Kriegsende in Göttingen

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Kriegsende in Göttingen - US-Einmarsch 1945 in Südniedersachsen. Zeitzeugen berichten. ist der Titel einer DVD von Uwe Fanelli und Matthias Heinzel, produziert von Monika Fanelli und dem Göttinger Tageblatt. Darin berichten Göttinger Bürger über ihre Erlebnisse während der letzten Kriegswochen 1945. Unter anderem werden der Bombenangriff am 7. April 1945, die Einnahme der Stadt durch US-Truppen und die ersten Wochen der amerikanischen Besatzung thematisiert. Ergänzt werden die Zeitzeugenberichte durch Bilder aus deutschen und amerikanischen Archiven und Filmmaterial der US-Armee.

Das Bonusmaterial zeigt ebenfalls Aufnahmen der US-Armee, gedreht 1945 während des Vormarsches von der Weser bis in den Harz.

Die Laufzeit der DVD beträgt rund 45 Minuten. Der Bonusfilm ist 23 Minuten lang.


Ein Beitrag aus dem Göttiger Stadtinfo

Kriegsende in Göttingen

Militärischer Angriff auf Göttingen 8.4.1945 Den Militärs in Göttingen war am Abend des 7.4.1945 klar, daß Göttingen nicht gegen die von Südwesten anrückenden Amerikaner gehalten werden konnte. Die Vertreter der NSDAP in Göttingen verlangten trotzdem durchzuhalten bis zum letzten aber der verlogene NSDAP-Kreisleiter selbst flüchtete nach seinem letzten Aufruf zum Durchhalten in der Nacht zum 8.4.1945 heimlich Richtung Waake. Morgens am 8.4. heulten in Göttingen die Luftschutzsirenen. Im Raum 39 des städtischen Museums ist eine ganze Wand mit einer vergrößerten Luftaufnahme des 8.4.1945 versehen wo man die Bombentrichter rund um den Bahnhof und in der Weststadt erkennen kann und im Bereich des Flugplatzes (Grätzelstraße) Rauch aufsteigt. Mittags begannen die Amerikaner die Stadt vom Westen her mit Atillerie unter Beschuß zu nehmen. Erstes Ziel war der Luftschutz-Befehlsstand in der Merkelstraße 4, danach ging ein weiterer Beschuß im Ostviertel nieder bei dem u.a. die Pauluskirche beschädigt wurde. Kurze Zeit darauf gab der Kommandant der Armee seinen Kommandostand auf dem Hainberg auf. Damit war die Stadt offen für den Einmarsch der Amerikaner. Nun mußte möglichst schnell die Übergabe der Stadt vollzogen werden, um den Artilleriebeschuß zu stoppen. Die Amerikaner hatten bereits den Marktplatz erreicht aber die Stadt war menschenleer, die Bevölkerung stand nicht in den Straßen und feierte die Befreiung, kein Wunder, war Göttingen doch eine Hochburg der NSDAP gewesen, in der die erste nationalsozialistische Buchhandlung Norddeutschlands schon in den 20er Jahren antisemitische Propaganda unters Volk brachte (Völkische Buchhandlung, Paulinerstr. 11). und wo bei den Wahlen 1930 die Nazis schon 37,8 % bekamen während sie überregional im Durchschnitt nur bei 18,3% lagen.

Die Übergabe der Stadt an die Amerikaner "Oberbürgermeister Albert Gnade, SS-Standartenführer und Träger des von Himmler persönlich überreichten SS-Totenkopfringes, mußte die Stadt den anrückenden amerikanischen Truppen übergeben. Zu diesem Zweck fuhr er ihnen am 8. April gegen 12.30 Uhr, zusammen mit Stadtrechtsrat Schwetge, Amtsgerichtsrat Schmidt und Prof. Baumgarten als Dolmetscher, mit einer weißen Fahne gewappnet, entgegen. Zuvor war es aufgrund des zögerlichen Verhaltens des OBs zur Beschießung des Ostviertels gekommen" (Dokumentation der Göttiner Geschichtswerkstatt) Oberbürgermeister Gnade fuhr mit zwei weiteren Vertretern der Stadt und einem Dolmetscher vom Luftschutzbunker zum Rathaus und übergab die Stadt der Befehlsgewalt eines amerikanischen Oberst. Das Protokoll der ersten "Übersprechung" ist im Städtischen Museum als Faksimile dokumentiert.

Zitiert und hier eingestellt von Karl-Heinz Tjardes, Hildesheim