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Liste der Göttinger Ehrenbürger
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Aus Wiki-Göttingen
Die Stadt Göttingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
- Freiherr Friedrich von Hövel (* 1766; † 1826) und Freifrau Wilhelmine von Hövel
- Präfekt des westphälischen Département Leine.
- Verleihung am 20. Juni 1808.
- Durch die Neuordnung Deutschlands durch Napoléon Bonaparte entstand 1807 nach französischem Vorbild das Königreich Westphalen. Freiherr von Hövel übernahm 1808 die Leitung des Départements Leine, dessen Hauptstadt Göttingen war. Während der Befreiungskriege beteiligte er sich dann aber am Aufbau des preußischen Landsturms.
- Joseph Piautaz und Pinette Piautaz
- Generalsekretär des westphälischen Département Leine.
- Verleihung am 8. Juli 1808.
- Prinz Adolph Friedrich (* 24. Januar 1774 in London; † 8. Juli 1850 ebenda)
- Sohn von König Georg III. (Vereinigtes Königreich) vom Vereinigten Königreich, Feldmarschall der British Army
- Verleihung am 8. November 1814
- Prinz Adolph Friedrich studierte an der Georg-August-Universität Göttingen. Später nahm er als Offizier an den Koalitionskriegen gegen Napoléon teil.
- Graf Joachim Lobo de Silveira und Gräfin Sophie de Silveira
- Diplomat
- Verleihung am 22. April 1816
- Graf Lobo de Silveira war portugiesischer Gesandter in Berlin.
- Johann Friedrich Hausmann (* 1782; † 1859)
- Mineraloge und Geologe
- Verleihung am 24. Juni 1816
- Arnold Hermann Ludwig Heeren und Henriette Heeren
- Historiker
- Verleihung am 5. April 1817
- Georg Christian Franz Wedemeyer und Julie Wedemeyer
- Jurist
- Verleihung am 11. Februar 1822
- David Julius Pott und seine Töchter Julie Pott und Emilie Pott
- Theologe
- Verleihung am 29. August 1826
- Christian Friedrich Ruperti
- Theologe
- Verleihung am 5. April 1832
- Carl Friedrich Alexander von Arnswaldt (* 1768; † 1845)
- Jurist, Königlicher Staats- und Kabinettsminister in Hannover
- Verleihung am 17. September 1837
- Carl Wilhelm August von Stralenheim (* 1777; † 1847)
- Jurist, Königlicher Staats- und Kabinettsminister in Hannover
- Verleihung am 17. September 1837
- Georg Ernst Friedrich Hoppenstedt
- Jurist, Geheimer Kabinettsrat in Hannover
- Verleihung am 17. September 1837
- Im Juni 1837 endete die 123jährige Personalunion zwischen England und Hannover. König Ernst August I. war der erste Herrscher, der das Land von der Stadt Hannover aus regierte.
- Johann Wilhelm Junker und Johanne Junker
- Kaufmann
- Verleihung am 23. Februar 1846
- Friedrich Gottfried Rettig und Hulda Rettig
- Theologe
- Verleihung am 22. April 1848
- Carl Heinrich Miede und Johanne Dorothea Elisabeth Miede John
- Theologe
- Verleihung am 22. April 1848
- Prof. Dr. Carl Friedrich Gauß (* 30. April 1777 in Braunschweig; † 23. Februar 1855 in Göttingen)
- Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker
- Verleihung am 16. Juli 1849
- Gauß studierte 1795 bis 1799 an der Universität in Göttingen. 1807 wurde er hier Professor und Direktor der Sternwarte. Carl Friedrich Gauß gilt als einer der bedeutendsten Mathematiker seiner Zeit.
- Georg Friedrich Julius Hildebrandt
- Theologe
- Verleihung am 9. Januar 1850
- Prof. Dr. Friedrich Wöhler (* 31. Juli 1800 in Eschersheim bei Frankfurt am Main; † 23. September 1882 in Göttingen
- Chemiker
- Verleihung am 31. Juli 1857
- Friedrich Wöhler war 1836 bis 1882 Professor für Medizin, Chemie und Pharmazie an der Universität in Göttingen. Wöhler gilt als Pionier der organischen Chemie.
- Karl Friedrich Christian Hoeck
- Klassischer Philologe
- Verleihung am 23. August 1865
- Fürst Otto von Bismarck (* 1. April 1815 in Schönhausen (Elbe), Brandenburg; † 30. Juli 1898 in Friedrichsruh, Schleswig-Holstein)
- Reichskanzler
- Verleihung am 15. März 1877
- Otto von Bismarck war entscheidend an der Gründung des deutschen Kaiserreichs 1871 beteiligt.
- Prof. Dr. Wilhelm Eduard Weber (* 24. Oktober 1804 in Wittenberg, Sachsen; † 23. Juni 1891 in Göttingen)
- Physiker
- Verleihung am 26. August 1886
- Weber war 1831 bis 1837 Professor für Physik an der Universität in Göttingen, verlor seinen Posten aber als einer der Göttinger Sieben, mit denen er gegen die Aufhebung der hannoverschen Verfassung protestierte. Nach der Märzrevolution 1848 erlangte er seinen Posten zurück. Zusammen mit Gauß baute er 1833 den ersten elektromagnetischen Telegrafen.
- Gottlieb Planck (* 1824; † 1910)
- Jurist
- Verleihung am 1. Januar 1898
- Paul von Hindenburg (* 2. Oktober 1847 in Posen; † 2. August 1934 in Neudeck, Ostpreußen)
- Generalfeldmarschall der deutschen Armee, Reichspräsident
- Verleihung am 2. Oktober 1917
- Paul von Hindenburg galt als legendärer Militär, der bereits seit den 1860ern Offizier war. Im Ersten Weltkrieg wurde er als „Held von Tannenberg“ gefeiert, der die Besetzung Ostpreußens durch russische Truppen verhinderte. Im August 1916 wurden er und General Ludendorff Chefs der Obersten Heeresleitung.
- Georg Friedrich Calsow
- Jurist, Oberbürgermeister von Göttingen
- Verleihung am 30. April 1926
- Justus Theodor Valentiner
- Jurist, Kurator der Universität
- Verleihung am 23. Dezember 1932
- Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn, Oberösterreich; † 30. April 1945 in Berlin)
- „Führer“ und Reichskanzler
- Verleihung am 19. April 1933; Ehrenbürgerrechte aberkannt durch Beschluß des Hauptausschusses vom 25. August 1952
- Adolf Hitler wurde als Anführer der nationalsozialistischen Bewegung gefeiert, die sich das Ziel gesetzt hatte, Deutschland auf Kosten anderer Staaten zur dominierenden Macht in Europa zu machen. Die Nationalsozialisten ermordeten auf Grundlage ihrer rassischen Ideologie im Holocaust mindestens 6 Millionen Menschen. Durch den durch Hitler ausgelösten Zweiten Weltkrieg starben über 50 Millionen Menschen.
- Bernhard Rust (* 30. September 1883 in Hannover; † 8. Mai 1945 in Berne, Oldenburg)
- Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung
- Verleihung am 2. Mai 1934; Ehrenbürgerrechte aberkannt durch Beschluß des Hauptausschusses vom 25. August 1952
- Rust unterstand die Ideologisierung des gesamten Hochschulwesens. Die „Führer der Hochschulen“ (Rektoren) waren direkt ihm unterstellt. Durch die Entlassung aller Juden und politischen Gegner der Nazis wurde Deutschlands Stellung im Bereich Naturwissenschaften deutlich geschwächt.
- Dr. Ludolf Haase (* 6. Januar 1898 in Hannover; † unbekannt)
- Mediziner
- Verleihung am 7. Februar 1937; Ehrenbürgerrechte aberkannt durch Beschluß des Hauptausschusses vom 25. August 1952
- Haase gründete den NSDAP-Ortsverein in Göttingen.
- Dr. Wilhelm Frick (* 12. März 1877 in Alsenz, Bayern; † 16. Oktober 1946 in Nürnberg)
- Reichsinnenminister
- Verleihung am 12. März 1937; Ehrenbürgerrechte aberkannt durch Beschluß des Hauptausschusses vom 25. August 1952
- Wilhelm Frick war als Innenminister im NS-Staat dafür zuständig, die Gesetze zu verfassen, die die Weimarer Verfassung aushöhlen und die nationalsozialistische Führung zementieren sollten. Von ihm stammte u. a. die „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“. Nach dem Krieg wurde er im Rahmen der Nürnberger Prozesse wegen Vorbereitung eines Angriffskrieges, Leitung und Teilnahme an Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen und hingerichtet.
- Viktor Lutze (* 28. Dezember 1890 in Bevergern; † 2. Mai 1943 bei Potsdam)
- Stabschef der SA, Oberpräsident der Provinz Hannover
- Verleihung am 26. Juni 1937; Ehrenbürgerrechte aberkannt durch Beschluß des Hauptausschusses vom 25. August 1952
- Edward Schröder
- Germanist
- Verleihung am 26. Juni 1937
- Freiherr Dr. Börries von Münchhausen (* 20. März 1874 in Hildesheim, Provinz Hannover; † 16. März 1945 in Windischleuba, Thüringen)
- Schriftsteller und Lyriker
- Verleihung am 26. Juni 1937
- Von Münchhausen gehörte zu den am meisten geförderten Autoren der Nationalsozialisten. Seine Haltung zum NS-Staat war aber ambivalent. 1898 bis 1922 gab er den Göttinger Musenalmanach heraus.
- Erich Schmidt
- Jurist und Oberstadtdirektor
- Verleihung am 31. Dezember 1951
- Prof. Dr. Max Born (* 11. Dezember 1882 in Breslau, Schlesien; † 5. Januar 1970 in Göttingen)
- Mathematiker und Physiker
- Verleihung am 28. Juni 1953
- Max Born war 1921 bis 1933 Professor in Göttingen. Hier entwickelte er große Teile der modernen Quantenmechanik. Für die Bornsche Wahrscheinlichkeitsinterpretation erhielt er 1954 den Nobelpreis für Physik.
- Prof. Dr. Richard Courant (8. Januar 1888 in Lublinitz, Schlesien; † 27. Januar 1972 in New York City)
- Mathematiker
- Verleihung am 28. Juni 1953
- Richard Courant war 1922 bis 1933 Professor in Göttingen. Nachdem er wegen seiner Herkunft vor den Nationalsozialisten fliehen musste, baute er das mathematische Forschungszentrum der New York University auf, welches heute eines der angesehensten Institute für angewandte Mathematik ist.
- Prof. Dr. James Franck (* 26. August 1882 in Hamburg; † 21. Mai 1964 in Göttingen)
- Physiker
- Verleihung am 28. Juni 1953
- James Franck war 1920 bis 1933 Professor in Göttingen. Für den Franck-Hertz-Versuch bekam er 1925 den Nobelpreis für Physik. 1933 legte er sein Professorenamt nieder und ging schließlich nach Chicago. Hier kam er mit dem Manhattan-Projekt in Berührung, versuchte jedoch mit dem Franck Report den Atombombenabwurf auf Japan zu verhindern.
- Prof. Herman Nohl (7. Oktober 1879 in Berlin; † 27. September 1960 in Göttingen)
- Pädagoge und Philosoph
- Verleihung am 28. Juni 1953
- Herman Nohl war 1919 bis 1937 Professor in Göttingen. Nach dem Krieg half er beim Wiederaufbau des Schulwesens und der Universität in Göttingen, wo er Dekan seines Fachbereichs wurde.
- Harry Lambach
- Tischlermeister
- Verleihung am 28. Juni 1953
- August Reuper
- Telegrafeninspektor
- Verleihung am 28. Juni 1953
- Rudolf Stich
- Mediziner
- Verleihung am 18. Juli 1955
- Fritz Ulrici
- Apotheker
- Verleihung am 18. Juli 1955
- Hermann Föge
- Jurist und Oberbürgermeister von Göttingen
- Verleihung am 1. März 1957
- Fritz Wittorf
- Tischler und Vollziehungsbeamter
- Verleihung am 1. März 1957
- Heinrich Ische
- Drucker und Schriftsetzer
- Verleihung am 1. März 1957
- Prof. Dr. Otto Hahn (8. März 1879 in Frankfurt am Main; † 28. Juli 1968 in Göttingen)
- Chemiker
- Verleihung am 8. März 1959
- Otto Hahn erhielt für die Entdeckung der Kernspaltung den Nobelpreis für Chemie. Er gehörte aber auch zu den Göttinger Achtzehn, die sich entschieden gegen die militärische Nutzung der Kernspaltung wandten.
- Bruno Karl August Jung
- Jurist und Oberbürgermeister von Göttingen
- Verleihung am 2. April 1961
- Prof. Dr. Konrat Ziegler (* 12. Januar 1884 in Breslau, Schlesien; † 8. Januar 1974 in Göttingen)
- klassischer Philologe
- Verleihung am 7. März 1969
- Konrat Ziegler hielt 1910 bis 1933 Vorlesungen in Breslau und Greifswald. In der Zeit des Nationalsozialismus half er mehrmals jüdischen Bekannten, der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. 1958 wurde er Vorsitzender der neugegründeten Göttinger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Postum wurde er im Jahr 2000 mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
- Walter Meyerhoff
- Präsident des Landgerichts Göttingen und Oberbürgermeister der Stadt Göttingen; Langjähriger Vorsitzender der Göttinger Händelgesellschaft.
- Verleihung am 25. September 1970
- Else Wagner
- Kindergärtnerin
- Verleihung am 4. Juli 1973
- Willy Michel
- Kaufmann
- Verleihung am 8. März 1974
- Paul Riemer
- Gewerkschaftssekretär
- Verleihung am 8. März 1974
- Gottfried Jungmichel
- Mediziner und Oberbürgermeister von Göttingen (1956–1966)
- Verleihung am 30. April 1977
- Ulrike von Heynitz
- Politikerin
- Verleihung am 15. März 1980
- Ulkrike von Heynitz war 18 Jahre lang Ratsherrin der F. D. P.-Fraktion.
- Heinrich Düker (24. November 1898 in Dassel, Provinz Hannover; † 2. November 1986 in Saarbrücken)
- Psychologe und Oberbürgermeister von Göttingen (1946–1947)
- Verleihung am 3. Mai 1985
- Hugo Donder
- Kaufmann
- Verleihung am 28. Oktober 1986
- Hannah Vogt (* 3. März 1910; † 13. Februar 1994)
- Schriftstellerin
- Verleihung am 14. März 1987
- Franz Wieacker (* 5. August 1908; † 17. Februar 1994)
- Jurist und Rechtshistoriker
- Verleihung am 14. November 1990
- Horst Sartorius (* 1910; † 16. Juli 1998)
- Kaufmann
- Verleihung am 23. Januar 1991
- Else Bräutigam (* 3. Januar 1931; † 24. März 2001)
- Verleihung am 11. September 1991
- Artur Levi (* 28. August 1922 in München; † 28. Mai 2007 in Göttingen)
- Hochschullehrer und Oberbürgermeister von Göttingen (1973-1981, 1986−1991)
- Verleihung am 23. November 1993
- Levi musste 1937 ins Exil nach London gehen und beteiligte sich ab 1941 im Widerstand gegen das NS-Regime. 1946 kehrte er nach Göttingen zurück und lehrte 1961 bis 1985 Politikwissenschaft und Sozialkunde an der Pädagogischen Hochschule.
- August Schütte
- Verleihung am 21. Mai 1996
- Dr. Manfred Eigen (9. Mai 1927 in Bochum)
- Biophysiker
- Verleihung am 9. August 2002
- Dr. Eigen wurde 1957 Direktor des Göttinger Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie. Für seine Studien über extrem schnell ablaufende chemische Reaktion bekamen er und zwei seiner Kollegen den Nobelpreis für Chemie.
Quelle: www.stadtarchiv.goettingen.de
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