Kuventhal

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Wappen von Kuventhal

Kuventhal ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz uund Solling. Der Ort gehört zu Einbeck.

Personen und Organisatoren

  • Ortsvorsteher: André Rohmeyer

Lexikonteil

Allgemein

  • Einwohner gesamt (Stand 01/2007): 213. Davon sind 109 männlich. 104 sind weiblich.
  • Geographische Lage: 9° 50' Länge, 51° 50' Breite.

Lage

Vom nordöstlichen Hang des Bartshäuser Berges zieht sich zum gegenüberliegenden Moorberg die Wilhelmsbrücke über das Dorf Kuventhal. Tag und Nacht rollen hier unaufhörlich die den Norden mit dem Süden und umgekehrt verbindenden Fahrzeuge auf der Bundesstraße 3.

Geschichte

Kuventhal lag im Mittelalter schon innerhalb der Einbecker Landwehr, die zum Schutz für Feld und Vieh, sowie zur Abgrenzung der Jagdrechte von der Stadt Einbeck angelegt war. In einem Erbenzinsvertrag vom 29. Juni 1805 überläßt und verkauft die Kämmerei der Stadt Einbeck an Johann Heinrich Wullenweber das nutzbare Eigentum des Kuventhaler Landwehrturmes nebst allen dazugehörigen und bis dahin verpachteten Grundstücke und Gerechtsame. Heute sind die Grundstücke, die zu dem alten Landwehrturm gehören, nach Kuventhal eingemeindet.

In einer Urkunde des Edelherren Heinrich von Homburg vom Jahre 1257 steht Ritter Dietrich von Cuuendal mit anderen Zeugen in einer Reihe. Im Jahre 1445 haben die Herzöge von Braunschweig - Grubenhagen Kuventhal an die von Minnigerode für 60.- Mark lötigen Silbers verpfändet und zwar mit allem Zubehör, Leuten, Gütern, Geräten, Vogtei, Bede, Zinsen, Brüchen, Pflichten und Unpflichten. Die kirchlichen Gerechtigkeiten bleiben davon unberührt, wie der Erlaß von 1484 besagt.

Das Erbbuch des Amtes Grubenhagen von 1570 berichtet bei den Verpflichtungen der einzelnen Ortschaften seines Amtes auch von Kuventhal. Während alle Ortschaften bis ins einzelne nach Lehen, Abgaben usw. angeführt werden, findet sich für Kuventhal nur die Bemerkung »Hochfürstliche Landeshoheit und Jurisdiktion über Hals und Hand mit aller Ein- und Zubehorung an Holz und Feld herzogliches Lehen. Nachbeschriebene Einwohner müssen ein Rauchhuhn unweigerlich ans Haus Grubenhagen geben...«. Es folgen nun 18 Namen.

Mögen die angeführten Gerechtsame ursprünglich in der Tat groß gewesen sein, sie verloren doch im Laufe der Zeit an Bedeutung. Ein Osteroder Dokument von 1639 kennt Kuventhal nicht als landtagsfähiges Rittergut. Im Amtsregister 1548 - 49 von Salzderhelden wird es nicht aufgezählt, erscheint aber 1575 nebst Andershausen mit 13 weiteren Dörfern beim Amt Grubenhagen. In der Verschreibung von Grubenhagen an die Witwe des Herzogs fehlen unter den 9 genannten Dörfern wieder Kuventhal und Andershausen. Es ist demnach anzunehmen, daß sie nur unter der Hoheit des Amtes gestanden, jedoch nicht zins- und dienstpflichtig dem Amte waren.

Im 16. Jahrhundert war das Dorf ein Pfandlehen der Herren von Berkefeld, die außerdem Lehen in Salzderhelden, Sülbeck, Rittierode und Hattorf hatten. In den Akten des Niedersächsischen Staatsarchivs Hannover finden sich wertvolle Angaben über den von Berkefeldschen Lehnsbesitz. Danach sind die von Berkefeld im Pfandbesitz des Dorfes für 60 Mark lötigen Silbers.

Wie das Rittergut Wellersen stand auch Kuventhal in der hohen Gerichtsbarkeit unmittelbar unter der Landesherrlichkeit und hatte nur in seinen Pflichten, Diensten und Abgaben usw. eine Sonderstellung. Die im Stadtarchiv Einbeck befindlichen Jurisdiktionsakten des früheren Amtes Einbeck geben in den Curatelrechnungen zu dem Konkurs deren von Berkefeld wertvolle Auskunft über die Gefälle der Pflichtigen mit Abgabe der Namen bis zum Jahre 1881.

Nach den Curatelrechnungen von 1881 wurde das Dienstgeld von 33 Hausbesitzern, also Kötnern, erhoben. Das Schulgebäude und das Gemeindehaus waren abgabenfrei. Damals gab es außerdem 6 Anbauer im Dorfe. Der Fuhrtaler, die Wasserfallabgabe, das Krug- und Körkuhgeld, der Manntaler waren noch zu zahlen. Das Häuslingsgeld war jedoch durch das Gesetz vom 21. Juli 1848 aufgehoben. In den 80er Jahren wurden alle Abgaben und Gefälle der Kuventhaler Bauern im November von dem Bevollmächtigten der Familie Berkefeld, dem Einbecker Justizrat Hermann Merkel, einkassiert.

Die kirchliche Versorgung von Kuventhal erfolgt durch das Stift St. Alexander in Einbeck. Die einheimische Bevölkerung des Ortes ist durchweg evangelisch. Die Neubürger von Kuventhal sind zum größten Teil katholisch. Heute dient die Kapelle dem Gottesdienst beider Konfessionen. Die evangelischen Kinder gehen zum Konfirmandenunterricht nach Einbeck, die katholischen erhalten ihren Religionsunterricht durch den Einbecker Kaplan.

In den Jahren 1827-1830 wurde die seit Jahrhunderten über die Hube führende alte Verkehrs- und Handelsstraße über Kuventhal gelegt und die hohe Brücke über das Tal des Krummen Wassers gebaut. Sie wurde am 2. 10.1830 eingeweiht und erhielt ihren Namen nach dem Herzog Wilhelm von Cambridge. 1955/56 wurde eine neuzeitliche Zweietagenbrücke gebaut, da die sogenannte Wilhelmsbrücke den Anforderungen des gesteigerten Verkehrs auf der Bundesstraße 3 nicht mehr gewachsen war.

  • Quelle: Georg Ernst

Links

Kuventhal im Internet