Lerbach

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Bergbau-Reliquien in Lerbach

Lerbach ist ein Ort im Landkreis Osterode. Lerbach liegt im Harz und gehört zum Stadtgebiet von Osterode. Der Ort liegt etwa 40 Kilometer von Göttingen entfernt.

Aktuell

Personen und Organisationen

Lexikonteil

  • Einwohnerentwicklung: In Lerbach zählte man zur Jahrhundertwende (1897) 1493 Einwohner und 144 Häuser. Mit der Eingliederung der Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg, die Einwohnerzahl wuchs von 1337 im Jahr 1939 auf 2056 im Jahr 1950, änderte sich die Bevölkerungsstruktur. Heute leben 1185 Einwohner (Stand 2001) in Lerbach.
  • Der Ort blickt auf eine lange Bergbaugeschichte zurück. Etwa 2 Mio. Tonnen Eisenstein wurden hier von 1530 bis 1887 abgebaut, weitere 3 Mio. werden noch im Boden vermutet.

Geschichte

  • Die Osteroder nutzten im Mittelalter das Lerbachtal zur Weide ihrer Viehherden. In dieser Zeit wurden erstmals einzelne Gebäude im Bereich der späteren Gemeinde mit dem Bau eines Rinderstalles und der zugehörigen Hirtenwohnungen errichtet.
  • 1460 wird eine Zangenhütte im benachbarten Bremketal urkundlich erwähnt.
  • Um 1500 entstand im Lerbachtal eine dörfliche Siedlung, da die dort vorhandenen Wasserkräfte besser genutzt werden konnten und sich auch die dortigen Eisensteinvorkommen als ergiebiger erwiesen. Der Betrieb der Eisensteingruben und Erzschmelzen im Bereich des Dorfes kam während des 30jährigen Krieges (1618 – 1648) beinahe vollständig zum Erliegen.
  • Nach 1648 folgte ein Aufschwung der örtlichen Montanbetriebe. Die Gruben wurden von sogenannten Eigenlehnern betrieben, die die landesherrliche Bergbauverwaltung mit dem Recht zur Ausbeutung bestimmter Grubenplätze belehnte.
  • 1730 bestand keine Möglichkeit mehr, die Lerbacher Erze ortsnah zu verarbeiten. Die Osteroder Hütte wurde eingestellt. Der Bergbau im Dorf verlor aus diesem Grunde an Bedeutung, die Waldarbeit und Köhlerei wurde zum Haupterwerbszweig der Lerbacher.
  • Mitte des 17. Jahrhunderts wurde eine Schule gegründet.
  • Seit 1728 bildet der Ort einen eigenen Pfarrbezirk. Bislang gehörte er zum Sprengel der Osteroder Aegiediengemeinde. In Lerbach gab es zu diesem Zeitpunkt 72 Häuser, in denen 525 Einwohner lebten.
  • 1789 führte die Errichtung einer staatlichen Eisenhütte in Lerbach zu einem Wiederaufleben des örtlichen Eisensteinbergbaues. * * 1812 musste die Hütte ihren Betrieb wieder einstellen, da Kontributionen und Beschlagnahmen während der Zeit des Königreichs Westfalen eine wirtschaftliche Betriebsführung unmöglich werden ließen. Wiederum mussten die meisten Lerbacher nun ihren Lebensunterhalt aus der Waldarbeit bzw. der Köhlerei bestreiten. Landwirtschaft im größeren Stil war im Bereich des Ortes nicht zu betreiben, jedoch nutzte man die Waldungen auch als Viehweide. Die einzelnen Viehhalter besaßen meist nur wenige Tiere, so dass daraus kein größeres Einkommen zu erzielen war.
  • Ab 1770 gab es in Lerbach eine sogenannte Eisensteiner-Gnadenkasse, die als genossenschaftliche Organisation die Beerdigungskosten ihrer Mitglieder übernahm. Später erweiterte sich das Tätigkeitsfeld der Begräbniskassen auch auf Versicherungen gegen Unfälle, Krankheit usw..
  • 1820 wurde in Lerbach eine Privatsparkasse gegründet, die heute noch besteht und somit als älteste Privatsparkasse Deutschland angesehen wird.
  • 1840 wurde die Lerbacher Hütte wieder in Betrieb genommen. Technisch erneuert und mit größeren Kapazitäten ausgestattet, konnte dieses staatliche Unternehmen eine letzte Blüte des örtlichen Bergbaus herbeiführen.
  • 1867 wurde der noch mit Holzkohle befeuerte Hochofen der Hütte stillgelegt, da man der Konkurrenz der auf Steinkohlebasis arbeitenden größeren Eisenschmelzen in Westfalen nicht mehr gewachsen war. Die Lerbacher Hütte bestand als metallverarbeitender Betrieb noch bis 1931 weiter
  • 1887 stellte die letzte Lerbacher Grube die Eisensteinförderung ein. Mit dem Ende der alten Wirtschaftszweige – Bergbau, Hütte, Köhlerei – setzte aber auch ab 1874 eine Welle neuer Unternehmensgründungen im Dorf ein. Insbesondere metallverarbeitende Betriebe siedelten sich im Bereich Lerbach an, daneben wuchsen auch die Beschäftigtenzahlen im Handwerk.
  • 1874 gründete sich in Lerbach ein Badekomitee, das über den Bau von Wanderwegen und den Bau von Pavillons den Fremdenverkehr im Ort förderte.
  • 1972 wurde Lerbach in die Stadt Osterode am Harz eingemeindet.

Links

Lerbach im Internet