka. Aus aktuellem Anlass wird das Heeresmusikkorps sich musikalisch vor einem der erfolgreichsten deutschen Schlagersänger verneigen: Zu Udo Jürgens 75. Geburtstag habe man ein Medley mit Gesangspart einstudiert. Musikalisch werde eine ungewöhnliche Bandbreite abgedeckt, „und das auf höchstem Niveau“. Um Vergleichbares zu hören, müsse man sonst mehrere Veranstaltungen verschiedener Orchester besuchen. „Das große Spektrum der Musik passt gut zur Vielschichtigkeit des Publikums“, konstatiert der Dirigent. „Wir bringen ständig Neues und versuchen, eine lebendige Show zu bieten. Gute Musik lässt sich nicht befehlen, der Funke muss zum Publikum überspringen.“

Karten für den Auftritt am 17. November ab 20 Uhr in der Göttinger Stadthalle sind unter anderem in der Tageblatt-Geschäftsstelle, Jüdenstraße 13c, erhältlich.

2010

Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters am 10. Dezember

Das Göttinger Symphonie Orchester

„Sehr motiviert“ sei das Göttinger Symphonie Orchesters (GSO), das Konzert zugunsten der Tageblatt-Benefizaktion „Keiner soll einsam sein“ am 10. Dezember zu spielen, erzählt Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller. „Wir haben das Privileg, für einen Moment die Zuhörer in eine bessere Welt entführen zu können.“

Zudem sei die Unterstützung von benachteiligten Menschen Musikern ein besonderes Anliegen, weil sie „als Kulturschaffende eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft erfüllen, aber gleichzeitig spüren, dass ihre materielle Existenz schnell durch manchmal schwer beeinflussbare Umstände gefährdet sein kann“, vermutet er. „Musikalische Perlen“ lautet das Motto des Abends, an dem die Besucher ein „unterhaltsames Programm mit einer kleinen Verbeugung nach Amerika, dass die Festtage hoffentlich noch etwas fröhlicher macht“ erwartet, wie Mueller verrät.

Das Symphonieorchester spielt unter anderem die Suite aus dem Musical „My Fair Lady“, ein Medley aus Stücken Duke Ellingtons und den Spanischen Marsch aus Josef Rixners Suite „Frohes Wochenend“. Denn froh sollen auch die Menschen an diesem Winterabend nach Hause gehen.

Karten für das Konzert des GSO, das am Freitag, 10. Dezember, ab 20 Uhr in der Stadthalle Göttingen, Albaniplatz 2, stattfindet, sind unter anderem in der Tageblatt-Geschäftsstelle, Jüdenstraße 13c, erhältlich. Alle Erlöse des Konzertes gehen zugunsten der Aktion.

Rund 1000 Besucher waren vom Auftritt des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO) in der Stadthalle zugunsten der Tageblatt-Benefizaktion „Keiner soll einsam sein“ begeistert. Unter dem Motto „Musikalische Perlen vom Broadway“ hat das GSO unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller bekannte Melodien auf die Bühne gebracht. Nach Stücken wie der Suite aus dem Musical „My Fair Lady“ folgte langer Applaus der Zuschauer. Dirigent Mueller hatte sichtlich Spaß beim Spielen der vergnüglichen Stücke. „Wir können nicht nur Klassik, wir können auch anders“, erklärte er lachend.

Am Sonntag,19. Dezember 2010, wurden zugunsten der Aktion Filmplakate im Göttinger Cinemaxx, Bahnhofsallee 3, versteigert.

  • Quelle: Göttinger Tageblat, 11. Dezember 2010

Tageblatt-Sternfahrt

Rund 100 Sternfahrer waren am Sonnabend wieder rund um Göttingen unterwegs, um bedürftigen oder alleinstehenden Menschen eine kleine Freude zu machen. Im Rahmen der Tageblatt-Aktion „Keiner soll einsam sein“ verteilten sie Päckchen mit Leckereien.

Ulrich Pfleiderer ist zum ersten Mal Sternfahrer bei der Aktion. Vier Pakete wird der Rentner zu Menschen bringen, die sich Delikatessen wie Geflügelpastete, eine gute Mettwurst oder Pralinen nicht immer leisten können.

„Ich finde es wichtig, den Menschen ein bisschen Freude zu bringen,“ sagt Pfleiderer. Im letzten Jahr war er bei einem anderen Sternfahrer mitgefahren. „Ich war ein bisschen enttäuscht, weil wir nur wenige Leute angetroffen haben. Es war noch nicht viel von der Freude zu spüren. Man darf sich nicht zu viel erhoffen.“

Langjährige Erfahrung haben Uta Giutard und Isolde Gummelt als Sternfahrer. Sie haben gerade ihr Ziel gefunden und stehen in der Göttinger Weststadt vor einem Mehrfamilienhaus aus roten Ziegeln. Das Gebäude ist erst einige Jahre alt und macht von außen einen ordentlichen Eindruck. Aber bei genauerer Betrachtung fallen die kaputten Klingelschilder auf, die lädierte Haustür, die Schmierereien an den Wänden im Flur. Gummelt klingelt zweimal und drückt dann die Tür auf. Ein Mann kommt die Treppe herunter und nimmt das Päckchen im Hausflur entgegen. „Ah, dass ist schön. Danke. Toll.“ Er lächelt noch kurz, dann dreht er sich schon wieder um und geht zügig die Treppe hinauf.

Uta Guitard geht wieder vor die Tür und klingelt. Das nächste Päckchen ist für eine Frau im selben Haus. Wieder summt es. Und auch dieses Mal kommt die Frau die Treppe hinab und nimmt dankend das Päckchen entgegen. Sie trägt nur ein T-Shirt, die Arme hat sie vor dem Oberkörper verschränkt. Sie entschuldigt sich und sagt, sie sei krank und habe nachts kaum geschlafen. Dennoch lässt sie die Sternfahrerinnen kurz in die Wohnung. Vogelgezwitscher ist zu hören, die Vorhänge im Wohnzimmer sind noch zugezogen. „Zwei Jahre habe ich kein Päckchen bekommen, jetzt wieder“, sagt sie und lächelt. Dann ist der Kurzbesuch auch schon vorbei.

Guitard ist etwas enttäuscht über diese kurzen Besuche. „Da wissen die, dass wir kommen. Und auf der Treppe wirst du abgefangen“, sagt sie entrüstet. Dennoch hat sie trotz dieser Erfahrungen Spaß an der Aktion: „Es ist schön, wenn ein Mensch dabei ist, der sich richtig darüber freut, dass er Besuch kriegt. Das sind die schönen Momente, wenn man ins Gespräch kommt. Aber das wird weniger.“ Pfleiderers Tour verlief gut. „Ich habe alle angetroffen“, sagt er. Eine Frau habe ihm sogar als Dank Topflappen geschenkt. „Das war nett.“

Quelle: Göttinger Tageblatt, 13. Dezember 2010, S. 11