Kreisfeuerwehr Göttingen

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Der Landkreis Göttingen unterhält drei Kreisfeuerwehrbereitschaften (KFB). Sie stehen bei Großschadenslagen als selbständige taktische Einheiten im Großverband innerhalb und außerhalb des Landkreises zur Verfügung. Diese Bereitschaften setzen sich aus einzelnen Fahrzeugen und Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Göttingen zusammen.

Die Feuerwehren im Landkreis Göttingen

Der Landkreis

Der Landkreis Göttingen befindet sich in der Südspitze Niedersachsens und zentral in der Mitte Deutschlands im Drei-Länder-Eck Niedersachsen/Hessen/Thüringen. Er reicht im Osten von den Ausläufern des Harzes bis an die Stadtgrenze von Kassel im Süden und an die Weser im Westen. Im Norden schließt der Landkreis Northeim an. Der Landkreis Göttingen umfasst etwa 1.100 Quadratkilometer und hat eine Einwohnerzahl von ca. 260.000, davon etwa die Hälfte in der Universitätsstadt Göttingen. Die Bundesautobahnen 7 und 38 durchqueren den Landkreis auf einer Länge von etwa 50 Kilometern. Die Schnellfahrstrecke der Deutschen Bahn AG führt ebenfalls durch den Landkreis Göttingen und passiert dabei sieben Tunnel, wovon der längste über 10 Kilometer misst. Vor allem die Autobahnen stellen für die Feuerwehren ein breites Einsatzspektrum dar.

Der Landkreis Göttingen besteht aus drei Städten (Göttingen, Duderstadt, Hann. Münden) und neun Gemeinden bzw. Samtgemeinden (Adelebsen, Bovenden, Dransfeld, Friedland, Gieboldehausen, Gleichen, Radolfshausen, Rosdorf, Staufenberg) und entstand 1973 durch das „Gesetz zur Neuordnung der Gemeinden im Raum Göttingen“ im Rahmen der kommunalen Gebietsreform. Diese beendete das fast hundertjährige eigenständige Bestehen der 1885 geschaffenen preußischen Kreise Göttingen, Münden und Duderstadt.


Die Feuerwehren

Feuerwehrübung

Im Landkreis Göttingen gibt es insgesamt 124 Ortsfeuerwehren mit 4351 freiwilligen Brandschützern, 620 von ihnen sind Frauen (14,2 %). Unterteilt sind sie in zwei Schwerpunktfeuerwehren (Duderstadt und Hann. Münden), 24 Stützpunktfeuerwehren und 98 Feuerwehren mit Grundausstattung. Der Landkreis Göttingen gliedert sich in die Brandschutzabschnitte Ost, West und Mitte. Die Kreisfeuerwehr steht unter der Leitung von Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen. In der Stadt Göttingen gibt es neben der Berufsfeuerwehr mit zwei Wachen die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Göttingen mit über 400 Mitgliedern, die sich in sechs Stützpunktfeuerwehren und sieben Feuerwehren mit Grundausstattung aufteilt.

Während im Landkreis Göttingen im Jahr 2005 insgesamt 266 Mal zu einem Brandeinsatz ausgerückt wurde (17,8 %), überwiegen die Technischen Hilfeleistungen mit 1020 Einsätzen (68,3 %). Hinzu kommen 207 blinde oder böswillige Einsätze (13,9 %). Die Einsatzzahlen der Stadt Göttingen sind hier nicht mit berücksichtigt.

Für den Bereich des Landkreises Göttingen wurde die Jugendfeuerwehr Dransfeld 1960 als erste gegründet. Insgesamt sind derzeit 1466 Jugendliche (davon 546 Mädchen) in 99 Jugendfeuerwehren aktiv. Hinzu kommen 13 Jugendfeuerwehren in der Stadt Göttingen. Die erste Kinderfeuerwehr wurde im Jahr 2002 in Lenglern gegründet. In die Kinderfeuerwehren können – je nach Satzung – Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren eintreten. So sollen Kinder schon frühzeitig für die Feuerwehr begeistert werden, um den Nachwuchs zu sichern. Als es noch keine Kinderfeuerwehren gab, sind die Kleinen frühzeitig in andere Vereine eingetreten und wollten dann mit zehn Jahren nicht mehr zur Jugendfeuerwehr wechseln.

Das Besondere im Landkreis Göttingen ist die Tatsache, dass es zwei Feuerwehrverbände gibt: Den Kreisfeuerwehrverband Göttingen und den Feuerwehrverband Duderstadt-Eichsfeld. Eine weitere Besonderheit ist das Bestehen von zwei Löschgruppen und eines Hydrantentrupps in der Samtgemeinde Dransfeld. Weiterhin gibt es vier Musikzüge mit 100 Mitgliedern.


Kreiseinrichtungen

Seit 1985 unterhalten der Landkreis Göttingen und die Stadt Göttingen eine gemeinsame Feuerwehr-Einsatzleitstelle (FEL) bei der Berufsfeuerwehr Göttingen. Ein Jahr später – 1986 – wurde in Potzwenden vom Landkreis Göttingen eine Kreisschirrmeisterei mit Atemschutz-Übungsanlage eingeweiht. Hier wird das feuerwehrtechnische Gerät der Städte und Gemeinden des Landkreises überprüft und gewartet. Der Landkreis Göttingen nutzt die Schlauchpflegerei der Berufsfeuerwehr Göttingen für die Pflege und Wartung der Feuerwehrschläuche der Städte und Gemeinden im Landkreis Göttingen. Desweiteren unterhält der Landkreis in den Räumen der BF eine Funkwerkstatt. Der Kreisfunkwart ist für die Wartung und Reparatur der funktechnischen Ausrüstung zuständig.


Keine Qualität ohne Qualifizierung: Ausbildung und Lehrgänge

In unserer heutigen – hoch technisierten – Gesellschaft braucht es neben Mut und Können vor allem Wissen und Geschick, um im Einsatzfall sicher und effektiv reagieren zu können. Dazu ist bei der Feuerwehr ständiges Training mit Fahrzeugen und Gerätschaften, kurzum eine qualifizierte Aus- und Fortbildung, unerlässlich. Zu diesem Zweck werden – neben der ständigen Weiterbildung in der eigenen Ortsfeuerwehr – Lehrgänge angeboten. Die Truppmannausbildung (Teil 1) wird im Feuerwehrzentrum Potzwenden und in den Gemeinden durchgeführt. Im Jahr 2005 haben über 300 Feuerwehrleute diesen Lehrgang abgeschlossen. Der Landkreis Göttingen führt verschiedene technische Lehrgänge im Feuerwehrzentrum (FWZ) Potzwenden durch. In 2005 absolvierten 120 Teilnehmer den Atemschutzgeräteträgerlehrgang, 96 Teilnehmer den Maschinisten- und 128 den Sprechfunklehrgang. An einer Chemieschutzunterweisung nahmen 16 Feuerwehrleute teil. Von 1978 bis heute wurden in Potzwenden fast 15000 Lehrgangsteilnehmer ausgebildet. Die Lehrgänge auf Landkreisebene werden als Wochenendlehrgänge durchgeführt, so dass zum großen Teil keine Konflikte mit Arbeitgebern auftreten. Weiterführende Lehrgänge werden an einer der Landesfeuerwehrschulen in Celle oder Loy besucht. Hierbei handelt es sich meist um Wochenlehrgänge.


Das Feuerwehrzentrum Potzwenden

Seit 1972 gibt es das Feuerwehrzentrum Potzwenden. Es befindet sich in einer landschaftlich schönen, vom Wald umgebenen, herrlichen Lage - ca. 15 Kilometer östlich von Göttingen. Auf einer 6 ha großen Fläche befinden sich drei große Freiplätze (zusammen ca. 13.000 Quadratmeter) für Spiel und Sport, sowie ein Schwimmbecken. Auf dem Gelände stehen neben dem großen Hauptgebäude neun Blockhäuser mit je fünf bzw. sechs Doppelbetten zur Verfügung – für Schullandheimaufenthalte und Freizeiten. 90 Zeltlagerplätze in bewaldetem Gelände bieten Gelegenheit zur Durchführung von Zeltlagern. Vollverpflegung (4 Mahlzeiten) wird angeboten. Im Hauptgebäude werden Lehrgänge und Seminare in drei verschiedenen Gruppenräumen durchgeführt. Eine Kegelbahn mit 2 Bahnen, eine Grillhütte und wetterfeste Tischtennisplatten runden das Angebot ab. Alle Einrichtungen können nach Anmeldung und Absprache von den verschiedensten Gruppen und Organisationen genutzt werden. Durch die ständige Benutzung von Schulklassen und Kindergärten in der Woche und Lehrgängen an Wochenenden ist das Feuerwehrzentrum gut ausgelastet. Jugendfeuerwehren aus ganz Niedersachsen führen in Potzwenden Zeltlager und Freizeiten durch. Weitere Informationen über die Feuerwehren im Landkreis Göttingen gibt es auf der Homepage www.kfv-goe.de.


Ehrungen in Dransfeld 2012

Karl-Heinz Wille von der Ortsfeuerwehr Adelebsen hat die höchste Auszeichnung der Feuerwehr im Bundesgebiet, das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold, bekommen. Während der Verbandsversammlung in Dransfeld zeichnete ihn der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Göttingen und Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen damit aus. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielten Markus Füllgrabe (Bovenden), Holger Kubald (Settmarshausen), Holger Lehrum (Grone) und Ralf Gerke (Ellershausen) aus seinen Händen. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze überreichte er Jens Austinat, Stefan Leopold (beide Berufsfeuerwehr Göttingen), Willi Ahlborn (Ortsfeuerwehr Nikolausberg), Olaf Stede (Hedemünden) und Claus-Dieter Hausmann (Gelliehausen). Die Ehrennadel in Silber des Landesfeuerwehrverbands (LFV) ging an Thorsten Geisler (Herberhausen). Die LFV-Ehrennadel in Bronze bekam Harald Röer (Güntersen). Zu Ehrenmitgliedern des Kreisfeuerwehrverbands (KFV) Göttingen wurden Heinrich Peters (Hemeln) und Heinz-Günther Seute (Hann. Münden) erkoren.

Mit Regierungsbrandmeister Banse (rechts) und Kreisbrandbmeister Niesen (hinten links): die Geehrten der Feuerwehr

Die Geschäftsführerin des Kreisfeuerwehrverbands Göttingen, Manuela Sasse, wurde bei der Versammlung mit rund 190 Delegierten, Regierungsbrandmeister Karl-Heinz Banse und Vertretern aus Politik und Verwaltung in ihrem Amt bestätigt. Die Gemeindebrandmeister Heiko Wiegmann, Karsten Beuermann, Heinz-Uwe Koch und Markus Füllgrabe wurden als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Tobias Burzinski löst den bisherigen, langjährigen Kreisstabführer Dieter Schmidt ab.


Bericht von Kreisbrandmeister Niesen 2012

In seinem Bericht führte Kreisbrandmeister Niesen die Probleme mit der anstehenden Änderung der EU-Arbeitsrichtlinie an. Sollte diese Richtlinie auf die Freiwilligen Feuerwehren Anwendung finden, werde es Schwierigkeiten geben: Mit der neuen Richtlinie werde es Berufstätigen unmöglich gemacht, ehrenamtlich in Hilfsorganisationen mitzuarbeiten. Ein weiteres Thema in Niesens Rede war die Einführung der EU-Abgasnorm Euro 6, die für die Feuerwehrfahrzeuge Nachteile mit sich bringe. Niesen begrüßte die mit Monatsbeginn in Kraft getretene gesetzliche Verpflichtung in Niedersachsen, Wohnungen mit Rauchwarnmeldern auszurüsten.

Gegen die rückläufigen Belegungszahlen im Feuerwehrzentrum Potzwenden wolle die Feuerwehr anarbeiten, kündigte der Kreisbrandmeister an. Die Erhaltung des Feuerwehrzentrums sei einer der Eckpunkte in den Verhandlungen zu einer Kreisfusion, hatte Kreisrätin Christel Wemheuer schon vorher mitgeteilt.

Mehr als 40 Kinderfeuerwehren im Landkreis Göttingen gebe es mittlerweile in Stadt und Landkreis Göttingen. Diese Zahl brachte Kreisjugendfeuerwehrwart Uwe Fürchtenicht in die Sitzung. Kreisbrandschutzerzieher Nils Salzwedel stellte das Fortbildungsseminar „Feuerwehr AG in der öffentlichen Ganztagsschule“ als neuen Aufgabenbereich für die Brandschutzerzieher vor. Um die Bedeutung der Brandschutzerziehung hervorzuheben, wurde die Satzung des Kreisfeuerwehrverbands geändert: Der Kreisbrandschutzerzieher wurde mit in den Vorstand aufgenommen.

  • Quelle: Göttinger Tagebaltt 07.11.2012

Links

Die Kreisfeuerwehr Göttingen im Internet