Lauenberg

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Lauenberg

Lauenberg ist ein Ort im Landkreis Northeim am Fuße des Solling. Der Nachbarort von Hilwartshausen gehört zur Stadt Dassel.

Personen und Organisationen

Lexikonteil

Lauenberg, an der Diesse, einem Nebenfluss der Ilme gelegen, unter der Lauenburg, die schon ein Amtssitz unter den Grafen von Dassel war, ist erst spät ein Dorf geworden, als Nachfolger des alten Kirchdorfes Detenissen. Die Welfenzeit gab die ersten Berührungs-punkte mit der Stadt Dassel. In der zweiten Bischofszeit war das Dorf sehr auf sich ange-wiesen, da eine direkte Verbindung zu seinem Hoheitsträger, dem welfischen Amt, dem es zugleich mit halb Hilwartshausen, Relliehausen, Lüthorst und Portenhagen angehörte, nur durch das Bischofsland gegeben war.

Wappen

Bedeutung: Die Burgruine Lauenburg ist das Hauptsymbol des Wappens, während das Wappen zwischen den Türmen auf die Grafen von Dassel als Erbauer der Burg hinweist.

Beschreibung: Im silbernen Schild auf grünem Berg eine rote Burg mit zwei runden blau spitzbedachten Türmen, zwischen denen ein blaues Schildchen schwebt, darin ein silbernes Hirschgeweih, zwischen den Stangen fünf silberne Kugeln.

Geschichte

Auszug aus der Chronik der Stadt Dassel für den Ort Lauenberg

Dieser Ort, im schmalen Tal der Diesse gelegen, ist erst spät entstanden. Er hat seinen Namen erhalten von der Löwenburg (1303 als Levenborch bezeichnet), die schon zur Zeit der Grafen von Dassel vorhanden war. Ihre Reste sind heute noch in dem Burghals zu erkennen. 1399 wird die Löwenburg Verwaltungssitz des welfischen Amtes und Gerichtssitz unter Herzog Otto Cocles

  • 1388 wird Lauenberg erstmalig erwähnt. Ein älteres Dorf, Detemissen (Detenissen), das später wüst wurde, lag nördlich des heutigen Lauenberg an der Stelle wo sich heute der Friedhof befindet. Hier ist also außerhalb des Ortes, die Kirche für das Dorf Lauenberg bis1779 nachzuweisen. Dieses Gotteshaus, St. Peter geweiht wurde von den Templern, einem geistlichen Ritterorden, gegründet, der in Moringen eine größere Niederlassung besaß und von dort aus bis ins mittlere Ilmebecken bis nach Markoldendorf vordrang. Der Orden wurde 1312 von Papst Clemens aufgelöst. Seine Güter wurden verteilt.
  • 1530 Der Amtssitz auf der Löwenburg wird aufgehoben. Das Amt Lauenberg wird mit dem Amt Erichsburg vereinigt.
  • 1539 Diese neue Amt entstand aus dem Bischofsland (1310-1523), der alten Grafschaft Dassel, außerdem aus dem Gebieten um Lüthorst und Portenhagen.
  • 1584 Das neue Amt Erichsburg gehörte zuerst den welfischen Herzögen von Calenberg-Göttingen und nach dem Tod des letzten kinderlosen Herzogs Erich II. den welfischen Herzögen von Wolfenbüttel.
  • 1542 Einführung der Reformation im Ort Lauenberg.
  • 1550 Der Peterskirche in Detemissen wird die Pfarrei in Hilwartshausen zugeteilt, vorher hatte diese zu Dassel gehört. Später wurde sie wieder mit Dassel, für eine Zeit auch mit Sievershausen verbunden, bis sie endlich wieder nach Lauenberg gelegt wurde. Für Relliehausen war bis zum 1. 5. 1879 Lauenberg zuständig, von da ab wird es von Dassel betreut. Ebenso gehörten Hoppensen kirchlich bis 1897 zu Lauen-berg, dann zu Markoldendorf.
  • 1626 Über die Zerstörungen und Plünderungen des Ortes im 30jährigen Krieg ist wenig bekannt geworden, da er für den Truppendurchzug etwas abseits lag. Im Hauptstaatsarchiv Hannover liegt eine Akte des Amtes Erichsburg über die Schäden der Kriegsjahre 1625/1626 in den Amtsdörfern. Hier wird der Schaden in Lauenberg mit 8080 Thl. angegeben, zum Vergleich:Mackensen 8051 Thl., Sievershausen aber mit 16750 Thl., Eilensen, das völlig zerstört wurde, mit 13801 Thl., Hilwartshausen 8203 Thl.
  • 1643 Das große Arnt Erichsburg wird aufgelöst, Die alte Grafschaft Dassel wird als Amt Hunnesrück wieder Bischofsland. Lauenberg, halb Hilwartshausen, das Vorwerk Relliehausen, Lüthorst, Portenhagen und das Dorf Hoppensen bleiben als kleines Amt Erichsburg bei den Welfen.
  • 1689 Die Kopfsteuerbeschreibung des Amtes Erichsburg von 1689 gibt einen Überblick über die zu dieser Zeit in Lauenberg wohnenden Familien. Die Einwohnerzahl wird darin mit 244 Personen angegeben. Interessant ist, daß die Ehefrauen nicht namentlich genannt sind. Auch nicht in den Fällen, in denen die Männer verstorben waren, und die Frauen den Haushaltsvorstand bildeten
  • 8.6.1714 Hagelunwetter. Die Ernte wird vernichtet.
  • 1725 Die Kirchenbücher von Lauenberg beginnen, zuerst mit Todesfällen und Geburten.
  • 29.11.1742 Bericht und Kostenvoranschlag an das Consistorium zur Erbauung einer neuen Kirche im Dorf, da die alte Peterskirche in dem wüsten Dorf Detenissen beschädigt und für die Gemeinde zu klein ist.
  • 1757 Im Siebenjährigen Krieg halten französische Truppen einen Winter lang die Dörfer des Amtes Erichsburg besetzt.
  • 1758 Das Pfarrhaus brennt ab. Erneute Eingabe des Pastors Jahnke an das Consistorium in Hannover wegen des Kirchenneubaus. Die Kirche soll im Dorf neben der Wohnung des Predigers errichtet werden.
  • 1776 Am Eichfast werden 15 Mg. 53 Quadratruthen zu Gartenland kultiviert. Beginn des Neubaus der Kirche
  • 1777 Neubau der Schule.
  • 18. 9. 1779 Großbrand im Dorf. Schule, Pfarrhaus, 35 Wohnhäuser und 4 Scheunen brennen ab. Die Kirche, gerade im Aufbau, bleibt verschont.
  • 19.12.1779 Die neue Kirche wird eingeweiht. Der Friedhof bleibt bis heute in Detemissen.
  • 23.6.1778 Dienstbeschreibung des Amtes Erichsburg (Namen der Dienstpflichtigen mit den Hausnummern). Danach gab es vor dem großen Brand 68 Wohnhäuser, die 2 Halbmeiern, 2 Viertelmeiern, 33 Vollköt-nern und 31 Halbkötnern gehörten.
  • 1782 werden Hänge am Grubenberg entwaldet und in Ackerkultur genommen.
  • 1793 Flößerei: Auch auf der Diesse wurde Holz aus dem Solling zur Ilme und Leine nach dem Leineschloß in Hannover geflößt Akten im Stadtarchiv Dassel).
  • 1803 Lauenberg gehört zum Königreich Preußen.
  • 1807-1813 war das Dorf Bestandteil des Königreichs Westphalen (Jerome). Lauenberg gehörte zum Kanton Markoldendorf.
  • ab 1815 ist Lauenberg als Teil des Amtes Erichsburg-Hunnesrück im Königreich Hannover.
  • 30.12.1844 Entsprechend dem 1831 in Kraft getretenen Ablösungsgesetz wurden 1844 in Lauenberg die Dienstpflichtigen und die Naturaldienstleistenden von ihren Arbeiten gegen eine Geldabgabe endgültig befreit.
  • 1876 Ablösung früherer Berechtigungen der Einwohner an Streulaub und Waldweide.
  • 1886 Verkoppelung oder Separationsrezeß auf einer Fläche von 482,55 ha. Die Weiderechte des Gutes Hoppensen und der Gemeinde Hilwartshausen auf einem Teil der Feldmark werden aufgehoben. Von der Teilung ausgeschlossen und zu Gemeindeeigentum bestimmt werden: Am Burghals die Ruine und ihre Umgebung, der Gemeindeanger, die Lehmkuhle, die Flachsrotten. Zur Feldmark Lauenberg gehören keine Waldflächen, es entsteht daher keine Forstgenossenschaft.
  • bis 1900 gab es in Lauenberg noch einen Schweinehirten für die Gemeinde.

Siedlungsentwicklung

In Lauenberg sind viele Flüchtlinge aus dem schlesischen Riesengebirge nach dem letzten Kriege seßhaft geworden und haben dem Dorf, das sie mit seiner Umgebung an die Heimat erinnerte, geholfen, sich zu einem Fremdenverkehrsort zu entwickeln. Das konnte aber nur geschehen, wenn es der Gemeinde gelang, den Flüchtlingen geeignete Unterkünfte zu verschaffen. Die Möglichkeiten für neue Siedlungsstätten waren in Lauenberg im engen Diessetal sehr beschränkt. Dagegen war das Areal des wüsten Kirchdorfes Detemissen, das zur Gemarkung von Lauenberg gehört, für die Siedlung geeignet. Die ersten Siedlungsplätze wurden schon vor dem ersten Weltkriege bereitgestellt.

Links

Lauenberg im Internet