MGV Liedertafel Bergeshöh Nikolausberg e.V.

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MGV im Juli 2016

Der Verein MGV Liedertafel Bergeshöh Nikolausberg e.V. war ein Gesangsverein aus dem Göttinger Stadtteil Nikolausberg. 2020 wurde seine Auflösung beschlossen.

Geschichte des Vereins

Im Frühsommer 1879 kamen einige sangesfreudige Nikolausberger Handwerker, Landwirte und Arbeiter zusammen, um einen Männergesangverein ins Leben zu rufen. Nach der täglichen schweren körperlichen Arbeit, fand man sich damals zweimal in der Woche zusammen, um gemeinsam zu singen.

Im Jahr 1880 wurde die erste Fahne des Vereins angeschafft, die bis heute erhalten geblieben ist und sich noch im Besitz des Chores befindet.

Während des ersten Weltkrieges kam die Vereinsarbeit zum Erliegen. Erst im Jahre 1922 entschieden sich die Nikolausberger Sänger dafür, die Tradition ihres alten Vereins wieder zu beleben. Historisch interessant ist, dass es um diese Zeit Bestrebungen gab, einen gemischten Chor zu entwickeln. Diese Bemühungen währten aber nur ein Jahr und sind bis heute nicht wieder aufgelebt.

Seit 1925 ergeben sich die Geschicke des Vereins aus Protokollen und Kassenaufzeichnungen, die bis heute vollständig vorliegen und somit eine Brücke bis in die Gegenwart schlagen. Das rege Vereinsleben der damaligen Zeit um 1928 zeigte sich darin, dass es jährlich elf Monatsversammlungen und 12 Vorstandssitzungen gab. Es bleibt zu vermuten, dass geselliges Beisammensein damals einen höheren Stellenwert hatte, als die musikalische Qualität des Chorgesanges.

In der Zeit von 1933 bis zum Ende der Hitler-Diktatur bekam der Verein ein Betätigungsverbot auferlegt.

Im Frühjahr 1946 trafen sich 16 Sangesbrüder, um das Vereinsleben wieder aufleben zu lassen. Unter der Leitung des Chorleiters Wilhelm Schleif begann der Verein ab 1953 einen neuen Weg der Chorarbeit einzuschlagen. Nach dem Bau des Senders in Nikolausberg und der damit einhergehenden Bautätigkeit im Ort, besonders nach der Eingemeindung Nikolausbergs 1964 nach Göttingen, entwickelte sich die Mitgliederzahl des Chores kontinuierlich nach oben. Höhepunkt der neuen Chortätigkeit war im Frühjahr 1970 das Großkonzert in der Göttinger Stadthalle, wo mit dem Göttinger Symphonieorchester "Das Lied von der Glocke" aufgeführt wurde.

Zum 100jährigen Jubiläum im Jahr 1979 wurde dem MGV Liedertafel Bergeshöh Nikolausberg e.V. für seine großen Verdienste um die erfolgreiche Pflege des Chorgesanges vom Bundespräsidenten die Zelter-Plakette verliehen.

Seit 1983 bewegt sich der Chor auf dem Höhepunkt seines musikalischen Schaffens:

  • Mehrere Konzerte in der Stadthalle Göttingen mit Solisten, Orchestern (z.B. Jugendblasorchester Neuhof/Fulda) und überregionalen Chören (z.B. Rundfunk-Jugendchor Wernigerode)
  • Auftritt beim damaligen Bundestagspräsidenten Dr. Philipp Jenninger in Bonn
  • Auftritte im Mosel-Tanzpalast in Koblenz und in der Musikmuschel des Zoos in Wuppertal
  • Regelmäßige Advents-, Weihnachts- und Nikolauskonzerte in der Klosterkirche Nikolausberg
  • Mehrere Konzerte im GDA-Wohnstift Geismar und im Seniorenwohnheim "Am Klausberg"
  • Zuletzt im November 2004 und November 2009 vielbeachtete Konzerte in der Aula der Waldorf-Schule in Weende im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125jährigen und 130jährigen Vereinsjubiläum
  • 3. Platz bei der regionalen Ausscheidung im südniedersächsischen Raum im Rahmen eines Chorwettbewerbes des NDR
  • Auftritte im Bundeskanzleramt und Bundestag in Berlin und im niedersächsischen Landtag in Hannover

Einhergehend mit der musikalischen Entwicklung des Chores stieg auch die Zahl der Mitglieder kontinuierlich an. Im Jahre 1970 betrug die Mitgliederzahl 94 (35 aktive und 59 fördernde Mitglieder).

2020 wurde während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, den Verein aufzulösen.

Chorleiter (soweit bekannt):

1879 - 1890 Lehrer Schein
1890 - 1922 Lehrer Heinrich Langkopf
1926 - 1929 Lehrer Sporleder
1929 - 1933 Lehrer Junge
1951 Lehrer Walter Wiegel
1952 Lehrer Jäckel
1953 Lehrer Steen
1953 - 1972 Lehrer Wilhelm Schleif
1973 - 1974 Lehrer Armin Thorwirth
1975 - 1992 Lehrer Egbert Sagasser
1992 - 2007 Rolf Böhme
2007 - 2010 Torsten Derlin
2011 - 2012 Andreas Prade
Ab September 2012 Frank Bodemeyer