Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

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Roter Turbulenz-Windkanal und blaues U-Boot

Das Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation hat seinen weltweit einzigartigen Turbulenz-Windkanal am 8. Mai 2009 in Betrieb genommen. Der Inhalt der Multifunktionshalle am Fassberg in Göttingen wird dominiert von großen Maschinen, deren Anblick Experten noch mehr erfreuen dürfte als die Hülle. Die Anlagen bieten neue Möglichkeiten, turbulente Strömungen zu erforschen: Dazu ist ein „Göttinger U-Boot“ genannter Tank vorhanden und der kürzlich fertiggestellte Windkanal. Wissenschaftler aus aller Welt interessieren sich für die einmaligen Großgeräte. Diese haben die Max-Planck-Gesellschaft zu zwei Dritteln und die Volkswagen-Stiftung zu einem Drittel finanziert. Auf gut 10 Millionen Euro werden sich die Kosten für die Experimentierhalle belaufen.

U-Boot und Windkanal werden Erkenntnisse auf einem Gebiet bringen, auf dem bisher keine Untersuchungen möglich waren. So verspricht sich Prof. Eberhard Bodenschatz, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, von der Technologie die Lösung der wissenschaftlichen Rätsel um Turbulenzen. Und er hofft darauf, dass die Halle eine anerkannte europäische Versuchseinrichtung werden wird.

Mit Simulationen könne unter anderem die Erforschung des Klimawandels neue Erkenntnisse erhalten. Im tonnenschweren Kanal, allein der Krümmer wiegt sechs Tonnen, können sehr hohe Turbulenzgrade mit einem relativ niedrigen Energieaufwand von 200 Kilowatt ausgelöst werden. Während im unter Druck gesetzten „U-Boot“ das Durcheinander verschiedener Gase und deren Wirkung untersucht wird, sorgt der Windkanal für Wirbel in den Teilchen nur eines Gases und zeigt deren Reaktion beispielsweise auf Widerstände. Oder aber wie die Teilchen in einer Turbulenz auseinandergetrieben werden.