Kulturwissenschaftliches Zentrum

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Kulturwissenschaftliches Zentrum

Das Kulturwisenschaftliche Zentrum wurde im Juli 2012 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. In dem Bau befinden sich verschiedene Institute der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen sowie eine Bibliothek mit 650000 Bänden.

Eröffnung

Mal was anderes: Zur Eröffnung des Kulturwissenschaftlichen Zentrums der Universität Göttingen ließ Hakki Kazanci die türkische Langhalslaute erklingen und Dr. Claudia Ott spielte auf der arabischen Rohrflöte.

Hierzulande wenig bekannte Musikinstrumente, die zugleich als Symbole gelten können für die Vielfalt der außergewöhnlichen Disziplinen der Philosophischen Fakultät. Die hat am Mittwoch, 11. Juli, zwischen Humboldtallee und Goßlerstraße ihr neues Domizil eröffnet. Bundesforschungsministerin Prof. Annette Schavan (CDU) nannte das Kulturwissenschaftliche Zentrum „ein besonderes Zeichen, eine besondere Station für die Geisteswissenschaften in Deutschland“.

Millionen von Bund und Land

Mit 10 Millionen Euro förderte das Bundesforschungsministerium den Neubau, 13 Millionen Euro kamen vom Land Niedersachsen. Dessen Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka (CDU) betonte, dass das Kulturwissenschaftliche Zentrum im Jahr 2008 das erste geisteswissenschaftliche war, das im Rahmen eines neuen Programms für Forschungsbauten gefördert wurde. „Es ist kein Zufall, dass so ein Bau für die Geisteswissenschaften nach Göttingen gekommen ist“, stellte Wanka fest.

Schavan hatte der Georgia Augusta bescheinigt, zu den herausragenden Universitäten in Europa zu gehören; Wanka lobte den geisteswissenschaftlichen Campus dafür, dass er die wichtigsten Fächer auf internationaler Ebene ebenso präsentiere wie bedeutende Regionalforschung. Mit dem bundesweit einmaligen Forschungsbau erhalte Göttingen „eine hochwertige geisteswissenschaftliche Wirkungsstätte, die sich positiv auf die Attraktivität des Studienstandortes Niedersachsen auswirken wird“.

Protest gegen Studiengebühren

Wankas Rede wurde jäh unterbrochen vom lautstarken Protest einer 16-köpfigen Gruppe junger Menschen: „Bildung für alle und zwar umsonst“. Die Kritik an Studiengebühren endete mit dem Ruf „Vielen Dank CDU“. Wanka souverän: „Sie haben allen Grund dazu, sich zu bedanken. 12000 Euro werden pro Jahr und Student in Niedersachsen bezuschusst, 7000 Euro sind es im Bundesdurchschnitt“.

Wissenschaftliche Vernetzung

Nach zweijähriger Bauzeit sind im Frühjahr die Institute der Philosophischen Fakultät in den Neubau eingezogen, die bisher in der Innenstadt, am Waldweg und im Blauen Turm untergebracht waren: Finno-Ugristik, Turkologie, Geschichte, Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie oder Altorientalistik. Sie sind nun unter einem Dach. Mehr als 70 Professuren hat die Fakultät, die mit großen Forschungsverbünden und -projekten in den vergangenen Jahren auf wissenschaftliche Vernetzung gesetzt habe, erklärte Dekanin Prof. Irene Schneider. Die räumliche Nähe könne das intensivieren und zu neuen Forschungsschwerpunkten führen.

Herzstück ist die Bibliothek

Das Herzstück des Neubaus ist die Bibliothek. Die Bestände der Institute sowie aus der Universitätsbibliothek bilden den Grundstock von 650000 Bänden. Der stellvertretende Direktor der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Dr. Rupert Schaab, betonte: „Es gibt ganze Universitätsbibliotheken in Deutschland, die kleiner sind.“ Auch das ist ein Indiz dafür, dass das neue Zentrum die Vielfalt und Größe der Philosophischen Fakultät gut darstellt.

  • Quelle: Angela Brünjes, "Einmaliger Forschungsbau für große Fakultät", Artikel im Göttinger Tageblatt vom 12. Juli 2012.
  • Foto von Christina Hinzmann, erschienen im Göttinger Tageblatt vom 12. Juli 2012.