Labotec

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der Neubau der Firma Labotect im Rosdorfer Kampweg

Labotec ist ein Unternehmen für Medizintechnik. 2011 wurde der Firmensitz von Göttingen nach Rosdorf verlegt.

Schinkel-Fleitmann geht in Rosdorf an Bord

25 Meter breit und 60 Meter lang ist das „Schiff“, das die Firma Labotect in diesen Tagen bezieht. Der maritim anmutende Neubau im Rosdorfer Kampweg wird auch der neue Firmensitz der Labor-Technik-Göttingen GmbH. Produktion und Lagerhallen befinden sich schon seit einigen Jahren auf dem 30 000 Quadratmeter messenden Gelände in der Gemarkung Rosdorf.

Im Juli, so die Pläne von Inhaberin Delia Schinkel-Fleitmann, wird die komplette Belegschaft mit aktuell 49 Beschäftigten vom Göttinger Willi-Eichler-Weg in den Kampweg übersiedeln. 2,5 Mio. Euro hat das Familienunternehmen in Rosdorf investiert, für Schinkel-Fleitmann ein „historischer Schritt“. Eine räumliche Expansion sei am bisherigen Standort nicht möglich gewesen, begründet die Unternehmerin den Neubau, zu dessen Eröffnung auch Ministerpräsident David McAllister gekommen war.

„Mädels kommt mal her, ich habe Neuigkeiten für euch“, hatte Otto Schinkel 1971 zu Frau und Tochter gesagt und ihnen die Gründung der Firma Labotect Labor-Technik-Göttingen GmbH verkündet. Die Begeisterung der Frauen habe sich in Grenzen gehalten, erinnert sich Schinkel-Fleitmann, die das Unternehmen 1992 als Gesellschafterin und Geschäftsführerin übernahm.

Zunächst am Waageplatz als Handel mit Laborgeräten gestartet, dann 1975 ins Iduna-Zentrum gewechselt, entwickelte das Unternehmen ab 1978 eigene Produkte im Bereich Inkubationstechnik. Eine Abteilung Entwicklung und Forschung gab es Ende der 1970er Jahre für den sensiblen Sektor der Assistierten Reproduktion (AR). Es folgten Umzüge nach Bovenden (1981) und schließlich in die Willi-Eichler-Straße in Göttingen. 2007 dann erwarb die Familie den Bauplatz in Rosdorf, seit 2008 wird dort produziert, seit 2009 steht die neue Lagerhalle.

Zufällig sei die Idee, das neue Verwaltungsgebäude in Form eines Schiffes zu bauen, entstanden, berichtet Schinkel-Fleitmann. Weder sollte der Neubau rechteckig sein, noch eine weitere langweilige Hallenkonstruktion entstehen, waren sie und Ehemann Peter Fleitmann sich einig. Die Idee eines Schiffes, umschlossen von Wasser, stieß auf Begeisterung bei allen Beteiligten und wurde von dem Dransfelder Architekten Fred Heyen und etlichen Handwerkern aus der Region in die Tat umgesetzt.

Ein solides Boot habe man gebaut, kein Kreuzfahrtschiff, betonte die Investorin bezüglich der Kosten. Nun sei ihre Baulust allerdings erschöpft, gab Schinkel-Fleitmann zu und setzt auf die dritte Generation. Tochter Friederike Fleitmann ist bereits als Vizepräsidentin in der Firma tätig, die weltweit mit 30 Repräsentanten in mehr als 43 Ländern vertreten ist.

  • Quelle: Hanne-Dore Schumacher im Göttinger Tageblatt vom 22. Juni 2011.