Marieluise Erckenbrecht

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Marieluise Erckenbrecht

Marieluise Erckenbrecht hat mit 88 Jahren angefangen zu malen. Im hohen Alter hat die Wahl-Göttingerin Farbe und Pinsel für sich entdeckt und mittlerweile etliche kleine Kunstwerke angefertigt. 2009 wohnt sie in dem Seniorenheim Alt-Bethlehem.

Leben

In Stöven bei Stettin ist Marieluise Erckenbrecht aufgewachsen. Von ihrem Hof dort musste sie 1945 fliehen. Weil die Eltern ihres Mannes in Heidelberg wohnten, verschlug es sie über Umwege dorthin. Nach Göttingen, in die Nähe von zweien ihrer vier Kinder, seien sie gekommen, als ihr Mann in Pension ging. Er starb vor 15 Jahren. Nach einer schweren Zeit der Trauer entdeckte die Witwe ihre Kreativität und begann zu schreiben. Zwei Gedichtbände hat sie bereits veröffentlicht.

Malen

Zum Malen kam die 88-Jährige über Katarzyna Wielinska. Die Malerin aus Polen gab in Alt-Bethlehem einen Malkurs. Vier Teilnehmerinnen zählte dieser, und sie sei übrig geblieben, erklärt die Hobby-Malerin Erckenbrecht. Immer freitags werde sie in der Bibliothek von Wielinska angeleitet. Und weil ihre Lehrerin aus Polen kommt, finden sich viele Motive aus ihrer Heimat in den Bildern von Marieluise Erckenbrecht wieder: kleine Häuser mit bunten Blumen im Vorgarten, eine pommersche Kirche, eine Kuh am Wassergraben, die sie in einem Bildband mit Impressionen aus Polen gefunden hat. Ihre handlichen Aquarelle malt sie von Vorlagen ab.