Mühlen in Holzerode

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(überarbeiteter Beitrag aus der Familienchronik des Gastwirtes Heinrich Degenhardt, Holzerode aus dem Jahre 1941)

Mühle

Bewohner

Bis 1764 lebte Heinrich Andreas Schnur mit seiner Ehefrau Maria Elisabeth, geb. Dunker aus Angerstein, in der „Buschmühle“, wie die Mühle auch genannt wurde.

Geschichte

Im Jahre 1744 wurde die „Schnursmühle“ an der Lindenbrücke (die Gegend entlang der Baches Bever unterhalb des früheren Sportplatzes am Osterholz) von Heinrich Andreas Schnur erbaut. Er musste für die Genehmigung an die Herrschaft Plesse ein Rauchhuhn, zwei Hähne, sechs Gulden, 24 Pfennig und sechs Heller zahlen.

Wie lange die Wassermühle existierte, ist nicht bekannt. 1819 erfolgte jedoch ihre Versteigerung und der Zuschlag an den Müller Carl Traube, der sie aber letztlich doch nicht erhielt, da er den Kaufpreis nicht bezahlte.

Heute

Noch heute wird der Bereich um den früheren Standort der Mühle am Beverbach von älteren, einheimischen Holzerödern als „Schnursmühle“ bezeichnet. In den Forstkarten heißt die Stelle „Lindenbrücke“. Der alte Mühlenkanal ist im Wald noch vorhanden.

Weitere Mühle

Mühle auf "Bauers Berg"

Eine weitere Mühle, eine (Bock)Windmühle, befand sich wohl bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Holzerode auf „Bauers Berg“ (früher „Rattenstein“ genannt) oberhalb der heutigen Eichstraße. Über diese Mühle ist außer dem Erhalt einer sehr schönen Abbildung leider auch nur wenig bekannt, außer, dass sie auch ökonomische Schwierigkeiten hatte. Im Jahre 1865, damals im Besitz des Müllers Schwachenstein, war sie z.B. zur Zwangsversteigerung öffentlich ausgeschrieben.

Mühlentradition

Und eine dritte Mühle im Ort muss wohl im Bereich des Struthkruges gestanden haben. Die Namen der dort anliegenden Straßen „Mühlenstraße“ und „Mühlenbreite“ weisen vielleicht darauf hin. Heute wird die Tradition der Mühlen in unserer Gegend durch die beiden Mühlenmuseen im Ortsteil Ebergötzen, die „Wilhelm-Busch-Mühle“ und das „Europäische Brotmuseum“ mit seinen Mühlen, in hervorragender Weise gepflegt und erhalten.

Überarbeitung und Ergänzung: Wolfgang Buss. Aus: Festschrift 950 Jahre Holzerode, 2005